Sie haben Ihr Ziel erreicht.

fbmEs ist wieder Dart-Sommerliga. Wir spielen wieder mittwochs in fast identischer Besetzung, aber in einer anderen Spielstätte und daher auch unter einem anderen Namen – letztes Jahr hießen wir „Dart inner Bodega (DiB)“, und da wir nicht mehr „inner Bodega“ spielen, sondern in Marios „unabsteigBAR“, heißen wir jetzt „Frühstück bei Mario (FBM)“. Über die Bedeutung des Wortes „Frühstück“ im Dart habe ich ja unter anderem in meinem etwas länglichen Dart-Eintrag im März gesprochen: die meisten Darter zielen, um möglichst viele Punkte zu erzielen, auf die Triple-20, denn das ist das „wertvollste“ Feld. Direkt nebenan sind die 1 und die 5, und nicht selten biegt mal ein Dart oder auch zwei ab, so dass „26“ ein recht häufiger Score ist. Der Name, sagte man mir, leitet sich von der Häufigkeit ab. Frühstück kommt schließlich auch oft vor. Ich hab aber auch schon gehört, dass er sich auf den historischen Preis für Bed ’n‘ Breakfast (two shillings and a sixpence oder two and six) bezieht. Was mir wahrscheinlicher erscheint, denn wenn ich mich in meinem Umfeld so umgucke, kommt richtiges Frühstück unter der Woche eher selten vor. Da wäre „Latte Macchiato in der U-Bahn“ die passendere Bezeichnung. Für mich ist das ja nichts: ohne Frühstück aus dem Haus. Aber ich schweife ab.
In der letzten Sommerligasaison habe ich fast nur auf die Mütze bekommen. Hin und wieder mal ein Leg – also einen Satz – gewonnen, aber nie das ganze Match. Einerseits hatten wir die Staffel mit den Cracks erwischt, andererseits war ich komplette Anfängerin. Diese Saison läuft es besser. Ich habe etwa die Hälfte meiner Spiele gewonnen und wir sind momentan in der Tabelle auf Platz drei (von acht). Die ersten beiden Mannschaften der insgesamt vier Staffeln kommen ins Finale, und diese Saison ist das für uns wirklich erreichbar. Und mein persönliches Ziel – abgesehen von „viel Spaß haben“ – habe ich auch schon erreicht: ich hatte mir vorgenommen, in die Sonderleistungsliste zu kommen – Postion egal. Hauptsache, mein Name steht drin. Sonderleistungen – in Kürze: jeder Highscore (180 Punkte), möglichst wenige Würfe brauchen (24 Darts oder weniger), High Finishes ab 100. Ich habe am letzten Spieltag 113 ausgeschossen und teile mir jetzt mit acht anderen Platz 58. Auf dem Papier hab ich das Spiel zwar 1:2 verloren, aber gefühlt hab ich’s gewonnen!

I like to move it, move it …

hks_voliere

Nun ja, eigentlich nicht. Aber was soll man machen, wenn sich die akustischen Eigenschaften des 1923 gebauten Hauses ganz ungünstig mit den Lebensgewohnheiten des ein Vierteljahr nach dem Einzug aus dem Schrebergarten zurückkehrenden Alkoholikerrentnern in der Wohnung direkt über mir ergänzen? Eben, man freut sich, in einer Baugenossenschaft zu sein, guckt sich ein paar Wohnungen an, ist möglichst wenig zuhause und zählt die Tage bis zum Umzug. Der hat nun am letzten Wochenende stattgefunden. Und lief auch super, denn die Panne ist kurz vorher passiert: der Maler hat die Küche wegen eines Zahlendrehers in der Farbnummer nicht gelb, sondern worst-case-lachsrosa gestrichen, und das habe ich erst am Morgen des Umzugstages gesehen, weil er am Abend vorher erst fertig geworden ist.

Die neue Wohnung ist auch in Barmbek, nur zwei Kilometer von der alten entfernt, was schön ist, weil ich so in „meinem Kiez“ bleiben kann. Sie ist im dritten Stock, über mir nur Dachboden, keiner mehr, der mir auf dem Kopf herumtrampelt. Die Vormieterin ist 94jährig verstorben und hat sehr lange in der Wohnung gewohnt – das Haus ist Baujahr 1954, und sie muss seit den Sechzigern hier gewohnt haben. Entsprechend sah es hier aus: Mustertapeten (leider kaputt und vergilbt, ich wollte eigentlich gern jeweils DIN A 4 große Stücken retten, rahmen und in den Flur hängen, aber da war nichts zu machen). Teppich auf allen Böden (glücklicherweise nicht vollflächig verklebt). Alte Elektrik und alte Küchenausstattung, alte Fliesen, Nachtspeicheröfen zusätzlich zur normalen Heizung in zwei Räumen. Die Baugenossenschaft hat einen Monat lang gearbeitet, ich habe die Fußböden schleifen und versiegeln lassen und mit der Renovierung zum ersten Mal in meinem Leben einen Maler beauftragt. Der hat die Wände wunderbar gespachtelt und gestrichen und den „Abstellraum“ auf dem Bild – Garderobe, Voliere, Alkoven, ich habe mich noch nicht für einen Namen entschieden – tapeziert.

Nun steige ich noch ein paar Tage über Kartons, suche Dinge, die eben noch da waren und versuche, mir nicht die Hüfte an den auf dem Flur zwischengelagerten Küchenschränken blau zu schlagen. Ich werde hier noch ein halbes Jahr lang immer wieder Handwerker und Staub und Dreck haben, denn das Haus wird energetisch saniert und ich bekomme im Zuge dessen eine Lüftungsanlage in Küche und Bad, neue Fenster und – most important! – einen Balkon. Kann sein, dass das ein bisschen nervig wird. Aber es ist erstens zeitlich begrenzt, und schlimmer als meine alten Nachbarn wird es nicht sein.