Tausend Fragen – 261 bis 280

261. Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?
Ich glaube, mir ist nicht das Thema wichtig, sondern die Art, wie das Gespräch geführt wird. Ich mag Gespräche, bei denen man am Anfang noch nicht voraussagen kann, wo man Stunden später rauskommen wird.

262. Kannst du leicht Fehler eingestehen?
Ja, wenn ich sie denn als Fehler sehe. Zähneknirschend manchmal, aber das war ja nicht die Frage.

263. Was möchtest du nie mehr tun?
In einem Nine-to-Five-plus-X-Job unsinnige Anweisungen befolgen.

264. Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?
Ein Charakteristikum meines Gemütszustands ist leider, dass er recht häufigen Schwankungen unterliegt.

265. Sagst du immer die Wahrheit?
Gibt es denn die Wahrheit? Ich versuche es, schaue aber, dass ich keinen allzu großen Schaden anrichte.

266. Was bedeutet Musik für dich?
Nicht mehr so viel wie früher, da war sie identitätsstiftend. Aber noch immer viel. Ich höre täglich Musik, die ich immer sorgfältig auswähle und der Stimmung anpasse, und ich möchte nicht ohne leben müssen.

267. Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht?
Nein, so viel schauspielerisches Talent habe ich gar nicht.

268. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?
Ich arbeite gern allein an einem Teilbereich eines Projekts, der dann mit den Arbeiten der anderen Teammitglieder zusammengefügt wird. Ich sammle auch gern Ideen mit den anderen und feiere den Erfolg des Projekts. In meinen Teilbereich lasse ich mir aber ungern über die Schulter schauen geschweige denn reinreden.

269. Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?
Siehe Frage 275

270. Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selber nicht?
Ich empfinde gar keine unverständliche Verliebtheit.

271. Denkst du intensiv genug über das Leben nach?
Ja, ich finde sogar, dass ich es damit manchmal übertreibe.

272. Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber sehr unsicher?
Ja, sehr, aber ich verstecke das, so gut ich kann.

273. Bist du autoritätsgläubig?
Nicht per se. Ich unterscheide zwischen Autorität und autoritär. Vieles, was mir bisher als Autorität vorgesetzt wurde, war lediglich autoritär, und da wird’s dann schwer mit dem Glauben und vor allem mit dem Respekt.

274. Bist du gern allein?
Ja, sehr gern.

275. Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?
Puh … so grundlegend gleich? Ich weiß es nicht. Ich glaube manchmal: erschreckend wenige. In vielen meiner großen Entscheidungen war ich beeinflusst, aber ich bereue sie nicht und ich halte das auch nicht für sonderlich ungewöhnlich. Es fallen mir jedoch einige Situationen ein, in denen ich im vorauseilendem Gehorsam gar nicht erst versucht habe, meine Interessen durchzusetzen. Zum Beispiel, indem ich mich nicht für ein Psychologiestudium beworben habe, weil die Plätze damals von der ZVS vergeben wurden und ich sonstwo hätte landen können, was meinen Eltern nicht gefallen hätte. Ich habe mein 3,0er-Abi als Grund vorgeschoben. Ja, vielleicht – wahrscheinlich – wäre ich gescheitert. Aber ich hätte es zumindest versuchen sollen. Das ist dann wohl auch die Antwort auf Frage 269.

276. Welchen guten Zweck förderst du?
Aktuell Arjan, der dieses Jahr am Tribühne-Triathlon teilnimmt und daraus eine Spendensammlung für Obdachlose in Norderstedt macht. Ich mache die Grafik. Mehr hoffentlich demnächst unter arjanloopt.de (die Webseite mache ich nicht, insofern weiß ich gerade nicht, wie da der Stand ist)

277. Wie sieht dein Traumhaus aus?
In der Nachbarschaft steht eines, das dem zumindest äußerlich ziemlich nahe kommt, ich idealisiere mal: es ist aus roten Klinkern und hat ein Walmdach und zweifarbig lackierte Fensterrahmen und -läden. Sprossenfenster natürlich, in denen in der Adventszeit Herrnhuter Sterne hängen (die kleinen). Es liegt etwas erhöht am Ende einer wenig befahrenen Straße, hinter dem Haus fällt das Grundstück zu einem See hin ab. Es gibt einen Bootssteg, es ist ein etwas größerer See. Das Grundstück ist umgeben von einem Friesenwall, der mit Kartoffelrosen, Lavendel und Steinkraut bepflanzt ist. Am Vordach über der Haustür wuchert Blauregen. Im Vorgarten wachsen ein Feuerdorn und eine Magnolie, in ersterem haust ein Spatzenschwarm. Hinter dem Haus ist eine Terrasse mit Blick auf den See und einen kleinen Gemüsegarten sowie einem eingezäunten Bereich, der von drei Hennen und einem Hahn bewohnt wird. Die nächsten Nachbarn sind etwa hundert Meter entfernt. Das Haus selber hat im Erdgeschoss eine nicht übertrieben große Küche mit einer Durchreiche zur Essecke im Wohnzimmer, in dem es einen Kaminofen gibt. Außerdem ist im Erdgeschoss noch ein Bad mit Badewanne und ein Gäste-WC. Im ersten Stock gibt es zwei benachbarte Schlafzimmer und ein großzügiges, helles Arbeitszimmer. Das Dachgeschoss ist ausgebaut, an der Stirnwand ist eine Leinwand angebracht, die als Heimkino dient. Die Garage ist zur Fahrradwerkstatt ausgebaut, im Keller gibt es einen Vorratsraum und eine kleine Sauna. Durch einen separaten Ausgang kommt man von dort zu einer Dusche im Garten, und wenn man mag, ist da ja auch noch der See.

278. Machst du leicht Versprechungen?
Anderen nicht, aber wenn, halte ich sie.
Mir selbst nur allzu leicht, und ebenso leicht breche ich sie.

279. Wie weit gehst du für Geld?
Zu weit, wenn ich mir meine Konsumgewohnheiten anschaue. Wenn ich es nicht zahle, zahlt es jemand anderes (nicht zwangsläufig ein Mensch)

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?
Hm. Wenn es nicht zu meinem Nachteil ist, fällt es mir nicht als eigensinnig auf. Finde den Fehler.

Weekly Journal – Woche 4

Die Woche begann früh – der Liebste hatte den Wecker am Montag auf 5:30 Uhr gestellt: es gab einen Blutmond zu bestaunen. Und – anders als zu allen Sonnen- und Mondfinsternissen der letzten Zeit – bestand die Aussicht auf gute Sicht. Am Abend zuvor war Nebel aufgezogen, weswegen ich skeptisch war, aber am Morgen war es klar. Wir haben also dabei zugesehen, wie der Mond seine letzten paar Kilometer in den Schatten der Erde gewuchtet hat, und kurz, ganz kurz, habe ich darüber nachgedacht, was ich alles schaffen könnte, wenn ich jetzt einfach wach bleiben würde. Dieser Gedanke hat mich so erschöpft, dass ich mich direkt wieder hingelegt habe.

Stricken & Häkeln
Cria ist jetzt ein prima Bolerojäckchen ohne Ärmel. Ich habe nicht viel dran gestrickt, eigentlich nur während des Facetime-Stricktreffs mit Susanne, und es tut der Motivation ungemein gut, wenn man das Teil in regelmäßigen, wenn auch nicht zu kurzen Abständen mal anprobiert, um zu staunen: es wächst ja doch. Langsam, aber stetig. Und es wird schön. Glaube ich. Also weiter geht‘s.
In der U-Bahn war ich auch fleißig, die Ferse des zweiten Breamore-Socken ist fertig, ab jetzt geht es nur noch geradeaus – das sollte nächste Woche zu schaffen sein.

Spinnen
Die zweite Staffel Game of Thrones und der dritte Kammzug der Scandi-Blend. Also, noch nicht fertig, aber in Arbeit. Inzwischen habe ich mich mit den verklebten Fasern arrangiert und mache einfach stur immer weiter. Es macht sogar Spaß, ich spinne momentan total gern. Ich habe noch einen bunten 100g-Kammzug, der Mützengarn werden könnte. Sollte ich zwischendurch ein schnelles Erfolgserlebnis brauchen: es sind noch zwei Spulen frei. Aber momentan bin ich mit meinen Sisyphos-Fasern ganz zufrieden.

Sport
Am Montag habe ich das Training abgesagt, ich konnte vor Rückenschmerzen kaum stehen. Ich habe Orthopäden durchtelefoniert und einen Termin für den 11.2. bekommen. 2019. Mit Schmerzen drei Wochen warten, yay. Mittwoch war es besser, aber noch nicht gut. Ich konnte weitestgehend schmerzfrei stehen, mich aber nicht bücken. Und beim Touchdown-Tanz, der momentan noch auf dem Trainingsplan steht, muss ich runter. Zackig. Also nochmal pausiert und so oft es ging gedehnt und entspannt. Ich hoffe, nächste Woche geht‘s wieder, sonst verliere ich wieder den Anschluss. Mein Schrittzähler ist auch nicht zufrieden mit mir, aber gehen und stehen macht momentan Rückenschmerzen. Meine Yogamatte hat mich nicht ganz so oft gesehen, wie ich mir vorgenommen hatte. Die „jeden Morgen Sonnengrüße“-Routine taugt nur für Homeoffice-Tage, an Tagen, wo ich früh zum Kunden muss, macht es mir den Morgen zu voll. Mehr als x Tasks möchte ich nicht haben, bevor ich das Haus verlassen muss, und „dann steh doch einfach eine halbe Stunde früher auf“ ist auch nur eine theoretische Lösung, die mich nicht da abholt, wo ich bin. Natürlich könnte ich mich dazu zwingen, aber ich habe ja irgendwann kürzlich beschlossen, dass ich zukünftig lieber mit mir statt gegen mich arbeiten will, also brauche ich eine andere Idee.

Buch, Bild & Ton
Ich habe seit meiner Schulzeit ein sehr großes Herz für Heinz Rudolf Kunze. Ja, ich weiß. Ich stoße da auch regelmäßig auf Unverständnis. Viele kennen nur Mit Leib und Seele und Dein ist mein ganzes Herz und achten nicht wirklich auf die Texte. Dabei sind die so viel besser als die Musik. Sehr gern mag ich deswegen auch die Alben mit den gesprochenen Texten Sternzeichen Sündenbock und Der Golem aus Lemgo. Ja, man merkt, dass der Mann Lehrer ist, manchmal ist der erhobene Zeigefinger unübersehbar. Das hat mich aber nie gestört. Als der SV Werder Bremen diese Woche auf den Social Media Kanälen das neue Jubiläums-Album Lauter Werder ankündigte, habe ich mal ein Ohr riskiert. Da ist viel schlimmes Zeug drauf, aber – und das hat mich überrascht – Das ist mein Verein von Kunze. Jetzt mag ich ihn noch lieber (obwohl das Stück jetzt nicht so das Textjuwel ist, aber welche Fußballhymne ist das schon)

unterwegs
Es wurden Tickets gebucht. Ende Februar werde ich noch einmal für einen weiteren Coaching-Termin nach Bielefeld fahren, und unser Jahresurlaub wird dieses Jahr nicht an der Nordsee stattfinden, sondern am Mittelmeer. Genauer: auf Mallorca. Ich war noch nie dort und freue mich schon sehr, obwohl es erst im September soweit ist. Überlege, wie ich mir bis dahin ein bisschen spanisch draufschaffe. „Aber auf Mallorca sprechen sie doch alle gut genug deutsch.“ Ja, weiß ich. Es geht auch nicht darum, dass ich Sorge habe, mich nicht verständigen zu können. Sondern darum, eine Sprache zu lernen (mehr Skills, yay!) und im echten Leben ausprobieren zu können. Außerdem hab ich versucht, mir die ersten Events des diesjährigen Mensa-Jahrestreffens zu sichern, was sich schwierig gestaltete, weil der Server relativ promt unter der Last der Anfragen zusammenbrach und ein paar Stunden down war. Am späten Nachmittag ging dann alles wieder und ich konnte alle Veranstaltungen buchen, die ich haben wollte.

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag beim Kunden, ein voller Tisch im Home Office – so weit wie letzte Woche. Am Donnerstag vielleicht abends der English Chat, am Samstag eine Geburtstagseinladung. Zuhause an der Cria weiterstricken und die Scandi-Blend spinnen (immer, wenn ich das Wort „spinnen“ schreibe, bietet das iPad mir an, es durch ein Spinnen-Emoji zu ersetzen und ich kriege einen kleinen Schreck. Ich möchte nicht wissen, wie viele Geräte bereits von Menschen mit einer ausgeprägteren Spinnen-Phobie als meiner an die Wand geworfen wurden. Aber vielleicht schreiben andere Leute auch nicht so oft „spinnen“ wie ich 🕷) und unterwegs den Breamore-Socken. Der soll diese Woche fertig werden.

Tausend Fragen – 241 bis 260

241. Fühlst du dich im Leben zu etwas berufen?
Leider nein, ich suche noch.

242. Bist du nach etwas süchtig?
Nein.

243. Wessen Tod hat dich am meisten berührt?
Ich hab noch niemanden verloren.

244. Wie würde der Titel deiner Autobiographie lauten?
Es war nicht alles schlecht.

245. In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest?
Mal mehr, mal weniger. Aber die Richtung stimmt.

246. Wann muss man eine Beziehung beenden?
Wenn sie das Leben dauerhaft schlechter macht statt besser.

247. Wie wichtig ist dir deine Arbeit?
Ich mag sie. Und sie finanziert mir mein Leben. Das ist wichtig, aber wir wollen es mal nicht übertreiben.

248. Was würdest du gern gut beherrschen?
Meine Poi.

249. Glaubst du, dass Geld glücklich macht?
Jein. Vielleicht macht es nicht glücklich, lenkt aber hinreichend vom Unglücklichsein ab.

250. Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden?
Ja. Immer.

251. In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut?
In keiner. Bei allem, was ich mache – laufen, Dart, Cheerdance, Yoga, gelegentlich schwimmen – gibt es noch viel Luft nach oben.

252. Heuchelst du häufig Interesse?
Nee, zum Glück muss ich das nicht, es ist genug echtes Interesse da.

253. Kannst du gut Geschichten erzählen?
Weiß nicht. Kann ich?

254. Wem gönnst du nur das Allerbeste?
Meinen Liebsten.

255. Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst?
Ich hätte gern früher von meiner Hochbegabung erfahren.

256. Kannst du dich gut ablenken?
Leider viel zu gut…

257. In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten.
In bequemer Kleidung, die dem Anlass angemessen ist.

258. Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde?
Da gibt es nichts – mir kann grundsätzlich alles passieren.

259. Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören?
Nö, eher nicht.

260. Wer nervt dich gelegentlich?
Jeder, ich selbst eingeschlossen.

Quelle: Flow-Magazin