Orangenhain

Gestern kamen meine bei der Siederei bestellten ätherischen Öle, also habe ich heute Seife gemacht – nach der Anleitung auf naturseife.com.

Als Basis hab ich 400g Olivenöl, 250g Kokosöl (Palmin) und 200g „Cremana“ (Palmöl und Rapsöl im Verhältnis 4:1) verwendet, überfettet habe ich mit 90g grünem Avocado-Öl und 10g Jojobaöl, außerdem sind 50g weißes Bienenwachs drin. Gefärbt habe ich die Masse dann mit Curcuma und Kapuzinerkresse, ich hab noch etwas Zitronenmelisse aus dem Garten hineingetan, weil ich Kräuterflusen in Seife mag. Beduftet habe ich sie mit 40 ml ätherischem Öl. Orange (süß), Petitgrain, Palmarosa, Grapefruit, Ylang Ylang, Rosengeranie und Vetiver in nicht mehr nachvollziehbaren Anteilen. Orange dominiert. Das ganze Haus riecht nach dem Zeug. Seife machen ist eindeutig ein Hobby für den Sommer, wenn man den ganzen Tag sturzlüften kann.

Als Formen dienen zwei Pringles-Dosen. Die scheinen tatsächlich besser zu sein als andere Stapelchips-Dosen, was das Material angeht. Lauge reagiert ziemlich heftig mit Alu, und bei den Pringles-Dosen scheint die Plastikbeschichtung innen etwas dicker zu sein als bei anderen.

Momentan ist sie in einer recht kräftigen Gelphase (Bienenwachs sei Dank), das heißt, die Lauge reagiert mit dem Fett, dabei entsteht Hitze und die Masse wird dunkel und fast flüssig. Eine Gelphase ist nicht unbedingt erforderlich, hat aber ein paar Vorteile: die Seife wird fester, löst sich leichter aus der Form, natürliche Farben werden intensiver (Curcuma!) und die Seife ist früher gebrauchsfertig. Die Oberfläche sieht auch noch genauso aus (sie ist nicht „aufgegangen“, was auf Blasen und damit eine Reaktion mit dem Alu schließen ließe). Morgen, wenn sie abgekühlt ist, werde ich sie schneiden (und Fotos machen, wenn ich dran denke), und dann muss sie erstmal 6-8 Wochen ruhen, bevor man sie benutzen kann. Ob das Rezept was taugt, wird sich also erst dann herausstellen.