Weekly Journal – Woche 39

Der Herbst hält langsam Einzug, und ich weiß nicht, ob es daran liegt, aber ich hab eine unheimlich müde Woche hinter mir. Ich komme morgens kaum aus dem Bett, und ohne Wecker würde ich bis in die Puppen schlafen. Was ich am Samstag zumindest auch getan habe, ich glaube, ich bin erst um halb elf aufgestanden, das ist fast drei Stunden später als normal. Und wirklich wach hab ich mich trotzdem nicht gefühlt. Den Freitag habe ich sehr spontan (die Anfrage kam Donnerstag am späten Nachmittag) komplett beim Kunden verbracht. Besser kann es doch gar nicht losgehen mit der Freelancerei.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Vom Ende des zweiten Ärmels des Water & Stone trennen mich noch 41 Reihen und das Bündchen, ich denke mal, spätestens morgen Abend ist der fertig.
Ich habe es nur zweimal geschafft, mich mittags ans Spinnrad zu setzen, vom zweiten Kammzug sind jetzt noch 47 g übrig. Ich würde mal schätzen, das macht knappe fünf Stunden Spinnzeit. Plus Zwirnen. Warum ich das auszurechnen versuche? Weil ich überlege, etwas Bescheuertes zu tun – inspiriert von Susanne, der Königin der Wahnsinnsprojekte – und im Rahmen des NaKniSweMo eine Cria zu stricken. Cria ist die Strickjacke von Ysolda Teague, für die dieses Garn ja werden soll, und die würde ich dann im November, dem „National Knit a Sweater Month“ stricken. Klingt irre? Ich weiß. Aber ich brauche wirklich dringend Strickjacken. Und meine innig geliebte Topstykke-Tunika hat jetzt ein Loch vorne oben, das ist nicht unsichtbar werde reparieren können, und ohnehin einen sich auflösenden Saum. Das gute Stück ist sieben Jahre alt und ich hab es wirklich viel getragen. Und das sieht man ihm leider an.

Sport
Am Montag bin ich zum SC Norderstedt gefahren, um mir das Training der frisch gegründeten Dartabteilung anzuschauen – und stand vor verschlossenen Türen. Der Gastwirt des Vereinsheims wusste von nichts, ließ sich aber unsere Telefonnummern geben. Am nächsten Tag meldete sich jemand. Es war kurzfristig jemand krank geworden. Kann passieren, ist aber am ersten Trainingstag, nachdem man eine Seite im Abendblatt hatte, ziemlich unglücklich. Am Freitag hat es dann wohl stattgefunden, aber das ist mir erst wieder eingefallen, als ich um kurz nach sechs auf dem Heimweg vom Kunden in der Bahn saß, ohne Pfeile, aber mit Hunger, und erstmal heim wollte. Also nächste Woche.

Am Dienstag habe ich mir wie geplant ein Gymondo-Workout ausgesucht: 20 Minuten Bauch-Beine-Po. Es war sehr anstrengend, meinem Empfinden nach mehr als „mittel“, und es hat dazu geführt, dass ich mich am Mittwoch und Donnerstag vor Muskelkater nur humpelnd fortbewegen konnte. Ich finde es durchaus angenehm, nach dem Sport zu spüren, dass ich was getan habe, aber das war eindeutig zu viel. Die Trainerin hat mir auch nicht gefallen, ebensowenig die sogenannte „Challenge“, bei der man von einer bestimmten Übung (in diesem Fall Kniebeugen) in sechzig Sekunden so viele wie möglich macht. Die saubere Ausführung bleibt da unweigerlich auf der Strecke. Also nächste Woche nochmal ein anderes versuchen. Laufen war ich am Mittwoch also auch nicht, ich konnte ja kaum gehen. Am Freitag hätte ich laufen können, nur war ich da den ganzen Tag beim Kunden und abends platt.

Am „Volkslauf durch das schöne Alstertal“ hab ich am Sonntag auch nicht teilgenommen, denn das Oktoberfest ging am Samstag doch länger als geplant, und ich hatte noch zu viel auf dem Tisch, um zum Laufen irgendwo hinzufahren. Dann lieber die Liste abarbeiten, und wenn dann noch Zeit ist, eine Runde um den Stadtparksee drehen. Was ich auch nicht getan habe, ich habe den Tag am Rechner verbracht und meine Buchhaltung eingerichtet, der Krankenkasse geschrieben und diversen Firmen, die sich vielleicht für meinen neuen Nachnamen interessieren, und außerdem an einem Flyer für ein Charity-Projekt gearbeitet. Während auf der Wiese vor meinem Arbeitszimmerfenster ein Kindergeburtstag stattfand, und zwar inklusive Musikbeschallung. Anscheinend nur eine CD, die aber in der Endlosschleife. Fazit: den Text von „Auf uns’rer Wiese gehet was“ habe ich noch erstaunlich lückenlos drauf, und es ist hohe Zeit für einen Laptop.

Was ich geschafft habe: jeden Morgen für sechs Sonnengrüße die Yogamatte auszurollen. Und ich habe das Gefühl, dass mir das sehr gut tut. Ich hab in letzter Zeit ständig Schmerzen im unteren Rücken, die sich bis über die Hüfte ziehen, die sind nicht weg, aber viel weniger geworden. Und das mit nichtmal zehn Minuten Aufwand am Tag, damit mache ich nächste Woche auf jeden Fall weiter. Was mich da bei der Stange gehalten hat, war tatsächlich ein Satz aus einer Yogawerbung, die mir auf Instagram gelegentlich gezeigt wird: „Because nobody ever said ‚I wish I had skipped yoga‘“ oder so, sinngemäß, keine Ahnung, für welchen Anbieter das ist.

Kulinarisches
Da ich diese Woche nicht nur dauernd müde war, sondern auch ständig gefroren habe, habe ich mal Goldene Milch probiert. Das ist ein ayurvedisches Wundergetränk mit dem Superfood Kurkuma, das mir immer mal wieder durch diverse Feeds trudelt, seit die zuständigen Bots spitzgekriegt haben, dass ich mich ein bisschen für Yoga und Gesundheitsthemen interessiere. Dem Getränk werden jede Menge gute Effekte zugeschrieben (feuchte Nase, glänzendes Fell), unter anderem auch, dass es „so richtig schön durchwärmt“, und da ich beim Biogemüsestand auf dem Markt frische Kurkumaknollen ergattert habe, habe ich es mal probiert. Es kursieren mehrere Rezepte im Netz, ich habe 300 ml ungesüßte Mandelmilch, ein 2 cm langes Stück Ingwer, ein Stück Kurkuma (etwa 3 cm), je einen Viertelteelöffel gemahlenen schwarzen Pfeffer und Zimt und einen halben Teelöffel Kokosöl im Mixer kräftig durchgemixt (die Wurzeln vorher in etwas kleinere Stücke geschnitten, man muss es der Maschine ja nicht unnötig schwer machen), das Ganze dann erhitzt (hierzu gibt es Diskussionen „bloß nicht, zerstört alle Enzyme“ vs. „Quatsch, Ingwertee erhitzt man ja auch“) und zwei Minuten zart köcheln lassen, es durch ein Sieb in ein Glas gegeben und mit dem Milchschäumer aufgeschäumt – für die Optik und um einen Teelöffel Agavendicksaft zu verteilen. Das Ergebnis schmeckt … interessant, aber nicht schlecht. Das ist jedenfalls meine Meinung, der Mann hat einen Schluck probiert und sehr unglücklich das Gesicht verzogen. Es hat durch den Ingwer eine ordentliche Schärfe, die man mögen muss. Das Kurkuma-Aroma kann ich nicht beschreiben, das getrocknete Pulver, das wohl in den meisten Gewürzschränken heimisch ist, riecht ganz anders. Warm war mir danach jedenfalls.

unterwegs
In Norderstedt war an diesem Wochenende Oktoberfest. Das findet in der Tribühne statt, dem normalerweise eher gesitteten Veranstaltungshaus der Stadt im Norderstedter Rathaus. Es gab Livemusik (dieses und letztes Jahr „Die Wilderer“ aus Bayern), Bier, bayrisches Essen und alberne Spielchen. Und natürlich Gelegenheit, die Tracht aus dem Schrank zu holen. Ich besitze ja inzwischen zwei Dirndl und freue mich über jede Gelegenheit, sie zu tragen. Spaßig war’s. Und spät.

Pläne für nächste Woche
Am Montag und Dienstag bin ich vom Kunden gebucht, am Freitag eventuell auch. Am Mittwoch ist der Köhlbrandbrückenlauf, zu dem ich angemeldet bin. Am Dienstag habe ich einen Stammtisch und eine Einladung zum Ex-Raid (apropos Pokémon Go, falls jemand mein Trainerfreund werden möchte: mein Code ist 8988 3058 3465), am Samstag feiern wir unsere Hochzeit nach, da muss ich ein bisschen Küchenzeit einplanen – auch so eine Sache, ich bin verunsichert bis genervt, weil von den zwölf Eingeladenen überhaupt nur knapp ein Drittel auf die Einladung reagiert hat. Wie sollen wir denn da planen?

  • Die Sache mit den Sonnengrüßen am Morgen möchte ich beibehalten
  • Am Water & Stone weiterstricken
  • Mittwoch, Donnerstag und am Wochenende mittags eine halbe Stunde spinnen
  • Montag Abend einen neuen Versuch mit dem Darttraining beim SCN unternehmen

Ein Gedanke zu „Weekly Journal – Woche 39

  1. Also, ein Norderstedter Oktoberfest finde ich irgendwie eigenartig, aber ich habe mit der Münchner Wiesn ja auch schon Probleme. Freut mich, dass es euch gefallen hat.

    Ich musste kurz überlegen, ob ich den Titel „die Königin der Wahnsinnsprojekte“ annehmen kann, aber dann ist mir eingefallen, dass ich heute morgen kurz überlegt hatte, das riesige Kreistuch aufzuziehen und aus der Wolle im November eine neue Jacke zu stricken (ca. 1.300 Meter Lacegarn). Okay, ich nehme in Demut an.

    Ich hoffe, die Müdigkeit legt sich bald, mir geht das oft so, wenn es wieder kalt wird, kurze Zeit später habe ich mich dran gewöhnt.

    Danke für den Wochenrückblick.

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