I like to move it, move it …

hks_voliere

Nun ja, eigentlich nicht. Aber was soll man machen, wenn sich die akustischen Eigenschaften des 1923 gebauten Hauses ganz ungünstig mit den Lebensgewohnheiten des ein Vierteljahr nach dem Einzug aus dem Schrebergarten zurückkehrenden Alkoholikerrentnern in der Wohnung direkt über mir ergänzen? Eben, man freut sich, in einer Baugenossenschaft zu sein, guckt sich ein paar Wohnungen an, ist möglichst wenig zuhause und zählt die Tage bis zum Umzug. Der hat nun am letzten Wochenende stattgefunden. Und lief auch super, denn die Panne ist kurz vorher passiert: der Maler hat die Küche wegen eines Zahlendrehers in der Farbnummer nicht gelb, sondern worst-case-lachsrosa gestrichen, und das habe ich erst am Morgen des Umzugstages gesehen, weil er am Abend vorher erst fertig geworden ist.

Die neue Wohnung ist auch in Barmbek, nur zwei Kilometer von der alten entfernt, was schön ist, weil ich so in „meinem Kiez“ bleiben kann. Sie ist im dritten Stock, über mir nur Dachboden, keiner mehr, der mir auf dem Kopf herumtrampelt. Die Vormieterin ist 94jährig verstorben und hat sehr lange in der Wohnung gewohnt – das Haus ist Baujahr 1954, und sie muss seit den Sechzigern hier gewohnt haben. Entsprechend sah es hier aus: Mustertapeten (leider kaputt und vergilbt, ich wollte eigentlich gern jeweils DIN A 4 große Stücken retten, rahmen und in den Flur hängen, aber da war nichts zu machen). Teppich auf allen Böden (glücklicherweise nicht vollflächig verklebt). Alte Elektrik und alte Küchenausstattung, alte Fliesen, Nachtspeicheröfen zusätzlich zur normalen Heizung in zwei Räumen. Die Baugenossenschaft hat einen Monat lang gearbeitet, ich habe die Fußböden schleifen und versiegeln lassen und mit der Renovierung zum ersten Mal in meinem Leben einen Maler beauftragt. Der hat die Wände wunderbar gespachtelt und gestrichen und den „Abstellraum“ auf dem Bild – Garderobe, Voliere, Alkoven, ich habe mich noch nicht für einen Namen entschieden – tapeziert.

Nun steige ich noch ein paar Tage über Kartons, suche Dinge, die eben noch da waren und versuche, mir nicht die Hüfte an den auf dem Flur zwischengelagerten Küchenschränken blau zu schlagen. Ich werde hier noch ein halbes Jahr lang immer wieder Handwerker und Staub und Dreck haben, denn das Haus wird energetisch saniert und ich bekomme im Zuge dessen eine Lüftungsanlage in Küche und Bad, neue Fenster und – most important! – einen Balkon. Kann sein, dass das ein bisschen nervig wird. Aber es ist erstens zeitlich begrenzt, und schlimmer als meine alten Nachbarn wird es nicht sein.

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