Tausend Fragen – 321 bis 340

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Über Gedanken- und – mehr noch – über Rücksichtslosigkeit.
Und über Ungerechtigkeit.

342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Vermutlich länger, als man meint, aber irgendwann ist Schluss.

343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Zufrieden bin ich mit allen, die gerade nicht wehtun, nicht aus Jeans zu quellen versuchen, Wasser einlagern, Pickel ausbrüten, im Dunkeln Möbelkanten finden … also mit allen, die sich still und leise verhalten, so still und leise, dass sie mir gerade gar nicht in den Sinn kommen.
Ah warte, mein Gehirn finde ich voll gut. Und meine Lunge.

344. Womit hältst du dein Leben spannend?
Mein Leben ist von ganz allein spannend, ich suche seit Jahren händeringend nach einer Möglichkeit, es etwas weniger spannend zu halten – zumindest von Zeit zu Zeit.

345. Kannst du unter Druck gute Leistungen erbringen?
Zeitdruck: ja. Psychischer Druck: nein.

346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Besonders angenehm? Keine. Jetzt ist okay.

347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
Ja. Und darüber hinaus möchte ich darüber gar nicht nachdenken, denn da kann nichts Gutes bei herauskommen.
Na gut, jetzt mache ich es natürlich doch. Meine erste Assoziation waren selbstfahrende Autos, die entscheiden müssen, ob sie den Neunzigjährigen mit dem Rollator überfahren oder in eine Gruppe Kindergartenkinder rasen. Und dann der Weichenstellerfall.

348. Hast du immer eine Wahl?
Nur theoretisch.

349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Alle.

350. Wie hättest du heißen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Als Kind und Jugendliche (die zudem häufig nach dem Verbleib von Romeo gefragt wurde) hatte ich alle zwei Wochen einen neuen Wunschnamen parat. Diese Liste erspare ich euch.

351. Wie eitel bist du?
Oh, schon sehr, glaube ich.

352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?
Meinem Herzen. Der Verstand weiß es hinterher nur gut zu verkaufen.

353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?
Das größte war in letzter Zeit wohl der Schritt in die Selbstständigkeit. Das jüngste der Schritt vor die Haustür heute früh … die Welt ist ein gefährlicher Ort, besonders im Straßenverkehr.

354. Übernimmst du häufig die Gesprächsführung?
Nein, nicht häufig.

355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?
Lisa aus den Simpsons? Ich kann zumindest ein bisschen Saxophon spielen und bin ein Klugscheißer.

356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?
Gutes Essen und Getränke.

357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?
Es kommt ein bisschen darauf an, von wem, aber die meisten machen mich misstrauisch.

358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?
Ausreichend mit unvernünftigen Aussetzern.

359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?
Das ist privat.

360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
Allein oder mit dem Liebsten, an einem Ort statt herumreisend, ruhig, gern am Meer.

Quelle: Flow-Magazin

Weekly Journal – Woche 8

Wo ist die Zeit hin? Ich sitze hier – am Sonnabend Morgen – und bereite diesen Wochenrückblick vor, und es fühlt sich an, als hätte ich eben erst die Woche 7 online gestellt. Und jetzt will ich schon den nächsten schreiben. Hab ich denn irgendwas von dem, was ich mir vorgenommen habe, geschafft?
Naja. Ich habe allerhand geschafft. Zum Beispiel habe ich in einem Anfall von schönwetterinduziertem Tatendrang den Balkon frühlingsfein gemacht. Das hatte ich zwar erst für nächste oder übernächste Woche auf dem Zettel, aber nun ist es erledigt. Stand aber halt nicht auf der Liste. Es sieht in den Töpfen noch immer trist aus (ich habe einen schon mit Saatgut versorgt, es gibt dieses Jahr wieder in erster Linie Bienenweide und ich denke, diese Pflanzen vertragen es, Ende Februar gesät zu werden), aber Laub und Schmodder und Sonnenblumenkernspelzen sind beseitigt, Minze und Estragon sind von trockenen Stängeln befreit und die Petersilie hat einen pfiffigen Kurzhaarschnitt.

Stricken & Häkeln
Die Cria wollte ich bis zu den Tascheneingriffen weiterstricken, das habe ich auch geschafft. Es bleiben jetzt noch 39 Reihen, dann kann ich den Körper abketten und die Ärmel anfangen. Handgestoppt brauche ich für eine Reihe gute zehn Minuten, da kann ich also noch sechseinhalb Stunden Strickzeit veranschlagen. Klingt nach einer (ambitionierten) Aufgabe für die nächste Woche.
Außerdem wollte ich den ersten Lord Varys Socken fertig bekommen. Ich sage mal: consider it done. Es fehlen nur noch wenige Reihen an der Spitze, das mache ich gleich noch, wenn ich diesen Eintrag hochgeladen habe.

Spinnen
Vielleicht war es ein wenig optimistisch, mir vorzunehmen, schon mit dem Verzwirnen anzufangen, zumal ich es mag, wenn die Singles ein paar Tage Ruhe haben, bevor sie verzwirnt werden … aber der dritte Kammzug ist fertig versponnen. Three down, one to go. Game of Thrones Staffel 4 liegt schon bereit. (Soll ich dazu unter Buch, Bild & Ton mal was sagen? Ich bin unschlüssig, weil es dazu mehr als genug im Netz zu finden gibt. Es gefällt mir ganz gut, wenn es mir auch an einigen Stellen unnötig explizit erscheint – das reicht aus meiner Sicht, oder was meint ihr?)

Sport
Ich war dreimal laufen, es ist Woche 3 des 10K Trainingsprogramms von Zenlabs Fitness, ich laufe und walke abwechselnd jeweils 90 Sekunden bzw. jeweils 3 Minuten, für insgesamt eine knappe halbe Stunde. Es macht mir Spaß und kostet mich nicht einmal abends, wenn es schon dunkel ist, ernsthaft Überwindung. Ich habe schon mal nach Laufterminen dieses Jahr geschaut und mich zu meinem „Heimspiel“ – dem Arriba Stadtlauf – angemeldet. Gemerkt habe ich mir den Hammer Lauf Mitte April (Hamm wie der Stadtteil von Hamburg, nicht die Stadt in NRW) und den Rostocker Citylauf Mitte Mai, weil die beide wirklich schön und gut organisiert waren. Am Wochenende nach dem Rostocker Citylauf ist dann der BKK Mobil Oil RUN FUN DAY, von dem ich noch nie was gehört habe, ebenfalls in Hamburg. Am 15. Juni ist dann der große Women’s Run im Hamburger Stadtpark, da warte ich mal ab, was es dieses Jahr für ein Motto gibt – sollte es wieder verbale Selbsterniedrigung à la „Glitzerflitzer“ oder „Rennschnecke“ geben, bin ich raus. „Streckenkönigin“ und „Motivationswunder“ fand ich als Motto und T-Shirt-Aufschrift in Ordnung, „Laufperle“ so lala. „Selbstläuferin“ hätte ich letztes Jahr gut gefunden, aber das hat es nicht einmal in die Top 5 geschafft – es gibt nämlich eine Abstimmung. Na, schauen wir mal. Darüberhinaus liebäugle ich mit dem Langeooger Abendlauf am 18. Juli. Und Ende August ist dann nochmal der Airport Abendlauf hier im Norderstedter Stadtpark, der ist im Grunde gesetzt. Ich melde mich halt nur noch nicht an, weil ich dem Frieden in meinem Knie nicht traue.

Kulinarisches
Fischlastig war‘s diese Woche! Es gab zwei Klassiker und eine Neuentdeckung.
Am Dienstag haben wir Labskaus nach dem Rezept aus dem Kuriositätenladen gegessen, diesmal mit Bismarckhering. Ich weiß, dass sich einige vor Labskaus gruseln. Zu Unrecht, schaut euch das Rezept an, da steht nirgendwo „was ihr halt so rumliegen habt“. Für mich ist es Soul Food, und es lässt sich obendrein wunderbar aus dem Vorrat zaubern.
Am Donnerstag ist bei uns Markt, da gibt es einen sehr guten Fischstand. Ich habe also Seelachsloins im Angebot gekauft und sie auf Kräuter-Cidre-Kartoffeln im Ofen gegart. Das ist auch ein sensationell simples Rezept, im Original sind es Fischkoteletts auf Kräuter-Wein-Kartoffeln, ich hab bisher immer Filets verwendet und statt Wein meistens Cidre. Und, weil Winter, eine TK-Kräutermischung. Oh, und die Zwiebelmenge hab ich verdoppelt, weil ofengeschmorte Zwiebeln einfach lecker sind. Das Rezept lässt sich ohnehin gut abwandeln, man kann noch andere Gemüse unter die Kartoffeln mischen (Cherrytomaten zum Beispiel), sich durch verschiedenste Kräuter probieren und die Flüssigkeit variieren (wobei ich Cidre da schon ziemlich gut finde)
Die Neuentdeckung war das Rezept Rotbarsch mit scharfer Mangosauce wie das vorherige Rezept auch aus dem Fish Basics von GU (ich glaube, ich erwähnte schon, dass ich die Basic-Reihe sehr mag, oder?) Statt Rotbarsch haben wir wieder Seelachs verwendet, die Mango kam aus dem Tiefkühler (da sie ohnehin püriert wird, stört die leicht glibberige Konsistenz des TK-Obsts nicht) und statt Sahne haben wir Kokos Cuisine verwendet, das passte auch sehr gut.

unterwegs
Am Samstag war wieder mal ein Pokémon-Event: von 11 bis 14 Uhr gab es etwas Besonderes zu fangen, das Wetter war wunderbar, und so war der Stadtpark voll mit Spielern. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie einfach dieses Spiel Brücken zwischen völlig unterschiedlichen Menschen schlägt. Rentner und Siebenjährige diskutieren auf Augenhöhe über die besten Konter gegen einen wetterverstärkten Raidboss und geben sich Tipps zum Fangen (meistens die Siebenjährigen den Älteren). „Aber ist es denn nicht traurig, dass die jungen Leute ihr Handy brauchen, um nach draußen zu gehen? Ich finde das traurig!“ sagte eine Frau neulich zu mir, die sich im Café über „diese Pokémonleute“ aufregte. Ich finde das genauso wenig traurig wie Leute, die sich einen Hund anschaffen, damit sie mehr Bewegung kriegen, die stundenlang eine Schnur an einem Stock ins Wasser hängen, die versuchen, große Metallkugeln möglichst nah an eine kleine Holzkugel zu werfen, die in den Park gehen, um ihre plärrenden Kleinkinder auszulüften, die mit GPS-Geräten versteckte Kleinbildfilmdosen suchen, die rennen, radfahren, Fußball spielen oder einfach nur in der Sonne sitzen. Was die Leute nach draußen treibt, ist doch völlig egal. Ich versuche, wenn jemand in meiner Nähe darüber schimpft, eine andere Perspektive anzubieten. Und erzähle dann, dass wir uns vor dem Community Day auch schon mal zum Frühstück getroffen haben. Dass da in den zweieinhalb Jahren, die es das Spiel jetzt gibt, sehr nette Bekanntschaften entstanden sind und man sich längst nicht mehr nur über das Spiel unterhält. Manchmal höre ich „Hm, so habe ich das noch gar nicht gesehen“ und freue mich. Manchmal merke ich, dass da jemand nur meckern will. Dann beende ich das Gespräch mit dem Hinweis auf den nächsten Community Day und der Empfehlung, sich dann am 23. März zwischen 11 und 14 Uhr vielleicht einfach woanders „mit der Natur zu verbinden“.

Pläne für nächste Woche
Den Körper der Cria fertig stricken! Ansonsten den vierten Scandi Blend Kammzug spinnen und die Lord Varys Socken unterwegs bearbeiten.
Den kurz nach Veröffentlichung des letzten Wochenrückblicks gefassten Vorsatz mit den neun Stunden Schlaf wieder in den Fokus rücken. Mittwoch bis Freitag Agentur. Keine darüber hinaus gehenden externen Termine außer Dart am Dienstag gegen HSV3 (für mich quasi ein Heimspiel, denn keine andere Spielstätte liegt näher für mich). Klingt nach einer entspannten Woche – drückt mir die Daumen …

Tausend Fragen – 321 bis 340

321. Was gibt dem Leben Sinn?
Sich nützlich zu fühlen.

322. Was hättest du gern frühzeitiger gewusst?
Dass ich überdurchschnittlich intelligent bin. Vielleicht hätte ich mich dann für weniger dumm gehalten, mir mehr zugetraut und mich weniger kleinmachen lassen. Vielleicht.

323. Wie alt fühlst du dich?
Zwischen Mitte zwanzig und Mitte sechzig, je nach Tagesform.

324. Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?
Mich, seitenverkehrt.

325. Kannst du gut zuhören?
Ich denke das manchmal, aber ich glaube, das stimmt nicht, dafür bin ich zu ungeduldig. („Ja. Weiß ich schon. Komm zum Punkt!“ sage ich nie. Naja doch: mit den Augen.)

326. Welche Frage wurde dir schon zu häufig gestellt?
Keine. Womöglich bin ich geduldiger, als ich gedacht habe.

327. Ist alles möglich?
Nein! Und hört auf, die Leute das glauben zu machen!

328. Hängst du an Traditionen?
Ja, an meinen persönlichen.

329. Kennt jemand deine finstersten Gedanken?
Ich glaube, der Liebste hat eine vage Idee, aber sonst: nein, niemand außer mir.

330. Wie sieht für dich der ideale Partner aus?
Es ist weniger das Aussehen …

331. Wonach sehnst du dich?
Sicherheit.

332. Bist du mutig?
Ja, das denke ich doch. Ich bin jedenfalls sehr ängstlich und überwinde mich ständig, und Angst ist die Bedingung für Mut.

333. Gibt es für alles einen richtigen Ort und eine richtige Zeit?
Für vieles, aber sicher nicht für alles.

334. Wofür bist du dir zu schade?
Mich wie eine Leibeigene behandeln zu lassen.

335. Könntest du ein Jahr ohne andere Menschen aushalten?
Vermutlich schon, aber ich wäre danach kaputt.

336. Wann warst du zuletzt stolz auf dich?
Als ich mich zum Laufen aufgerafft habe, obwohl es draußen kalt und dunkel und doof war.

337. Bist du noch die Gleiche wie früher?
Nein, um Himmels Willen!

„Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ‚Sie haben sich gar nicht verändert.‘ ‚Oh!‘ sagte Herr K. und erbleichte.“ (Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner)

338. Warum hast du dich für die Arbeit entschieden, die du jetzt machst?
Weil ich sie mag und weil ich sie kann.

339. Welche schlechte Angewohnheit hast du?
Ich falle ins Wort. Zu oft. Manchmal kann ich es unterdrücken (das ist dann was für Frage 336)

340. Verfolgst du deinen eigenen Weg?
Naja, ich eiere so rum …

Quelle: Flow-Magazin