Mimi ist J.s Navi. Er hat schon vor einiger Zeit mal geäußert, dass er gern eine Tasche für sie hätte, also habe ich ihm jetzt zum Geburstag eine genäht. Ich habe die Anleitung für die Laptop-Tasche von Made by Petchy auf Mimis Maße angepasst. Die D-Ringe für den Schultergurt habe ich weggelassen, außerdem habe ich die Tasche zusätzlich mit Volumenvlies gepolstert. Für die Außenseite hab ich einen “seriösen” dunkelblauen Baumwollstoff genommen, das Futter ist aus einem Baumwolldruck von Makower. Coast Beach Stripe oder so, Liebe auf den ersten Blick. Und das, obwohl ich schon verzweifeln wollte, weil ich keinen Stoff mit Verkehrszeichen bekommen habe. Oder von mir aus Autos. Merkwürdig, ich bin mir sicher, dass ich sowas schon – als Kinderzimmergardine etc. – gesehen habe. Nur wenn man sowas sucht, findet man es nicht.

Die Positionierung des Klettverschlusses erforderte ein bisschen Fingerspitzengefühl. Ich hielt es für das beste, wenn Mimi die Tasche zur genauen Positionierung des zweiten Verschlussteils anprobiert, nur war das nicht so einfach zu bewerkstelligen, jedenfalls nicht unbeobachtet.
Ich habe unter dem Vorwand, meine letzte mitteldicke Stopfnadel sei mutmaßlich unter dem Sitz oder der Fußmatte verloren gegangen, versucht, den Autoschlüssel zu bekommen, hatte aber nicht mit J.s Hilfsbereitschaft gerechnet. Mein Glück war, dass Mimi in ihrer Halterung vor sich hin leuchtete (sie sollte über Nacht komplett entladen) und ich hartnäckig meine Bedenken äußern konnte, sie im Auto zu lassen. “Die geht in 20 Minuten aus.” – “Beim Nachbarn haben 10 gereicht und das Navi war geklaut …” Jedenfalls hab ich sie dann mit rein genommen und den Klettverschluss angepasst, während J. nach meiner Stopfnadel gesucht hat (da darf ich mir bestimmt was anhören, wenn er das liest. Und zwar zu recht …)
Als Mimi-Platzhalter ist handgeschöpfte Edel-Schokolade mit Mimi-Maßen (Zartbitter mit karamellisierten Mandeln von Läderach. Man kann diese Schokolade unter anderem bei Karstadt lose kaufen, und die Dame hat mir tatsächlich ein passendes Stück abgemessen) und einer Banderole mit dem gleichen Muster wie das Futter (da habe ich einfach den Stoff fotografiert) und der Aufschrift “Wenn möglich, bitte mit Kaffee verzehren” und den Koordinaten, wo man das zum Beispiel tun könnte (nebst Information, wie weit dieses Ziel von seinem Zuhause entfernt ist).

Dazu bekommt er noch das Buch Angriff auf die Freiheit von Juli Zeh und Ilija Trojanow. Ich trage damit ziemlich sicher Eulen nach Athen, und da war doch mal dieser Nichtlustig-Cartoon … ich mag übrigens Packpapier als Geschenkpapier. Manchmal bemale oder bedrucke ich es noch (Yay for Kartoffeldruck!), oft lasse ich es aber auch so, wie es ist.