Weekly Journal – Woche 25

Der kleine April möchte aus dem Juni abgeholt werden!
Wir haben wunderbares Handarbeitswetter – ungemütliche 17 Grad, Wind und strömender Regen aus blauem Himmel. Früher hätte ich das toll gefunden, ich konnte Sommer und insbesondere Hitze nicht leiden. Vermutlich eine Trotzreaktion auf diesen Outdoor-Imperativ – man fühlt sich ja sofort schlecht, wenn man bei schönem Wetter lieber drinnen bleiben und lesen, stricken, Computerspiele zocken oder sonstwas machen möchte. Also, ich jedenfalls. Inzwischen mag ich sogar Hitze und freue mich darauf, dass die Temperaturen nächste Woche wieder in Richtung 26 Grad klettern sollen.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Juneberry ist kaum weitergegangen – abgesehen von dem einen Vormittag im Wartezimmer und jeweils einer Dreiviertelstunde Bahnfahrt zu diesem Arzttermin. Das liegt daran, dass ich momentan sehr viel spinne: die blaue Merino-Nylon-Mischung habe ich gestern beim Deutschlandspiel fertiggesponnen. Also die Singles. Die ruhen jetzt ein, zwei Tage, bevor ich sie verzwirnen kann. Und in der Zwischenzeit … da es gerade so gut läuft mit dem Spinnen, habe ich bei Hilltop Cloud eingekauft, 400 g Fasern für eine Jacke (der grünblaue Kammzug auf dem Foto) und 200 g für ein großes Tuch (der pinkige dahinter). Ich schleiche schon seit längerer Zeit immer mal wieder durch diesen Shop, klicke das Fenster dann aber ganz vernünftig wieder zu, weil ich doch noch Fasern habe. Bloß: mein Faserstash entspricht leider nicht mehr meinem Geschmack und meinem Bedarf. Ich habe mich, als ich mit dem Spinnen vor gut acht Jahren angefangen habe, begeistert mit einzelnen 100g-Merino- und BFL-Kammzügen eingedeckt. Wobei „eingedeckt“ dramatischer klingt als es ist, einmal 200 g und zweimal je 100 g sind da noch, plus ein paar Wensleydale Locken. Überflüssig zu erwähnen, dass diese drei Kammzüge und die Locken so überhaupt gar nicht zusammenpassen. Wenn es nun aber etwas gibt, was ich momentan noch weniger gebrauchen kann, als vereinzelte 100 g Sockenwollstränge, dann sind es vereinzelte 100 g Merino-Kammzüge. Den einen Kammzug habe ich gelegentlich in der Hand, packe ihn dann aber wieder weg, weil mich die Idee, die ich für ihn habe, nicht genügend begeistert. Diese 400 g werden also noch ein Weilchen in ihrer Kiste liegen, bis ich eine Idee für sie habe. Die 400 g von Hilltop Cloud sind bereits relativ konkret verplant, sie sollen eine Cria von Ysolda Teague werden. Ich bin gerade dabei, ein paar Gramm anzuspinnen, um eine Maschenprobe zu stricken. Cria braucht Fingering- bis Sport Weight. Die Fasern sind eine Mischung aus jeweils 25 % Gotland Wolle, Finnischer Wolle, Suri Alpaca und Sojaseide und sehr griffig, sie lassen sich gut ziemlich dünn spinnen, und ich bin ja, was das Zwirnen angeht, Team Navajo. Also dreifädig ohne Rest. Ich hab hier noch ein Knäul Drops Alpaka, die oft für diese Jacke verwendet wird, da habe ich mir als grobe Orientierung, wo ich hin muss, einen Faden auseinandergepuhlt. Sieht machbar aus. Mal gucken, wie sehr das fertige Garn nach dem Waschen aufflufft.

Sport
Ich hab meinem Knie eine Woche Pause gegönnt und war weder beim Training noch laufen. Mir fehlt der Sport, ich muss aber sagen, dass es meinem Knie besser geht. Ich befürchte aber, dass es ihm wieder schlechter gehen wird, wenn ich wieder ins Training einsteige. Ich war beim Orthopäden, was ein ganz und gar unerfreulicher Arztbesuch war, angefangen damit, dass ich mit Termin zwei Stunden warten musste, der hat mir eine Überweisung zum MRT ausgestellt und sonst nichts weiter sagen können, alle Termine, die mir dafür bisher angeboten wurden, sind frühestens Anfang August, und so wie ich diesen Arzt einschätze, wird der auf die MRT-Bilder gucken und sagen: Plica, nützt nix, müssen wir operieren. Bitte erst nach dem 13.10. …
Zur Erbauung habe ich meine Medaillen von den Volksläufen aufgehängt. Ich habe im Netz viel herumgesucht, was es so gibt, um die Dinger einigermaßen ansprechend in Szene zu setzen, und bin auf Allied Medal Hangers gestoßen. Es gibt da verschiedenste Motive und Größen, und die Dame, die durch Wald und Flur läuft, hat mir am besten gefallen. Momentan sehen die sechs vorhandenen Medaillen an dem Ding etwas verloren aus, aber da kommen ja allein dieses Jahr wahrscheinlich noch fünf dazu.

Buch, Bild & Ton
Kühn hat zu tun von Jan Weiler war vor zwei Jahren eins meiner Hörbuch-Highlights, entsprechend erfreut war ich, als ich gesehen habe, dass Herr Weiler nachgelegt hat: Kühn hat Arbeit heißt die Fortsetzung, sie wird wieder vom Autor gelesen und ist wieder sehr fein beobachtet. „Weiler kann Menschen“, schrieb ein Rezensent mal, und genau so ist es. Und im Gegensatz zu anderen Autoren kann er auch vorlesen. Empfehlung! Es ist allerdings ratsam, mit Kühn hat zu tun anzufangen, weil es doch einige Rückbezüge in Nebensätzen gibt, die man sonst nicht versteht.

Kulinarisches + unterwegs
Ihr habt ja schon mitbekommen, dass ich bei Mensa recht aktiv bin. „Mensa ist, was du draus machst“, lautet einer der Leitsprüche, und so gibt es diverse Interessensgruppen, in denen sich die (in Deutschland etwa 13.300) Mitglieder zusammenfinden und Dinge gemeinsam unternehmen. Diese Gruppen, genannt *Special Interest Groups*, werden in der Regel mit SIG abgekürzt, und es ist gewissermaßen ein Sport geworden, möglichst drollige Gruppennamen zu kreieren. Es gibt eine FelSIG (klettern), eine GamSIG (Bergwandern) und sogar eine KlapSIG (BDSM). Die Gruppe zum gemeinsamen kochen und essen heißt EssSIG, und die traf sich am Freitag unter dem Motto „Spargel“. Ich habe ein Risotto beigesteuert, ansonsten gab es einen grünen Spargelsalat mit Heidelbeervinaigrette und Lachs, eine Spargelquiche, klassisch gedämpften Spargel mit Hollandaise und Schinken, und sogar einen Nachtisch mit grünem Spargel und Erdbeeren mit Limettensirup und Vanillesahne. Es war ein sehr netter Abend und ich bin pappsatt und viel zu spät nach Hause gekommen.

Pläne für nächste Woche
In der nächsten Woche habe ich eine ganze Menge Termine, unter anderem eine Businessplanberatung, weil ich mich gerade wieder selbstständig mache, ein paar Arzttermine in der großen Stadt wegen meines Knies und meines Rückens, und am Freitag einen Stammtisch im Nachbarort. Das bedeutet jede Menge Strickzeit in der S-Bahn, mal gucken, wie weit ich komme, also:

  • immer weiter mit Juneberry …
  • am Sonntag gemeinsam mit den Fricklern den Fading Point anschlagen
  • wann immer es passt Fußball schauen und dabei spinnen
  • so langsam mal einen Schlag reinhauen bei meinem *Under The Sea*-Mottokostüm

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