Weekly Journal – Woche 44

Ich hab die Winterjacke rausgeholt, es ist kalt geworden. Es kursieren die ersten Einladungen zu Weihnachtsfeiern, eine davon findet bereits nächste Woche statt. Ich mag noch nicht so recht. Außerdem: viel Arbeit und Irritationen in zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich – teils schon seit Monaten – traurig und ratlos machen. Kriechströme. Nicht viel Energie für Sport und meine Projekte. Durchgehend Kopfschmerzen. Früh ins Bett gegangen, um genug Schlaf abzubekommen und weil ich ohnehin zu nichts Lust hatte, aber was nützt das, wenn ich dann nachts aufwache und eine Stunde oder länger wach liege und vor mich hin grüble. Ich frage mich, wie das nächste Woche werden soll, wenn zusätzlich wieder zweimal Training auf dem Plan steht. Aber das sehen wir dann.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Den ganzen Montag habe ich mit mir hin und her debattiert, ob ich mir den NaKniSweMo-Irrsinn wirklich antun soll. Am Montag Abend habe ich die Debatte vertagt: strick vielleicht erstmal eine Maschenprobe, dann sehen wir weiter. Ich bin ja versiert in allen Formen des Selbstbetrugs, will sagen: wenn die Anleitung eine Maschenprobe von 24 Maschen und 30 Reihen für 10 x 10 cm fordert, erreiche ich die auch. Ich musste mir jedoch eingestehen, dass ich mir aus dieser Art von Gestrick irgendwie keine Jacke vorstellen kann. Also keine Cria, jedenfalls nicht aus diesem Garn. So. Und jetzt? Nach einer Anleitung für Light Fingering bzw. Lace Weight suchen und den Wasserwirbel von Annette Danielsen wiederfinden. Den habe ich schon länger auf der Liste und den kann ich mir in dem Garn sehr gut vorstellen. Also eine neue Maschenprobe gemacht: sieht gut aus, das Garn möchte eindeutig lieber mit Nadelstärke 3 verstrickt werden, und wenn es denn erstmal fertig gesponnen ist, wird es für diese Jacke, die etwa 2000 Meter schluckt, auch reichen.

Also zurück zur Eingangsfrage. Wiederaufnahme der inneren Debatte, dabei schön am Water & Stone weitergestrickt, also keine vertane Zeit. Abstimmung im inneren Team am Mittwoch Abend. Ja, wir stricken einen Wasserwirbel – aber nicht diesen November. Und auch erst, wenn das Garn komplett fertig gesponnen ist. Der Water & Stone hat einstweilen die Zielgerade erreicht, wenige Reihen Bündchen sind noch zu stricken, dann den letzten Faden vernähen, baden, spannen. Nächste Woche kann ich ihn zeigen. Und, viel wichtiger: anziehen!

Und was ist dann mit NaKniSweMo? Eigentlich wollte ich mich drücken, aber dann hat Susanne in ihrer letzten Podcast-Episode verkündet, dass unter anderem ich sie zur Teilnahme angestiftet hätte, und da käme es mir schäbig vor, den ganzen November einfach entspannt und ohne Zeitdruck nur so zum Spaß (!) vor mich hin zu stricken. Also kopfüber in die Stashkiste getaucht und die Vorräte mit meiner Queue abgeglichen. Garn gefunden, das ich vor fast zehn Jahren in der Wollfabrik gekauft habe, sensationell günstig, Merino in petrol. Die dritte Maschenprobe. Für eine Cria.

Sport
Nein, auch diese Woche nicht. Auch kein Yoga. Dabei wäre das so wichtig. Am Freitag im Arriba, aber wegen Saunanacht mit einer Stunde Wartezeit am Einlass. Also nur noch Sauna, keine schwimmen mehr. Keine Aufgüsse, dafür war es zu voll, die Menschen saßen dicht an dicht. Fremde schwitzende Haut an meiner geht gar nicht, fremde bekleidete Menschen, die mich berühren, sind ja schon zu viel.
Beim Dart war ich so halb anwesend, gedanklich woanders, nur ein Doppel gespielt, nichts Zählbares beigetragen, in der Halbzeit das Teamfoto, dann ab nach Hause. Ich werfe zur Zeit keine guten Darts – zu viel Lärm im Kopf.
Das Knie muckt. Vielleicht der Wechsel auf die Winterstiefel (obwohl ich die natürlich auch mit den Einlagen trage). Möglicherweise muss ich mich daran gewöhnen, dass es fortan im Knie immer irgendwie sticht. Aber momentan ist es noch so, dass ich reflexartig schonen möchte.

Buch, Bild & Ton
Ich habe ein neues Hörbuch: Der Ruf des Kuckucks, der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe, die J. K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht hat. Bisher bin ich ganz angetan, viel hab ich ja noch nicht gehört. Dietmar Wunder liest angenehm, die Figuren sind facettenreich. Das kann sie einfach, die Frau Rowling.

Kulinarisches

The word orange wandered through her mind in search of something to connect with

Recht kürbislastig ist es diese Woche bei uns zugegangen. Am Mittwoch gab es eine Suppe mit Kürbis, roten Linsen und Tomaten, ein Rezept aus dem Kleinen Kuriositätenladen. Statt Pulver hatte ich frische Kurkumawurzel verwendet, und meine Finger sahen zwei Tage lang aus wie die eines starken Rauchers. Das Zeug färbt selbst Dinge, von denen ich gar nicht dachte, dass man sie färben kann, wie zum Beispiel die Klingen meines Turbochefs (ein kleiner Schredder von Tupper, in dem man mit einem Zugband Klingen rotieren lassen kann, seit einigen Jahren mein liebstes Werkzeug zum tränenlosen Zerkleinern von Zwiebeln und dergleichen). Die Suppe war köstlich und ich über Stunden pappsatt. Am Donnerstag gab es ein Kürbisrisotto mit Kürbiskernkrokant, dank Kürbispüree besonders schlotzig und schön gelb, und das restliche Kürbispüree habe ich dann am Samstag in Burgerbuns verarbeitet (nach meinem bewährten Rezept, die Flüssigkeitsmenge habe ich einfach halbiert, das gab eine gute Teigkonsistenz und aufgegangen sind sie auch sehr schön)

Dies & Das
Neben dem regelmäßigen Wochenrückblick habe ich mich diese Woche der Aktion „Tausend Fragen“, die ich jetzt in einigen Blogs gesehen habe, angeschlossen, und werde die nächsten knapp fünfzig Wochen jeden Donnerstag jeweils zwanzig davon beantworten. Es gibt sogar eine Kategorie dafür.

Pläne für nächste Woche
Alle Handarbeitszeit wird in die gleich nach Vollendung des Water & Stone anzuschlagende Cria-Jacke gehen. Ich habe weiterhin Vollbeschäftigung. Zweimal die Woche Training vs. die aufkeimende Erkältung, die ich für meine Mattigkeit und Kopfschmerzen verantwortlich mache, das sehe ich irgendwie noch nicht (der Mann schnieft und krächzt bereits seit ein paar Tagen, es ist offensichtlich, dass mein Immunsystem schwer beschäftigt ist). Den Stammtisch am Dienstag habe ich sicherheitshalber bereits abgesagt, es gab ohnehin nur eine Anmeldung. Außerdem habe ich am Samstag mehr durch Zufall erfahren, dass wir kurzfristig vom gemütlichen Sofa weg- an einen erhöhten Tisch zwischen Eingang und Treppe zum Klo gesetzt worden wären – eine Hälfte Barhocker ohne Lehne mit dem Rücken zum Durchgang, die andere mit einer kalten Fensterscheibe zum Anlehnen. Genau das Richtige für meine sensiblen Gäste. Sport nehme ich mir einfach mal nicht vor, das wird sowieso nichts – und wenn doch, bin ich positiv überrascht.

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