Weekly Journal – Woche 27

Diese Woche war nicht so gut. Ich hatte nicht so viel vor, habe aber noch weniger geschafft. Ich war bei einem Stammtisch, bei dem ich mich normalerweise sehr wohl fühle, diesmal aber nicht. Ich weiß allerdings auch, woran es lag. Ich schätze an Mensa das offene Interesse, das die meisten Mitglieder einander entgegen bringen. Viele Ms haben in ihrer Vergangenheit Zurückweisung erfahren, weil sie anders waren (als ihre Mitschüler, Kommilitonen, Arbeitskollegen) und gehen deswegen vielleicht umso achtsamer miteinander um. Es passiert sehr selten, dass man von jemandem nur als Stichwortgeber und Publikum für monologisierende Selbstdarstellung verwendet wird, aber es kommt vor. Da hilft dann zukünftig nur Abstand halten. Überhaupt waren Interaktionen mit Menschen diese Woche schwierig. Mit Sport war auch noch nichts, was meiner Stimmung ebenfalls abträglich war, insbesondere, da ich nicht am Mottotraining teilnehmen konnte. Naja, auch so eine Woche ist mal dabei. Hoffen wir mal, dass die nächste besser wird. Handarbeitsmäßig sah es allerdings doch gar nicht so schlecht aus.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Sobald ich zwei Strickzeuge habe, wird‘s kompliziert. Ich habe fast ausschließlich am Fading Point gestrickt und Juneberry kaum angeschaut und bin mit letzterem natürlich unzufrieden. Allerdings macht der Fading Point wirklich Spaß, weil das Garn so wunderschön ist. Dafür brauche ich die Juneberry dringender, es ist abends echt kühl. Vielleicht sollte ich das nächste Woche mal besser aufteilen.
Gesponnen habe ich auch, immer beim Fußball schauen, und da sich die Fußball-WM gen Ende neigt, habe ich mich inoffiziell der Tour de Fleece angeschlossen und gestern gesponnen und Tour de France geschaut. Obwohl ich eigentlich noch glaube, dass ich Radrennen doof finde, aber das habe ich auch mal über die Formel Eins gedacht. Die Hälfte habe ich auf France 2 geschaut und kein Wort verstanden, außer „sensation!“ – der Kolumbianer war wohl nicht unbedingt der Favorit für die erste Etappe. Eine gewisse Dramatik hat mein Spinnprojekt in der Verlängerung des Spiels Russland gegen Kroatien erfahren, als plötzlich der Faden riss, sich aufwickelte und das Ende auf der Spule nicht mehr wiederzufinden war. Ich habe also das komplette Elfmeterschießen und dann noch fast zwei Stunden damit verbracht, so verlustfrei wie möglich das bisher Gesponnene von der Spule abzuwickeln und notzuzwirnen. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel Lauflänge verloren, ein paar Meter werden es schon gewesen sein. Es hat sich auch mal wieder gezeigt, dass es sinnvoll ist, den frisch gesponnenen Singles vor dem Zwirnen eine Pause zu gönnen – die unteren Schichten auf der Spule waren deutlich weniger bockig beim Verzwirnen als das frische Garn.

Nähen
Das Mottotrainingskostüm ist fertig geworden, am Training habe ich aber leider nicht teilnehmen können, also gibt es kein vernünftiges Foto, sondern nur einen mal-eben-schnell-Schuss vorm Spiegel – irgendwie muss ich die Geschichte ja auflösen. Ich hatte mir nach einigem hin und her überlegt, dass wohl ausreichend Meerjungfrauen zugegen sein würden (so war es denn auch, auf der Facebookseite des Teams gibt es ein paar Fotos) und mich für ein grob an Ursula aus Arielle angelehntes Meerhexenkostüm entschieden. Das ist ein abgewandelter Acht-Bahnen-Rock aus schwarzem und fliederfarbenem Jersey, vom oberen Drittel der Oberschenkel bis unten sind die Bahnen nicht zusammengenäht, sondern bilden Tentakeln mit fliederfarbener Unterseite, die ihr Volumen insgesamt anderthalb Packungen Füllwatte verdanken – ist das einigermaßen verständlich? Den Dreizack hab ich aus dem Faschingsladen in der Esplanade, ein sehr faszinierendes Geschäft, wo es auf mehreren Etagen nur Kostüme und Zubehör gibt. Die Gabel war rot, eigentlich handelt es sich nämlich um ein Requisit zu einem Teufelskostüm, die musste ich also überlackieren. Tja. Und was mache ich jetzt damit?

Buch, Bild & Ton
Ich habe seit meiner Jugend eine Schwäche für dystopische Jugendromane. Ich glaube, meine Einstiegsdrogen waren „Z wie Zacharias“ von Robert C. O’Brien (von 1974, offenbar 2015 verfilmt, das muss ich mir mal ansehen), „Haus der Treppen“ von William Sleator (ebenfalls 1974) und „Nach dem großen Feuer“ (meine erste Begegnung mit Wolfgang Hohlbein). Und später natürlich der „Herr der Fliegen“ von William Golding. In jüngerer Vergangenheit dann „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins, „Die Verratenen“ (und die beiden Folgebände) von Ursula Poznanski, „Otherland“ von Tad Williams, „The Bone Season“ von Samantha Shannon, „Die Bestimmung“ von Veronica Roth und vermutlich noch ein paar mehr, die mir jetzt aus dem Stand nicht einfallen, nicht alle immer unbedingt von hoher literarischer Qualität, aber damit bin ich bei diesem Genre sehr nachsichtig. Gern genommen: Science Fiction- und Fantasy-Elemente. Insofern habe ich natürlich aufgemerkt, als ich von „Children of Blood and Bone“ hörte. Die Autorin Tomi Adeyemi wird gar von einigen als neue J. K. Rowling gefeiert. Das heißt ja erstmal nix. Aber dass ihre nigerianischen Wurzeln die Grundlage für die Welt sind, in der sie ihre Heldin Zélie ins Abenteuer schickt, hat mich schon interessiert. Der erste Eindruck ist gut. Ich höre das ungekürzte Hörbuch, gelesen von Vanida Karun, und die macht ihre Sache bisher sehr gut.

Kulinarisches
Seit Jahren nehme ich mir vor, einen Rumtopf anzusetzen. Dieses Jahr ist es nun wirklich mal soweit, ich habe mir am Donnerstag ein Pfund Sauerkirschen auf dem Markt gekauft und sie mit Rohrzucker (entsprechend dem Gewicht der entkernten Kirschen), zwei Vanilleschoten, drei Sternanis und ein paar Stücken frischem Ingwer angesetzt. Dazu 54-prozentiger Rum, so dass die Kirschen knapp einen Zentimeter bedeckt sind. Als nächstes kommen Pfirsiche dazu. Das Rezept stammt aus dem WDR-Podcast „Einfach Gote“, der jetzt anscheinend „WDR 2 Jetzt Gote!“ https://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm/jetzt-gote/index.html heißt. Das Rumtopfrezept ist leider nicht mehr online.

Pläne für nächste Woche
Ein paar Termine in der großen Stadt, zweimal Training und am Freitag schon wieder eine Ex-Raid-Einladung, mehr habe ich für die nächste Woche noch nicht auf dem Zettel. Einige zähe Stunden Schreibtischarbeit, die ich mir aber frei einteilen kann, und alles in allem sommerliche Wetteraussichten. Damit kann ich doch was anfangen.

  • Sport. Mir fehlt Bewegung. Um das Knie nicht sogleich in Panik zu versetzen, nehme ich mir erstmal nur das Training vor und vielleicht – vielleicht! – eine kleine Laufrunde. Nur mal um zu gucken, wie es sich anfühlt. Am Samstag oder so.
  • die erste Hälfte des Fading Points abschließen …
  • … und die restliche Strickzeit mit Juneberry verbringen
  • Spinnen zur Fußball-WM bzw. Tour de France, wann immer es passt

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