Weekly Journal – Woche 38

Diese Woche war die letzte Urlaubswoche und als solche geprägt von einer gewissen Strukturlosigkeit. Ich habe eine Menge geschafft, allerdings kaum etwas von dem, was ich mir vorgenommen hatte. Es war ein Brief von der Arbeitsagentur in der Post, der mich ziemlich aufgeregt hat (es fehlen noch Unterlagen für meinen Antrag auf Gründungszuschuss), dafür keiner vom Finanzamt (der eines der von der Agentur geforderten Dokumente enthalten hätte). Dummerweise ist der Brief von der Agentur vom 31.8., dem Freitag vor dem Sonntag, an dem wir in den Urlaub gefahren sind, und die Frist fürs Nachreichen der Dokumente war diesen Donnerstag, an die Post bin ich aber erst am Mittwoch gekommen, weil der Nachbar, der den Briefkasten gehütet hatte, selbst nicht da war, und versucht mal, am Mittwoch Nachmittag jemanden beim Finanzamt telefonisch zu erreichen. Eben. Ich habe jetzt meinen Steuerberater in die Spur geschickt, weil ich dem mehr Überzeugungskraft zutraue als mir, und der hat sich auch redlich gewundert, wieso die für die Bearbeitung eines Fragebogens zur steuerlichen Erfassung drei Wochen brauchen. Er hielt meine Vermutung allerdings nicht für abwegig, dass das damit zusammenhängen könnte, dass ich mich nachnamensmäßig von Z nach B geheiratet habe und damit der Sachbearbeiter am anderen Ende des Flurs für mich zuständig ist. Das ist nämlich so, das hab ich, als ich meinen Z-Sachbearbeiter lange vor meinem Urlaub tatsächlich mal ans Telefon bekommen habe, erfahren, weswegen ich mit ihm vereinbart habe, dass ich den neuen Namen auf jeden Fall mit einem „Obacht!“ versehen mit auf den Fragebogen schreibe. Wenigstens habe ich das zweite fehlende Dokument beschaffen können. Es fehlte eine Anlage zur Tragfähigkeitsbescheinigung der fachkundigen Stelle „siehe Punkt C.8 der Stellungnahme“. Da ich die Stellungnahme aber abgegeben und kein fotografisches Gedächtnis habe, hatte ich keine Ahnung, was dort bei C.8 steht. Aber das ließ sich durch einen Besuch bei der Agentur (der Fußweg ist kürzer als die durchschnittliche Wartezeit am Telefon) („Das wissen die fachkundigen Stellen eigentlich, dass wir die Anlage brauchen.“) und ein Telefonat mit der fachkundigen Stelle („Das wollen nicht alle Agenturen, deswegen schicken wir es nicht standardmäßig mit, kann ich Ihnen das per Mail schicken?“ Oh, aber ja!) klären. Behördenpingpong schlaucht. Ich bange um meinen Gründungszuschuss.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Ich habe von Montag bis Samstag nicht jeweils, sondern insgesamt zwanzig Minuten gesponnen und in etwa genauso lange am Ärmel des Water & Stone Cardigan gestrickt. Am Sonntag – heute – habe ich daher stricken auf meiner Prioritätenliste ganz nach oben geschoben, das passte gut: es gab eine neue Episode des Handgemacht-Podcast von Susanne, darin den Hinweis auf den nagelneuen Handarbeitspodcast Wollkanal, und das Wetter lud auch nicht gerade zu Outdoor-Aktivitäten ein. Der zweite Ärmel ist diese Woche um lediglich 12 cm gewachsen – da ist eindeutig noch Luft nach oben.

Sport
Ich war genau einmal laufen. Krafttraining hab ich gar nicht gemacht. Ich glaube, das liegt an der fehlenden Struktur und der wenig konkreten Zielsetzung: „3-4 mal“ ist zu vage, besser wäre es, Termine festzulegen.
Am Freitag waren wir in der Therme und haben vor der ganzen Entspannerei ganz vorbildlich ein paar Bahnen im Sportbecken absolviert. Schwimmen ist auch so etwas, was ich aus Vernunftgründen mache – Spaß hab ich da nicht dran.
Gestern war ich nochmal in Sachen Cheerleading unterwegs und habe mich beim letzten Heimspiel der Mustangs mit einer Kollegin zusammen um den Kuchenstand gekümmert. Hab kurz mit der Trainerin geschnackt und beschlossen, noch einen Versuch zu wagen. Nach dem German Bowl dann, vorher macht wohl nicht so viel Sinn.

Kulinarisches
Die letzten Kochthemen der Brigitte haben mich nicht so vom Hocker gezogen, aber bei „Portugal“ in der vorletzten Ausgabe war ich sofort an Bord. Bei uns war es auch am Anfang der Woche noch hochsommerlich, perfekt für einen kulinarischen Kurztrip ans Mittelmeer: Nudeln. Sardinen und Kapern. Karamellisierte Zitronenschale und Zwiebelpüree. Köstlich. Warnhinweis: die Zwiebeln werden roh püriert – Tränchengarantie! Da das Rezept aus dem vorletzten Heft ist, ist es auch schon online: Nudeln mit Sardinen und Kapern
Zum Ende der Woche wurde es dann herbstlicher, um nicht zu sagen richtig ungemütlich. Ich kann auch im Hochsommer Sauerkraut essen, eigentlich immer, aber je kühler es draußen ist, umso leckerer finde ich es. Eines meiner liebsten Kochbücher ist das French Basics von GU (ich mag die Basic-Reihe überhaupt sehr) und eines der Rezepte daraus, das ich schon öfter gekocht habe, ist mit einer Masse aus weißem Fischfilet, Kräutern und Sahne gefülltes Lachsfilet auf Champagner-Sauerkraut mit Birnen. Das ist schon ein etwas aufwändigeres Rezept, aber eben auch verdammt gut. Und man kann es (mit TK-Fischfilet) recht gut aus dem Vorrat machen. Das Kraut ist auch ohne den Fisch drauf gut. Statt Champagner oder Cremant tut es meiner Meinung nach auch Sekt. Das Rezept gibt es ebenfalls online auf der GU-Webseite Küchengötter: Gefüllter Lachs auf Sauerkraut.

Pläne für nächste Woche
Hier hat die Erfahrung der letzten Woche gezeigt, dass ich etwas konkreter benennen sollte, was ich vorhabe. Ich habe noch immer mit Vorbereitungen für meine Gründung zu tun, und das Doofe ist auch, dass man gerade in der Anfangsphase am Ende eines Arbeitstages wohl nie das Gefühl hat, wirklich fertig zu sein. Die To-Do-Liste scheint unendlich. Hat man dann, wie ich, einen ausgeprägten Hang zum schlechten Gewissen und ist in der Vergangenheit oft als faul beschimpft worden, fällt es sehr schwer, zu entscheiden, dass es dann für heute mal reicht, und sich seinen Hobbies zuzuwenden, ohne dass der innere Antreiber versucht, einem das madig zu machen. Vermutlich ist auch das wie so vieles andere schlicht Übungssache. Folgende Übungen hab ich mir für nächste Woche vorgenommen:

  • den zweiten Ärmel des Water & Stone fertigstricken
  • jeden Tag mittags eine halbe Stunde spinnen
  • Am Montag Abend mal beim Training der neu gegründeten Dartabteilung des SC Norderstedt vorbeischauen (und wenn’s mir gefallen hat am Freitag auch)
  • morgens zehn Minuten auf die Yogamatte für Sonnengrüße und ein paar Asanas für Rücken, Hüfte und vor allem die Knie – wenn ich, wenn ich schon mal dabei bin, Lust auf und Zeit für mehr habe: go for it
  • am Mittwoch und Sonntag laufen (Sonntag ist der „28. Volkslauf durch das schöne Alstertal“, ich bin für 4 km angemeldet)
  • für Dienstag und Donnerstag nehme ich mir Krafttraining vor, jeweils ein 20-30-minütiges Workout aus dem Gymondo-Programm. Videos funktionieren für mich einfach am besten.
  • Am Samstag geht’s zum 12. Norderstedter Oktoberfest (ich werde am Sonntag also vermutlich keine Bestzeit laufen. Gut, dass es mir darum nicht geht.)

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