Saamis Verwandlung und Zählhilfen

Inzwischen habe ich den im Juni erbeuteten Wollmeisenstrang planmäßig zu einem Hitchhiker verarbeitet. Das Muster hat Spaß gemacht, ging flott und nach einer Weile fast mindless voran. Um nicht dauernd aufpassen zu müssen, ob es schon wieder Zeit für die nächste Zacke ist, habe ich einen Maschenmarkierer als Zählhilfe verwendet: ich habe ihn neben der ersten Masche der Reihe platziert, wo zugenommen wird. Da in jeder Reihe zugenommen wird, entsprach die Anzahl der Maschen zwischen Marker und Reihenende der Anzahl der Reihen. Das war natürlich viel komfortabler, als sich durch buntes Krausrechtsgestrick zu zählen. Zumal ich auch zu den Strickern gehöre, die die eben ermittelte Zahl direkt wieder vergessen, so sie nicht sofortiges Handeln erfordert („OK, das sind noch nicht X Reihen, ich muss noch nix machen. (…einige Maschen später…) Wie viele Reihen hatte ich nochmal?“). Diese Klickzähler sind auch nichts für mich, weil ich nach den ersten Zentimetern der Reihe vergessen habe, ob ich schon draufgedrückt habe. Dazu kommt noch, dass diese Einknäul-Tuch- oder Sockenprojekte meist meine Unterwegs-Strickzeuge sind und ich nebenbei Fußball gucke, meine Dartkollegen anfeuere, mich unterhalte oder alles auf einmal.
Was manchmal ganz hilfreich ist, insbesondere bei den größeren Zuhause-Projekten, an denen ich auch mal über Wochen nicht arbeite, ist meine iPhone-App (ich benutze die von Vogue Knitting, es gibt aber auch viele andere). Oder natürlich die gute alte Strichliste direkt auf dem Rand der Anleitung.

Zum Darten ist zu sagen: die Sommerliga ist vorbei, und ich habe so viel Gefallen am Pfeileschmeißen gefunden, dass ich in den Dartverein Eimsbüttel eingetreten bin und dort in der dritten Mannschaft spiele. Die Saison hat vor zwei Wochen angefangen, Spieltag ist Dienstag und bisher schlage ich mich ganz gut. Morgen ist die dritte Mannschaft der AoD („Area of Darts“) aus Buxtehude bei uns. Ich kenne die noch nicht, aber man sagt, das sei machbar. In der Tabelle sind sie auf dem Platz hinter uns. Spaß wird es so oder so machen.

Fantasy Filmfest: Tag 4

Das Fantasy Filmfest ist schon fast zwei Monate her, aber wir haben es ja nicht eilig. Die vier Filme, die ich am vierten Tag gesehen habe, sind auch allesamt noch nicht im deutschen Kino angelaufen (bzw. es ist fraglich, ob sie das überhaupt werden). Also erzähle ich mal …

Angefangen habe ich mit Blind Alley, von dem ich überhaupt nichts erwartet hatte und vielleicht deshalb so viel Spaß dran hatte. Was weniger an der Geschichte lag, die war nun wirklich nicht besonders raffiniert. Zimmermädchen Rosa bekommt einen Anruf: sie ist beim Model-Casting eine Runde weiter, der nächste Termin ist am nächsten Tag. Also eilt sie nach der Arbeit noch fix in den Waschsalon um die Ecke, um ihr Outfit aufzufrischen. Dort muss sie sich dann aber verbarrikadieren, denn vor der Tür lauert ein Serienkiller. Was mir daran gefallen hat, war viel eher der Look. Sixties, flackerndes Neonlicht, Primärfarben. Ich hab zuhause gleich meine burda-Sammlung durchsucht, irgendwo war genau so ein Kleid …

Dann gab es Replicas (oder: In Their Skin, noch ohne deutschen Starttermin), einen gut besetzten und ziemlich fiesen Home Invasion Thriller. Auf dem Zettel hatte ich ihn wegen Selma Blair, aber James d’Arcy als Bobby hat mir noch besser gefallen.

Auf The Suicide Shop hatte ich mich sehr gefreut. Der Zeichenstil ist zwar nicht so wirklich meins, das war abzusehen, aber die Idee fand ich gut. Was ich nicht wusste: es wird gesungen in diesem Film. Viel. Eigentlich dauernd. Das hat mich derart genervt, dass ich mehrmals überlegt habe, rauszugehen.

Eines meiner Highlights war dann Killer Joe. Den hatte ich beim Sichten des Programmhefts überblättert, aber dann lief der Trailer am Eröffnungsabend und mir war klar: den muss ich sehen. „Matthew McConaughey gives the performance of his career“ war eine der Aussagen im Trailer, und er ist wirklich unglaublich intensiv, die Mimik und jede Geste sitzen perfekt, er kontrolliert jederzeit die Situation. Er ist ruhig und höflich, aber diese Ruhe kann jederzeit kippen und sich in einer Explosion von Gewalt entladen, er ist wirklich zum Fürchten. Empfehlung. Der Film ist von 2011, die DVD soll am 2.11. erscheinen, man diskutiert wohl noch, was die Altersfreigabe – definitiv ab 18 aber womöglich geschnitten – angeht.