Weekly Journal – Woche 40

Was für eine volle, volle Woche! Ich war in Vollzeit beim Kunden gebucht und jeden Tag (außer Mittwoch und am Wochenende natürlich) elf Stunden außer Haus. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes, daher bin ich mit meinen Projekten nicht wirklich weiter gekommen. Und am Wochenende war unsere Hochzeitsparty, samt Vorbereitungen und Aufräumen. Ich bin unglaublich froh, dass es so gut losgeht mit meinem Freelancerleben.
Mir fliegt nur meine alte Tagesstruktur um die Ohren und ich hab noch keine neue. Wah!

Stricken, Spinnen & Häkeln
Water & Stone ist zu voluminös für die Bahnfahrt, ich schnüre mir das Teil zwar schon immer zu einem kompakten Päckchen zusammen, so dass ich es beim Ärmel stricken leichter drehen kann, es braucht aber trotzdem eine Extratasche, und wenn ich dann nach der Arbeit noch einkaufen gehe, bin ich mit drei Taschen beladen. Da hab ich keine Lust zu, deswegen geht es zumindest während der Bahnfahrten (zweimal 45 Minuten, das schafft schon was) jetzt mit den Reisesocken weiter. An der Jacke stricke ich wenn überhaupt abends, aber diese Woche noch gar nicht, von daher ist der zweite Ärmel auch noch im gleichen Zustand wie letzte Woche.

Mittags spinnen klappt natürlich auch nicht, wenn ich den ganzen Tag außer Haus bin. Wobei: das Sonata ist ein Reiserad und hat einen großen Rucksack. Wenn ich wollte, könnte ich. Theoretisch. Hab ich da oben nicht gerade geschrieben, dass mir die Extratasche mit der halbfertigen Strickjacke zu viel ist? Ich habe die Woche abends gesponnen, nicht jeden Tag, aber ein bisschen. Und am Samstag Nachmittag sogar auf dem Balkon, als Erholung nach der Kürbisschlachtung für die Suppe. Es geht langsamer voran, als ich letzte Woche ausgerechnet hatte, weil die Fasern so verklebt sind. Aber sollte ich mir den NaKniSweMo-Irrsinn ernsthaft vornehmen, muss ich ja nicht die ganze Wolle am 1. November fertiggesponnen haben …

Nähen
Ich habe das Karokleid wieder herausgeholt. Das Karokleid habe ich schon einmal genäht, es ist ein Schnitt aus der burda 08/2007. Die Teile sind bereits fertig zugeschnitten und müssen nur zusammengenäht werden. Ich hatte mir vorgenommen, bei dieser Version sehr pingelig zu sein und das Unterkleid zum Beispiel mit falschen Kappnähten zu nähen. Dabei näht man die Teile zusammen, schneidet eine der beiden Nahtzugaben sehr knapp zurück, faltet die andere drum herum und steppt sie knappkantig fest: zack, alles, was ausfransen kann, ist gesichert. Und die Nahtzugaben des Oberstoffs wollte ich natürlich mit der Overlock versäubern. Genäht habe ich daran noch nicht, aber es liegt alles bereit und die nächsten Arbeitsschritte sind klar.

Sport
Am Montag haben wir es dann mal zum Dart beim SC Norderstedt geschafft. Hm. Keiner der Initiatoren war da, überhaupt außer uns nur drei weitere Leute, einer davon der FSJler, der auf- und zuschließen muss und in der Zwischenzeit dann halt auch die Pfeile in die Hand nimmt, kein Trainer, kein erkennbares Konzept, nur viele Ideen. Aber keiner, der sie umsetzen kann. Oder sich dazu berufen fühlt. Viel Konjunktiv. Dazu nicht wirklich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Fazit: regelmäßig zuhause ans Board stellen – und vielleicht in einem halben Jahr nochmal gucken. Klar könnten wir mit unserer Erfahrung und unseren Kontakten bei der Gründung unterstützen, aber dafür fehlt mir tatsächlich die Zeit. Ich stecke ja noch mitten in meiner eigenen Gründung.

Zum Köhlbrandbrückenlauf am Mittwoch bin ich nicht angetreten. Ich habe am Anfang der Woche darauf herum gedacht und mich dagegen entschieden. Obwohl es bestimmt ein toller Lauf ist, aber: 12,3 km sind mal eben locker das Drei- bis Vierfache meiner derzeitigen Trainingsläufe (wenn sie denn mal stattfinden). Es geht – mit beachtlicher Steigung – erst 6 km in die eine und dann auf der Gegenfahrbahn 6 km in die andere Richtung. Ich hätte also keine Möglichkeit, abzubrechen, wenn das Knie Probleme macht. Und momentan macht es keine und ich hätte gern, dass das so bleibt. Ich glaube, das ist vernünftiger so. Und ich wünschte, ich wäre in solchen Dingen entschlossener, denn ich hätte meinen Startplatz noch an jemand anderen abtreten können.

Darüber hinaus: kein Sport und Donnerstag und Freitag auch kein Yoga. Ich war so müde, dass ich die zehn Minuten lieber länger im Bett geblieben bin. Das muss nächste Woche anders – wobei es momentan so aussieht, als würde die nächste Woche genauso voll wie diese, ich brauche also einen guten Plan.

Buch, Bild & Ton
Die U-Bahn-Fahrten im Berufsverkehr haben dazu geführt, dass ich mal wieder richtig lange am Stück Musik gehört habe. Meine Art, Musik zu hören, hat sich seit ich meinen ersten iPod hatte nur wenig verändert. Ich nutze Spotify, höre aber noch immer entweder volle Alben oder stelle mir Mixlisten zusammen. Neu ist, dass ich, wenn ich so gar keine Idee habe, die Zufallswiedergabe benutze – jedoch nie bei Alben, ein Album höre ich noch immer von Anfang bis Ende durch. Da hat sich der Künstler was bei gedacht, da mische ich mich nicht ein. Ganz vorn dabei waren diese Woche die Alben der White Lies, die ich alle sehr gern höre – ich mag die Melodien und die Stimme und die Texte und ich verlinke euch hier mal zwei Videos. Das Aussuchen ist mir nicht leicht gefallen, denn die Auswahl war sehr groß. Ich hab mich für zwei Songs entschieden, nämlich Bigger Than Us, weil ich den Hymnencharakter des Songs liebe und das Video zutiefst seltsam finde (es ist eine Hommage an Spielbergs Film E.T.). Und Take it out on me, den ersten Song des aktuellen Albums. Denn wenn eine Bahnfahrt damit anfängt, kann gar nichts schlimmes mehr passieren (die Albumversion des Songs beginnt bei 2:35 des Videos. Wobei einem vermutlich auf nichts schlimmeres mehr passieren kann, wenn einen ein mexikanischer Prediger mit dem Megaphon weckt, ganz im Sinne des Mark Twain Zitats “Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day.”)

Kulinarisches
Ich habe am Samstag vergessen, das Buffet zu fotografieren. Ich kann nur sagen, dass es gut aussah, das müsst ihr mir einfach glauben. Es gab – wieder mal – eine Kürbissuppe nach einem Rezept aus der Brigitte-Diät, das aber überhaupt nicht asketisch daherkommt, sondern mit einem Topping aus Tete de Moine und karamellisierten Zwiebeln mit Salbei. Dazu gab es eine Käseplatte, Baguette, die bewährten „Fünfzigerjahre-Eier“, also hartgekochte Eierhälften mit einer Füllung aus Eigelb, Mayonaise, Mangochutney, Currypulver und Basilikum. Und dann habe ich mich zur Abrundung der Käseplatte an meinen ersten Obazden gewagt, nach einem Rezept aus der Süddeutschen Zeitung. Das Ergebnis war flüssiger und weniger orange als das, was ich aus dem Biergarten kenne, geschmacklich aber schon nah dran. Ich sach ma: für Norddeutschland sehr okay. Nächstes Backvorhaben in dem Zusammenhang: Laugengebäck. Ich werde mal recherchieren, wie das geht.

Dies & Das
Wir haben am Samstag den größten Teil der Party mit dem Spiel Codenames verbracht. Dieses Spiel war 2016 Spiel des Jahres und ist von der Spielidee so simpel, dass man es nach ein paar Spielzügen eigentlich drauf hat. Die Spieler treten in zwei Teams (Team rot und Team blau) gegeneinder an. Auf dem Tisch liegen 25 Karten mit Begriffen, angeordnet in fünf Reihen à fünf Karten. Jedes Team hat einen Teamleiter, und die beiden Teamleiter bekommen eine Karte, auf der 5×5 Felder zu sehen sind. Diese Karte sehen aber nur die beiden Teamleiter. Die Felder auf der Karte stehen für die 25 Karten auf dem Tisch und sind farbig markiert. je acht oder neun in rot und blau (für die Teams), eine in schwarz und der Rest in beige. Zu jedem Team gehören also acht oder neun (das Team, das anfängt, hat einen mehr) der Begriffe auf dem Tisch, die von den Teammitgliedern erraten werden müssen. Hierzu gibt ihnen ihr Teamleiter einen Hinweis, der aus einem Wort und einer Zahl besteht. Er schaut sich also seine Begriffe an und versucht, für möglichst viele davon einen Oberbegriff zu finden, den er seinem Team dann sagt. Dazu die Anzahl der Karten, die er mit diesem Begriff assoziiert. Liegen zum Beispiel die Begriffe Hund, Katze und Maus auf dem Tisch und gehören sie auch noch zu seinem Team, könnte er „Tier: 3“ sagen. Rät das Team die Begriffe, werden sie mit einer Karte in der Teamfarbe abgedeckt. Tippt es sich auf einen Begriff des anderen Teams, kommt deren Karte darauf und der Spielzug ist beendet. Tippt es auf das schwarz markierte Feld, hat es leider verloren. Es gewinnt das Team, das zuerst alle seine Begriffe geraten hat (oder dessen Gegner das schwarze Feld getippt hat). Je mehr Begriffe im Verlauf des Spiels abgedeckt sind, desto leichter wird es für die Ratenden – aber desto schwerer wird es für die Teamleiter, die einen Sammelbegriff finden müssen. Die Dinge, die klar sind, nimmt man natürlich zuerst. Schön war, als ich „Augenbinde: 2“ sagte und einer meiner Agenten vorschlug „also da fallen mir als erstes Wurf und Messer ein“, was genau die Begriffe waren, die ich im Auge hatte. Es lagen aber auch noch sehr viele Begriffe offen, der andere war sich nicht so sicher, und dann haben sie erstmal zehn Minuten diskutiert. Und ich saß da mit meinem bröckelnden Pokerface. Mit Sonderregeln kann das Spiel auch zu zweit oder zu dritt gespielt werden, man spielt dann als ein Team gegen einen simulierten Gegner. Aber es lebt von der Diskussion, sechs Spieler braucht man schon.

Pläne für nächste Woche
Mein Kunde hat für die komplette nächste Woche Bedarf angemeldet, ich werde elf Stunden jeden Tag außer Haus sein und muss also gut planen, damit ich nebenbei noch ein bisschen was schaffe und die Energie bis zum Ende der Woche reicht. Am Dienstag Abend haben wir ein Heimspiel. Ich muss den HaMLet fertigmachen, es ist wieder soweit. Ich möchte nächste Woche

  • in die Yoga-Morgenroutine zurückfinden
  • am Water & Stone weiterstricken
  • einmal unter der Woche und einmal am Wochenende laufen
  • abends eine halbe Stunde spinnen. Am Dienstag geht das nicht, weil ich vorm Dart nicht nach Hause komme, dafür ist am Samstag Abend zum German Bowl richtig viel Zeit. SPORT1 überträgt live, Kick-Off ist um 18:00 Uhr, die silbernen Poms auf Höhe der 50 yard line gehören den Starlets

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