Weekly Journal – Woche 3

Wir haben hier im Norden nun auch ein bisschen Schnee, ich mag das sehr. Es gibt natürlich überall das übliche Gequengel, ist auch alles nachvollziehbar, es ist glatt, Autofahren nervt, Scheiben freikratzen auch (sollen sie doch nach London ziehen, da gibt’s einen Tower*), kiloweise Streugut, das mit den Schuhsohlen in die Wohnung geschleppt wird, aber hey: Schnee. Glitzer. Das Licht. Alles wird irgendwie langsam und leise.

Stricken & Häkeln
Die Cria hatte ich kaum in der Hand: die Glatt-rechts-Vorhölle, langweilig, ich muss mir irgendwas einfallen lassen, um mich da durchzuziehen. Am Samstag hab ich dazu die neue Folge von Susannes Handgemacht-Podcast geschaut und dabei ein paar Reihen geschafft. Wenn ich einmal dabei bin, geht es auch, aber es kostet ein bisschen Überwindung, dieses Strickstück zur Hand zu nehmen. Wenigstens war ich diszipliniert genug, nichts Neues anzufangen. Meine Regel ist gerade: ein großes und ein kleines Strickzeug – mehr nicht.

Beim zweiten Breamore-Socken – dem kleinen Strickzeug – habe ich mit den Zunahmen für die Ferse begonnen, der war diese Woche mein Strickzeug für unterwegs und wird es auch die nächsten Wochen sein, denn da bin ich bin wieder jeweils mindestens drei Tage beim Kunden, wo ich mit der U-Bahn hinfahre.

Spinnen
Nachdem ich die Hälfte des Mauerblümchens verzwirnt hatte, war die Spule voll. Das hatte ich so auch noch nicht, bisher haben immer 100 g verzwirnt auf die Spule draufgepasst. Allerdings habe ich auf dem Sonata bisher viel dünnere Garne gesponnen, die sich natürlich kompakter wickeln lassen. Die dickeren Garne habe ich auf dem Louet gesponnen, und die Spulen waren größer. Glaube ich, nachschauen kann ich nicht. Nachdem ich das Louet vor zehn Jahren mit der Auflage geschenkt bekam, es, wenn ich es nicht mehr brauche, ebenfalls zu verschenken, ist es bereits vor einiger Zeit zu einer ehemaligen Kollegin umgezogen. Das Garn ist … okay. Mir war gar nicht bewusst, dass ich so viel Drall auf den Single gegeben habe, da sind einige recht harte, überdrehte Stellen drin, so dass ich überlege, die zweite Hälfte nochmal rückwärts durchs Rad laufen zu lassen, um etwas von dem Drall wieder rauszunehmen. Oder liegt es daran, dass ich gesponnen habe „wie immer“ und Wolle einfach mehr Drall verträgt als eine Alpaka-Seiden-Mischung? Nach dem, was ich im Netz zu dem Thema gefunden habe, scheint es tatsächlich eher umgekehrt zu sein. Naja, ich lerne noch. Das Foto ist vor dem Entspannungsbad entstanden, ich finde es immer total interessant, das fertige Garn mit dem Kammzug und den eigenen Anfangserwartungen zu vergleichen. Ich habe übrigens die Perlen- und Pailettenidee verworfen. Das mache ich irgendwann mal mit einem einfarbigeren Garn.

Nähen
Ich habe mir die Maße des Plantain-Shirts angesehen, um meine Größe zu ermitteln, und bin skeptisch. Es sieht auf den Bildern und der Schemazeichnung aus, als würde es recht locker fallen, der Maßtabelle nach sitzt es aber um die Brust herum ziemlich körpernah. Ich sollte auf jeden Fall ein Probeteil nähen, genug Jerseyreste habe ich ja. Vielleicht muss ich den Schnitt verlängern, vielleicht muss ich von Brust zu Hüfte eine Größe rauf. Eigentlich wollte ich diese Woche das Schnittmuster zusammengeklebt haben, stellte sich raus: Kleberoller leer. Neuer Versuch nächste Woche.

Sport
Am Montag und Mittwoch war ich beim Training. Es hat Spaß gemacht, der resultierende Muskelkater war lange nicht so brutal wie letzte Woche. Mit dem Touchdown-Tanz sind wir nicht fertig geworden, denn am Mittwoch war Probetraining, und da ist der Ablauf ein bisschen anders. Das war genau das Probetraining, bei dem ich vor einem Jahr auch war, und ich konnte mich gut daran erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe.
Das Knie macht keinen Ärger, aber ich habe furchtbare Rückenschmerzen, das ist zum Ende der Woche immer schlimmer geworden. Ich war noch nicht beim Arzt, aber ich werde nächste Woche mal versuchen, einen Termin zu bekommen. Hoffentlich ist der dann nicht erst in zwei Monaten … Ich vermute als Ursache einen verkürzten Hüftbeuger und mache bereits entsprechende Dehnübungen, die ich im YouTube-Kanal von Liebscher & Bracht gefunden habe. Schauen wir mal, ob das was bringt. Momentan zucke ich bei jeder Veränderung meiner Position – von stehen zu gehen, stehen zu sitzen, sitzen zu stehen … mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen, das ist ja so kein Zustand.

Buch, Bild & Ton
Ich bin endlich fertig mit Signalstörung von Kirsten Fuchs. Kurzgeschichten, mal lustig, mal nachdenklich stimmend, auch mal belanglos. Einige der Geschichten bleiben hängen (Aus dem Kellerfenster, Keinjobcenter, Der Nachtschrank), die meisten nicht. Ich hatte es mir aufgrund der begeisterten Besprechungen, die es überall bekommen hat, gekauft, und war eher enttäuscht. Aber ich kann einen Haken dran machen und mir das nächste Buch aus meinem Zu-lesen-Regal nehmen: Kriegsenkel von Sabine Bode ist als nächstes dran.

Kulinarisches / unterwegs
Wir haben am Freitag unser „Norderstedt-Jubiläum“ gefeiert und waren zum Abendessen im Binnen un Buten. Das Binnen un Buten ist ein urgemütliches, reetgedecktes Bauernhaus. Im Sommer kann man im Garten unter Apfelbäumen und Kastanien sitzen. Man serviert dort bodenständige norddeutsche Küche und Bistroklassiker wie Flammkuchen. Die Atmosphäre erinnert an Familienfeste (auf gute Art). Ich hatte Zander auf Kürbis-Kartoffelpüree mit buntem Mangold und Meerrettischschaum, dazu einen Hamburger Gurkensalat, der Mann hatte Skrei auf schwedische Art (gebraten auf Kartoffelpüree, mit Shrimps und gekochtem Ei)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch wäre eigentlich Training, wenn der Rücken es zulässt (wonach es im Moment nicht aussieht), Mittwoch bis Freitag bin ich wieder beim Kunden. Ich hoffe ein kleines bisschen auf einen Arzttermin. Mein Homeoffice-Tisch ist ebenfalls voll. Und am Sonntag ist ab elf Uhr Buchungsstart für das Rahmenprogramm beim Mensa Jahrestreffen. Sonst liegt nichts an. Es wäre schön, wenn ich die Ferse des zweiten Socken fertig bekäme. Und spinnen und an der Cria stricken möchte ich auch, ich merke aber, dass langes Sitzen mir nicht gut tut. Sieht so aus, als sollte ich nächstes Woche reichlich Gebrauch von meiner Yogamatte und der Pomodoro-Technik machen.

*Ja, der dauert manchmal einen Moment.

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