Tausend Fragen – 41 bis 60

41. Trennst du deinen Müll?
Nur Glas, Papier, Sonder-, Sperr- und Restmüll.

42. Warst du gut in der Schule?
In den meisten Fächern schon, außer in den „Schwafelfächern“. Ich war schriftlich immer besser als mündlich, weil ich schnell gelernt hatte, dass einen ständiges Melden nicht gerade beliebt macht (ich hab nicht geschnipst!) – außer, wenn anlässlich einer Klassenarbeit die Sitzordnung umgerührt wurde.
Ich habe mein Abi mit 3,0 gemacht. Es waren turbulente Zeiten damals. 1991: erster Freund und dadurch totale Eskalation im Elternhaus, Schule nach der 12. geschmissen, weil ich einfach nur weg wollte, Lehre in einer anderen Stadt angefangen, Lehre geschmissen, Wiederanmeldung am Gymnasium und Wiedereinstieg in 12.2 im Jahrgang unter meinem ursprünglichen Abi-Jahrgang (damals gab es die Abiprüfung nach der 13.), Prüfungsfachwahl, drei Wochen vor der Prüfung „das geht so nicht, Sie haben zwei themengleiche Kurse in Musik“ (was ich wusste und zur Sprache gebracht hatte, aber mein Tutor meinte, das passe schon), spontan Bio als Ersatzprüfungsfach ausgesucht, dort mündlich nur fünf Punkte geholt (statt der im Grunde gesetzten mindestens 13 in Musik), in Geschichte (Schwafelfach! Aber irgendwas aus dem B-Bereich musste ich nehmen für P3) nur drei und mich dann mit Mathe und Englisch auf eine glatte Drei gerettet. Das war 1993, von meiner Hochbegabung habe ich fünfzehn Jahre später erfahren. Das hat zu einer Neuinterpretation meiner Schulerfahrungen geführt und zu einigem Hadern mit Konjunktiven. Aber was soll’s. Nach 25 Jahren kräht nach der Abinote kein Hahn mehr.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?
Nur so lange wie nötig, ich dusche nicht gern.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?
Ich schließe es nicht aus, es interessiert mich aber auch nicht besonders.

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf?
Zwischen halb sieben und sieben, am Wochenende eher so gegen acht.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?
Nicht immer mit Gästen, aber: ja.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?
Ich bin nicht mehr auf facebook.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?
Das Wohnzimmer, und dort am liebsten den Sessel vor der Balkontür mit Blick auf die Vogelfutterstelle.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?
Vorhin bei der Arbeit, den Beagle der Kollegin. Und dann hab ich ihn aus dem Mülleimer gezogen, in dem er nach Essensresten gesucht hat. Dieser Hund ist das verfressenste Tier, das ich kenne.

50. Was kannst du richtig gut?
Wimpern tuschen mit geschlossenem Mund.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst?
Das weiß ich nicht mehr.

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?
Für uns selbst von Anja Meulenbelt.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?
Weiß, bequem und auf keinen Fall trägerlos (ich würde im Sekundentakt prüfen, ob noch alles an Ort und Stelle ist)

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?
Nur davor, mit meinem kleinen Zeh irgendein Möbelstück zu rammen.

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?
Meinen Ehering.

56. Mögen Kinder dich?
Ich bin ihnen suspekt und das beruht auf Gegenseitigkeit.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?
In letzter Zeit ehrlich gesagt alle, ich finde das übrige Kinopublikum anstrengend. Die Ausnahme bildet das Fantasy Filmfest, wo meistens Rücksicht auf andere Kinobesucher genommen wird und auf stinkende Speisen, Herumleuchten mit dem Smartphone und laute Gespräche oder Kommentare des Filmgeschehens verzichtet wird.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?
Ich bin ziemlich gnadenlos, fürchte ich.

59. Schläfst du in der Regel gut?
Nein.

60. Was ist deine neueste Entdeckung?
Der Wollkanal-Podcast.

Tausend Fragen – 21 bis 40

21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken?
Nur bei Menschen, die mir wichtig sind – bei denen allerdings sehr.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten?
Die haben alle ihre Vorzüge, keine so richtig. Ich mag den sehr frühen Morgen manchmal sehr gern, denn wenn ich ihn erlebe, bedeutet es oft, dass ich auf dem Weg zum Bahnhof oder Flughafen bin, um zu verreisen.

23. Kannst du gut kochen?
Ja.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?
Meiner Persönlichkeit: Spätsommer bis Herbst. Farbtyp weiß ich grad nicht … Sommer, glaube ich.

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?
Vermutlich in meinen Zwanzigern, als die Depression noch frisch war und ich damit noch nicht umgehen konnte und bis in den Nachmittag geschlafen habe. Selbst direkt nach meiner Nasen-OP, als es mir hundeelend ging, habe ich gestrickt.

26. Warst du ein glückliches Kind?
Nein.

27. Kaufst du oft Blumen?
Manchmal jede Woche, manchmal wochenlang nicht … im Schnitt: ja.

28. Welchen Traum hast du?
Ich möchte mich in einem Samtkleid auf einem Konzertflügel wälzen und auf diesem begleitet Jazzklassiker singen. Von mir aus auch Chansons.

29. In wievielen Wohnungen hast du schon gewohnt?
Ich komme auf 17 … ist das viel? Im Schnitt hab ich dann in jeder 2,7 Jahre gelebt, also vermutlich schon.

30. Welches Laster hast du?
Ich spiele Candy Crush.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Den Ernährungskompass von Bas Kast. Ich habe zunächst wegen der sehr vollmundigen Unterzeile „Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“ gezögert, aber die trägt es wahrscheinlich zu recht.

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?
Weil sie unter den wartungsarmen Möglichkeiten die ist, die mir am besten steht.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?
Ich fürchte schon …

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?
Noch nicht genug, um mich komfortabel zu fühlen (das heißt: um drei Monate davon leben zu können)

35. In welchen Laden gehst du gern?
In den Blumenladen am Norderstedter Rathaus, weil die Verkäuferin so toll ist.

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?
Das ist total tagesform- und kneipenabhängig und das Spektrum reicht von Pfefferminztee über Malzbier, Rhabarberschorle, Bier und Wein bis zu Gin Tonic. Selbst die Tresenkraft der Hopfenliebe, unserer Stammkneipe, fragt, wenn wir dort einkehren „Ein großes Friedrichsgaber?“ an Jens gewandt und schaut mich dann erwartungsvoll an. Ich habe kein „wie immer“, aber in 90% der Fälle bestelle ich etwas alkoholisches.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?
Ja, wobei ich mich da manchmal auch vertue und zu früh gehe.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?
Ich bin selbstständige Mediengestalterin.

39. Willst du immer gewinnen?
Nein.

40. Gehst du in die Kirche?
Gelegentlich zu Weihnachten. In die evangelische. Ich spreche allerdings das Glaubensbekenntnis nicht mit.

Tausend Fragen – 1 bis 20

Aufmerksam geworden bin ich auf diese Aktion zuerst bei der Kaltmamsell, die Ursprungsfragen sind dort zu finden (bis auf 22 bis 44). Ich habe eine Weile überlegt, ob ich daran teilnehmen möchte und wenn ja wie, und habe mich entschieden: erstens ja (offensichtlich), und zweitens regelmäßig jeden Donnerstag.

1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?
Je nachdem, wie spitzfindig ich diese Frage auffasse, mache ich ständig Dinge zum ersten Mal, und die interessantere Frage wäre angesichts meines Durchhaltevermögens vielleicht, wann ich etwas zum zweiten oder gar hunderten Mal gemacht habe. Aber die Frage ist nach dem ersten Mal, und ich glaube, das letzte erste Mal mit dem größten Impact war das Probetraining bei den Starlets-Cheerleadern Anfang des Jahres.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?
Kommt sehr auf die Situation an. Manchmal mit völlig Fremden, die ähnliches erlebt haben wie ich.

3. Worauf verwendest du viel Zeit?
Damit, mich in meinem Kopf für Diskussionen rüsten, die dann nie stattfinden.

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?
So „richtig laut“, also so wie diese sich gegenseitig hochschaukelnden Rudel von Proseccoschnepfen, ihr wisst schon, lache ich nie. Ich betrachte diese Runden manchmal irritiert und versuche mir vorzustellen, ein Teil davon zu sein. Vergeblich. Lachen, bis mir die Tränen kommen, kann ich tatsächlich über klassische Flachwitze (sowas wie „Essen zwei Kannibalen einen Clown. Sagt der eine: ‚Der schmeckt aber komisch.‘“) und über die Geschichten eines meiner besten Freunde.

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?
Ja.

6. Woraus besteht dein Frühstück?
Erstmal aus einem großen Becher (0,5 l) Darjeeling.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?
Meinem Mann.

8. In welchem Punkt gleichst du deiner Mutter?
Ich kann genauso hart und abweisend schauen.

9. Was machst du morgens als Erstes?
Ich nehme meine Thyroxintablette.

10. Kannst du gut vorlesen?
Ich finde ja, aber das sollte man vielleicht nochmal mit jemandem abgleichen, dem ich schon vorgelesen habe.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?
Das habe ich nie. Als Weihnachtsmann verkleidete Männer haben mich als Kind immer eher verstört, in einem Jahr war mal einer bei uns in der Wohnung, das war ein Drama … Ich mag keine Vollbärte.

12. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann einmal kaufen?
Ich würde mir sehr gern irgendwann ein Haus kaufen, weiß aber, dass ich mir das in meinem Leben nie werde leisten können, insofern ist „unbedingt“ mal relativ.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?
Beständigkeit.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Ich sehe so gut wie nie fern. Gelegentlich schaue ich Sport, hauptsächlich Fußball-Liveübertragungen. Es ist sehr, sehr lange her, dass ich mich auf eine Fernsehsendung gefreut habe. Und das wäre für mich das Minimalkriterium, um etwas als „Lieblingssendung“ bezeichnen zu können.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?
Dieses Jahr im August auf dem Hamburger Dom.

16. Wie alt möchtest du gern werden?
So alt wie es gesund möglich ist. Meinetwegen können wir die Hundert gern voll machen.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?
An jeden am Meer, und eigentlich auch immer schon ab dem Moment, wo das Schiff in Richtung Heimat ablegt.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?
Wie ein Schwelbrand in meinem Inneren.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?
Nein. Wenn ich mir die aktuellen Heckscheibenbeklebungen so ansehe, bin ich mit meinem ziemlich gut weggekommen.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?
Drollig gefragt, als gäbe es da nur eine. Ich zweifle in vielen Situationen, die man aus mindestens zwei Perspektiven sehen kann. Wenn ich groß bin möchte, ich das kontraproduktive Zweifeln durch neutrales Hinterfragen zu ersetzen gelernt haben. Es ist gut, sich zu hinterfragen. Aber man sollte sich auch ein bisschen was zutrauen.