Weekly Journal – Woche 22: Rumpelstilzchen war ein Idiot

Es war diese Woche noch immer sehr warm hier. Die Temperaturen kletterten täglich in Richtung der 30-Grad-Marke, und eigentlich wurde uns schon seit spätestens Mittwoch Gewitter versprochen. Es gab Mutmaßungen, dass das irgendwie mit dem Abstieg der ersten Herrenmannschaft des Hamburger Sportvereins aus der ersten Fußball-Bundesliga in Zusammenhang stehen könnte (einige von euch werden das Drama sicher verfolgt haben), denn seitdem hatte es nicht mehr geregnet. Aber gestern gab es dann endlich eine kleine Abkühlung für Menschen und Natur und den Refill für die Gießkanne ohne Schlepperei.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Der Juneberry-Cardigan wächst, ich mag das Garn, das wird ein total schönes Jäckchen. Ich glaube momentan auch noch daran, dass ich die im Juni fertig kriege: zehn Gramm pro Tag muss ich verstricken, damit das klappt. Das ist viel, aber nicht zu viel.

Nähen
Das Sally-Kleid ist noch in genau dem gleichen Zustand wie letzte Woche. Ich mag bei der Wärme lieber draußen sein, zum Beispiel mit dem Strickzeug auf dem Balkon. Obwohl ich das Kleid echt gut gebrauchen könnte. Wenn das nächste Woche so weitergeht mit dem Hochsommer (und der Wetterbericht sieht danach aus), schleppe ich die Nähmaschine wirklich mal auf den Balkon. Lauter als der Laubbläser des Hausmeisters ist die auch nicht.

Sport
Heute war der zweite Volkslauf des Jahres, und zwar mein Heimspiel: der Arriba-Stadtlauf in Norderstedt. Die Organisation war – wie auch die letzten beiden Jahre – wieder super, die Stimmung auf und neben der Strecke auch. Die Laufstrecke führt durchs Wohngebiet und die Anwohner stehen mit Klatschpappen, Vuvuzelas, Ratschen, guter Laune und Wasserpistolen (für die Läufer, die Abkühlung möchten) vor ihren Häusern und feuern alle an, egal ob sie sie kennen oder nicht. Mir machen diese Laufveranstaltungen wahnsinnig viel Spaß, weswegen ich mich diese Woche für vier weitere angemeldet habe: den Airport-Abendlauf Ende August in unserem schönen Norderstedter Stadtpark (6,9 km – drei Runden um den See), den Sanddornlauf auf Langeoog (5 km) und den „Volkslauf durch das schöne Alstertal“ (4 km), beide im September, und den „Köhlbrandbrückenlauf“ am 3. Oktober (12,7 km). Ob ich in der Lage sein werde, die 12,7 km steil bergauf zu laufen, wird sich zeigen, aber ich will auf diese Brücke mal als Fußgänger rauf und dies könnte eine der letzten Gelegenheiten sein. Und noch ist genug Zeit für Training. Wird schon.

Kulinarisches
„Sie können Früchtetee ja auch kalt zubereiten“, sagte meine Teehändlerin zu mir, „dann muss er halt eine Stunde ziehen.“ Ach so? Ich mag keine gezuckerten Erfrischungsgetränke, und Geschmack kommt bei dem Zeug, das man kaufen kann, meist in Kombination mit Zucker (oder Süßstoff, auch nicht besser). Ich habe einen Sodasprudler, mag aber den Sirup nicht, aus vorgenanntem Grund. Ich stopfe schon hin und wieder geschmacksgebende Zutaten in die Flaschen, wie Zitronenspalten, Minze, Gurken, auch gern in Kombination. Aber dann schmeckt es halt nach Zitrone, Minze, Gurke – auf Dauer auch langweilig. Der Tipp war also sehr nützlich: ich sprudle Wasser auf und gebe passende Menge Früchtetee dazu (Achtung, schäumt! Und: passend ist die Menge, die du auch für heißen Tee verwenden würdest) und stelle es eine Stunde in den Kühlschrank – fertig ist die Sommererfrischung. Wer es nachmachen möchte, schaut bitte nochmal aufs Etikett: es gibt Früchte-Kräutertee-Mischungen, die mit kochendem Wasser aufgegossen werden sollen, da steht dann sowas wie „nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel“, mit denen geht es nicht. Das hängt irgendwie damit zusammen, dass es sich bei Kräutern manchmal um Wildsammlungen handelt, meinte die Dame im Teeladen, genauer konnte sie es mir auch nicht sagen. Ich hab eine reine Früchteteemischung namens „Rhabarberträumchen“ mit Rhabarber, Apfel und Beeren – perfekt.

Dies & Das
Am Mittwoch hatte ich das Glück, einen Arbeitstag in unserer lokalen Brauerei verbringen zu dürfen. Ich habe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten nützlich gemacht und ein bisschen was übers Bierbrauen gelernt. Unter anderem, dass Rumpelstilzchen ein Trottel war (nicht nur wegen der Sache mit dem Kind der Königin): den Treber, der nach dem Läutern der Maische übrig bleibt, kann man total gut zum Brotbacken verwenden, aber dafür muss man eben erst brauen und dann backen. Es ist warm im Braukeller und die Luftfeuchtigkeit ist auch nicht zu verachten – ich hab kurz draußen Pause gemacht und die gewittrige Schwüle war im Vergleich tatsächlich erfrischend. Das Bier mit meiner Beteiligung gibt es dann in etwa fünf Wochen in der Hopfenliebe.

Pläne für nächste Woche

  • Endspurt des Sally-Kleids (habt ihr auch manchmal Déjà-vus?)
  • weiter mit dem Juneberry-Cardigan
  • mich am PailettenPerlenPlunderFAL (FrickelAlong) der Frickler beteiligen
  • 3x laufen. Köhlbrandbrücke. Wissterbescheid.

Ein Gedanke zu „Weekly Journal – Woche 22: Rumpelstilzchen war ein Idiot

  1. Deine Begeisterung über diese organisierten Läufe lässt mich glatt überlegen, das auch mal zu probieren. (Mein heute begonnenes neues Trainingsprogramm sieht einen 5km und einen 10km-Lauf als Zwischencheck vor…)

    Nähziele sind bei mir gerade ganz schlimm. Dabei wäre ein leichtes Sommerkleid jetzt genau richtig.

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