Weekly Journal – Woche 8

Wo ist die Zeit hin? Ich sitze hier – am Sonnabend Morgen – und bereite diesen Wochenrückblick vor, und es fühlt sich an, als hätte ich eben erst die Woche 7 online gestellt. Und jetzt will ich schon den nächsten schreiben. Hab ich denn irgendwas von dem, was ich mir vorgenommen habe, geschafft?
Naja. Ich habe allerhand geschafft. Zum Beispiel habe ich in einem Anfall von schönwetterinduziertem Tatendrang den Balkon frühlingsfein gemacht. Das hatte ich zwar erst für nächste oder übernächste Woche auf dem Zettel, aber nun ist es erledigt. Stand aber halt nicht auf der Liste. Es sieht in den Töpfen noch immer trist aus (ich habe einen schon mit Saatgut versorgt, es gibt dieses Jahr wieder in erster Linie Bienenweide und ich denke, diese Pflanzen vertragen es, Ende Februar gesät zu werden), aber Laub und Schmodder und Sonnenblumenkernspelzen sind beseitigt, Minze und Estragon sind von trockenen Stängeln befreit und die Petersilie hat einen pfiffigen Kurzhaarschnitt.

Stricken & Häkeln
Die Cria wollte ich bis zu den Tascheneingriffen weiterstricken, das habe ich auch geschafft. Es bleiben jetzt noch 39 Reihen, dann kann ich den Körper abketten und die Ärmel anfangen. Handgestoppt brauche ich für eine Reihe gute zehn Minuten, da kann ich also noch sechseinhalb Stunden Strickzeit veranschlagen. Klingt nach einer (ambitionierten) Aufgabe für die nächste Woche.
Außerdem wollte ich den ersten Lord Varys Socken fertig bekommen. Ich sage mal: consider it done. Es fehlen nur noch wenige Reihen an der Spitze, das mache ich gleich noch, wenn ich diesen Eintrag hochgeladen habe.

Spinnen
Vielleicht war es ein wenig optimistisch, mir vorzunehmen, schon mit dem Verzwirnen anzufangen, zumal ich es mag, wenn die Singles ein paar Tage Ruhe haben, bevor sie verzwirnt werden … aber der dritte Kammzug ist fertig versponnen. Three down, one to go. Game of Thrones Staffel 4 liegt schon bereit. (Soll ich dazu unter Buch, Bild & Ton mal was sagen? Ich bin unschlüssig, weil es dazu mehr als genug im Netz zu finden gibt. Es gefällt mir ganz gut, wenn es mir auch an einigen Stellen unnötig explizit erscheint – das reicht aus meiner Sicht, oder was meint ihr?)

Sport
Ich war dreimal laufen, es ist Woche 3 des 10K Trainingsprogramms von Zenlabs Fitness, ich laufe und walke abwechselnd jeweils 90 Sekunden bzw. jeweils 3 Minuten, für insgesamt eine knappe halbe Stunde. Es macht mir Spaß und kostet mich nicht einmal abends, wenn es schon dunkel ist, ernsthaft Überwindung. Ich habe schon mal nach Laufterminen dieses Jahr geschaut und mich zu meinem „Heimspiel“ – dem Arriba Stadtlauf – angemeldet. Gemerkt habe ich mir den Hammer Lauf Mitte April (Hamm wie der Stadtteil von Hamburg, nicht die Stadt in NRW) und den Rostocker Citylauf Mitte Mai, weil die beide wirklich schön und gut organisiert waren. Am Wochenende nach dem Rostocker Citylauf ist dann der BKK Mobil Oil RUN FUN DAY, von dem ich noch nie was gehört habe, ebenfalls in Hamburg. Am 15. Juni ist dann der große Women’s Run im Hamburger Stadtpark, da warte ich mal ab, was es dieses Jahr für ein Motto gibt – sollte es wieder verbale Selbsterniedrigung à la „Glitzerflitzer“ oder „Rennschnecke“ geben, bin ich raus. „Streckenkönigin“ und „Motivationswunder“ fand ich als Motto und T-Shirt-Aufschrift in Ordnung, „Laufperle“ so lala. „Selbstläuferin“ hätte ich letztes Jahr gut gefunden, aber das hat es nicht einmal in die Top 5 geschafft – es gibt nämlich eine Abstimmung. Na, schauen wir mal. Darüberhinaus liebäugle ich mit dem Langeooger Abendlauf am 18. Juli. Und Ende August ist dann nochmal der Airport Abendlauf hier im Norderstedter Stadtpark, der ist im Grunde gesetzt. Ich melde mich halt nur noch nicht an, weil ich dem Frieden in meinem Knie nicht traue.

Kulinarisches
Fischlastig war‘s diese Woche! Es gab zwei Klassiker und eine Neuentdeckung.
Am Dienstag haben wir Labskaus nach dem Rezept aus dem Kuriositätenladen gegessen, diesmal mit Bismarckhering. Ich weiß, dass sich einige vor Labskaus gruseln. Zu Unrecht, schaut euch das Rezept an, da steht nirgendwo „was ihr halt so rumliegen habt“. Für mich ist es Soul Food, und es lässt sich obendrein wunderbar aus dem Vorrat zaubern.
Am Donnerstag ist bei uns Markt, da gibt es einen sehr guten Fischstand. Ich habe also Seelachsloins im Angebot gekauft und sie auf Kräuter-Cidre-Kartoffeln im Ofen gegart. Das ist auch ein sensationell simples Rezept, im Original sind es Fischkoteletts auf Kräuter-Wein-Kartoffeln, ich hab bisher immer Filets verwendet und statt Wein meistens Cidre. Und, weil Winter, eine TK-Kräutermischung. Oh, und die Zwiebelmenge hab ich verdoppelt, weil ofengeschmorte Zwiebeln einfach lecker sind. Das Rezept lässt sich ohnehin gut abwandeln, man kann noch andere Gemüse unter die Kartoffeln mischen (Cherrytomaten zum Beispiel), sich durch verschiedenste Kräuter probieren und die Flüssigkeit variieren (wobei ich Cidre da schon ziemlich gut finde)
Die Neuentdeckung war das Rezept Rotbarsch mit scharfer Mangosauce wie das vorherige Rezept auch aus dem Fish Basics von GU (ich glaube, ich erwähnte schon, dass ich die Basic-Reihe sehr mag, oder?) Statt Rotbarsch haben wir wieder Seelachs verwendet, die Mango kam aus dem Tiefkühler (da sie ohnehin püriert wird, stört die leicht glibberige Konsistenz des TK-Obsts nicht) und statt Sahne haben wir Kokos Cuisine verwendet, das passte auch sehr gut.

unterwegs
Am Samstag war wieder mal ein Pokémon-Event: von 11 bis 14 Uhr gab es etwas Besonderes zu fangen, das Wetter war wunderbar, und so war der Stadtpark voll mit Spielern. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie einfach dieses Spiel Brücken zwischen völlig unterschiedlichen Menschen schlägt. Rentner und Siebenjährige diskutieren auf Augenhöhe über die besten Konter gegen einen wetterverstärkten Raidboss und geben sich Tipps zum Fangen (meistens die Siebenjährigen den Älteren). „Aber ist es denn nicht traurig, dass die jungen Leute ihr Handy brauchen, um nach draußen zu gehen? Ich finde das traurig!“ sagte eine Frau neulich zu mir, die sich im Café über „diese Pokémonleute“ aufregte. Ich finde das genauso wenig traurig wie Leute, die sich einen Hund anschaffen, damit sie mehr Bewegung kriegen, die stundenlang eine Schnur an einem Stock ins Wasser hängen, die versuchen, große Metallkugeln möglichst nah an eine kleine Holzkugel zu werfen, die in den Park gehen, um ihre plärrenden Kleinkinder auszulüften, die mit GPS-Geräten versteckte Kleinbildfilmdosen suchen, die rennen, radfahren, Fußball spielen oder einfach nur in der Sonne sitzen. Was die Leute nach draußen treibt, ist doch völlig egal. Ich versuche, wenn jemand in meiner Nähe darüber schimpft, eine andere Perspektive anzubieten. Und erzähle dann, dass wir uns vor dem Community Day auch schon mal zum Frühstück getroffen haben. Dass da in den zweieinhalb Jahren, die es das Spiel jetzt gibt, sehr nette Bekanntschaften entstanden sind und man sich längst nicht mehr nur über das Spiel unterhält. Manchmal höre ich „Hm, so habe ich das noch gar nicht gesehen“ und freue mich. Manchmal merke ich, dass da jemand nur meckern will. Dann beende ich das Gespräch mit dem Hinweis auf den nächsten Community Day und der Empfehlung, sich dann am 23. März zwischen 11 und 14 Uhr vielleicht einfach woanders „mit der Natur zu verbinden“.

Pläne für nächste Woche
Den Körper der Cria fertig stricken! Ansonsten den vierten Scandi Blend Kammzug spinnen und die Lord Varys Socken unterwegs bearbeiten.
Den kurz nach Veröffentlichung des letzten Wochenrückblicks gefassten Vorsatz mit den neun Stunden Schlaf wieder in den Fokus rücken. Mittwoch bis Freitag Agentur. Keine darüber hinaus gehenden externen Termine außer Dart am Dienstag gegen HSV3 (für mich quasi ein Heimspiel, denn keine andere Spielstätte liegt näher für mich). Klingt nach einer entspannten Woche – drückt mir die Daumen …

Weekly Journal – Woche 3

Wir haben hier im Norden nun auch ein bisschen Schnee, ich mag das sehr. Es gibt natürlich überall das übliche Gequengel, ist auch alles nachvollziehbar, es ist glatt, Autofahren nervt, Scheiben freikratzen auch (sollen sie doch nach London ziehen, da gibt’s einen Tower*), kiloweise Streugut, das mit den Schuhsohlen in die Wohnung geschleppt wird, aber hey: Schnee. Glitzer. Das Licht. Alles wird irgendwie langsam und leise.

Stricken & Häkeln
Die Cria hatte ich kaum in der Hand: die Glatt-rechts-Vorhölle, langweilig, ich muss mir irgendwas einfallen lassen, um mich da durchzuziehen. Am Samstag hab ich dazu die neue Folge von Susannes Handgemacht-Podcast geschaut und dabei ein paar Reihen geschafft. Wenn ich einmal dabei bin, geht es auch, aber es kostet ein bisschen Überwindung, dieses Strickstück zur Hand zu nehmen. Wenigstens war ich diszipliniert genug, nichts Neues anzufangen. Meine Regel ist gerade: ein großes und ein kleines Strickzeug – mehr nicht.

Beim zweiten Breamore-Socken – dem kleinen Strickzeug – habe ich mit den Zunahmen für die Ferse begonnen, der war diese Woche mein Strickzeug für unterwegs und wird es auch die nächsten Wochen sein, denn da bin ich bin wieder jeweils mindestens drei Tage beim Kunden, wo ich mit der U-Bahn hinfahre.

Spinnen
Nachdem ich die Hälfte des Mauerblümchens verzwirnt hatte, war die Spule voll. Das hatte ich so auch noch nicht, bisher haben immer 100 g verzwirnt auf die Spule draufgepasst. Allerdings habe ich auf dem Sonata bisher viel dünnere Garne gesponnen, die sich natürlich kompakter wickeln lassen. Die dickeren Garne habe ich auf dem Louet gesponnen, und die Spulen waren größer. Glaube ich, nachschauen kann ich nicht. Nachdem ich das Louet vor zehn Jahren mit der Auflage geschenkt bekam, es, wenn ich es nicht mehr brauche, ebenfalls zu verschenken, ist es bereits vor einiger Zeit zu einer ehemaligen Kollegin umgezogen. Das Garn ist … okay. Mir war gar nicht bewusst, dass ich so viel Drall auf den Single gegeben habe, da sind einige recht harte, überdrehte Stellen drin, so dass ich überlege, die zweite Hälfte nochmal rückwärts durchs Rad laufen zu lassen, um etwas von dem Drall wieder rauszunehmen. Oder liegt es daran, dass ich gesponnen habe „wie immer“ und Wolle einfach mehr Drall verträgt als eine Alpaka-Seiden-Mischung? Nach dem, was ich im Netz zu dem Thema gefunden habe, scheint es tatsächlich eher umgekehrt zu sein. Naja, ich lerne noch. Das Foto ist vor dem Entspannungsbad entstanden, ich finde es immer total interessant, das fertige Garn mit dem Kammzug und den eigenen Anfangserwartungen zu vergleichen. Ich habe übrigens die Perlen- und Pailettenidee verworfen. Das mache ich irgendwann mal mit einem einfarbigeren Garn.

Nähen
Ich habe mir die Maße des Plantain-Shirts angesehen, um meine Größe zu ermitteln, und bin skeptisch. Es sieht auf den Bildern und der Schemazeichnung aus, als würde es recht locker fallen, der Maßtabelle nach sitzt es aber um die Brust herum ziemlich körpernah. Ich sollte auf jeden Fall ein Probeteil nähen, genug Jerseyreste habe ich ja. Vielleicht muss ich den Schnitt verlängern, vielleicht muss ich von Brust zu Hüfte eine Größe rauf. Eigentlich wollte ich diese Woche das Schnittmuster zusammengeklebt haben, stellte sich raus: Kleberoller leer. Neuer Versuch nächste Woche.

Sport
Am Montag und Mittwoch war ich beim Training. Es hat Spaß gemacht, der resultierende Muskelkater war lange nicht so brutal wie letzte Woche. Mit dem Touchdown-Tanz sind wir nicht fertig geworden, denn am Mittwoch war Probetraining, und da ist der Ablauf ein bisschen anders. Das war genau das Probetraining, bei dem ich vor einem Jahr auch war, und ich konnte mich gut daran erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe.
Das Knie macht keinen Ärger, aber ich habe furchtbare Rückenschmerzen, das ist zum Ende der Woche immer schlimmer geworden. Ich war noch nicht beim Arzt, aber ich werde nächste Woche mal versuchen, einen Termin zu bekommen. Hoffentlich ist der dann nicht erst in zwei Monaten … Ich vermute als Ursache einen verkürzten Hüftbeuger und mache bereits entsprechende Dehnübungen, die ich im YouTube-Kanal von Liebscher & Bracht gefunden habe. Schauen wir mal, ob das was bringt. Momentan zucke ich bei jeder Veränderung meiner Position – von stehen zu gehen, stehen zu sitzen, sitzen zu stehen … mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen, das ist ja so kein Zustand.

Buch, Bild & Ton
Ich bin endlich fertig mit Signalstörung von Kirsten Fuchs. Kurzgeschichten, mal lustig, mal nachdenklich stimmend, auch mal belanglos. Einige der Geschichten bleiben hängen (Aus dem Kellerfenster, Keinjobcenter, Der Nachtschrank), die meisten nicht. Ich hatte es mir aufgrund der begeisterten Besprechungen, die es überall bekommen hat, gekauft, und war eher enttäuscht. Aber ich kann einen Haken dran machen und mir das nächste Buch aus meinem Zu-lesen-Regal nehmen: Kriegsenkel von Sabine Bode ist als nächstes dran.

Kulinarisches / unterwegs
Wir haben am Freitag unser „Norderstedt-Jubiläum“ gefeiert und waren zum Abendessen im Binnen un Buten. Das Binnen un Buten ist ein urgemütliches, reetgedecktes Bauernhaus. Im Sommer kann man im Garten unter Apfelbäumen und Kastanien sitzen. Man serviert dort bodenständige norddeutsche Küche und Bistroklassiker wie Flammkuchen. Die Atmosphäre erinnert an Familienfeste (auf gute Art). Ich hatte Zander auf Kürbis-Kartoffelpüree mit buntem Mangold und Meerrettischschaum, dazu einen Hamburger Gurkensalat, der Mann hatte Skrei auf schwedische Art (gebraten auf Kartoffelpüree, mit Shrimps und gekochtem Ei)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch wäre eigentlich Training, wenn der Rücken es zulässt (wonach es im Moment nicht aussieht), Mittwoch bis Freitag bin ich wieder beim Kunden. Ich hoffe ein kleines bisschen auf einen Arzttermin. Mein Homeoffice-Tisch ist ebenfalls voll. Und am Sonntag ist ab elf Uhr Buchungsstart für das Rahmenprogramm beim Mensa Jahrestreffen. Sonst liegt nichts an. Es wäre schön, wenn ich die Ferse des zweiten Socken fertig bekäme. Und spinnen und an der Cria stricken möchte ich auch, ich merke aber, dass langes Sitzen mir nicht gut tut. Sieht so aus, als sollte ich nächstes Woche reichlich Gebrauch von meiner Yogamatte und der Pomodoro-Technik machen.

*Ja, der dauert manchmal einen Moment.

Weekly Journal – Woche 48

Dezember. Wahnsinn, das Jahr ist schon fast rum. Gar nicht mehr lange, und ich poste hier meinen Jahresrückblick. Gedanken mache ich mir schon: was hatte ich mir vorgenommen, was ist als unwichtig auf der Strecke geblieben, was habe ich geschafft? Die letzte Woche ist ebenfalls schnell vergangen, was auch ein bisschen daran lag, dass sie keinen Montag hatte: am Montag ging es mir sehr schlecht, ich hab mich krankgemeldet und fast den ganzen Tag geschlafen. Überhaupt war ich jeden Abend so früh so müde, dass ich nach dem Essen noch ein bisschen im Netz herumgeklickt habe und dann schlafen gegangen bin. Gestrickt habe ich also fast nur in der U-Bahn …

Stricken, Spinnen & Häkeln
… und zwar entweder an der Cria oder an einem Sternchen für den Adventskranz nach dieser Anleitung (Ravelry-Link) auf nur 10 cm langen 2,25er Nadeln, ein elendes Gefummel, noch dazu stachen die Nadeln am Ansatz des kleinen Fingers in die Hand. Es ist, entgegen der ursprünglichen Idee, bei einem Sternchen geblieben.

Als ich die Cria gestern einmal anprobiert habe, hatte ich den Eindruck, dass sie etwas eng ist. Daraufhin habe ich das Gestrick mit meiner Maschenprobe verglichen und festgestellt, dass ich mich wieder mal nicht daran halte – statt 24 Maschen auf 10 cm brauche ich 27. Das macht pro 10 cm gut einen Zentimeter Unterschied und summiert sich bei 236 Maschen auf beinahe elf. Kein Wunder, dass mir die Jacke zu eng vorkommt. Die kann ich dann also wieder auftrennen.

Ich stricke jetzt also unterwegs großzügige Maschenproben aus Stashgarnen, aus denen mal was Größeres werden soll, und zuhause an der Juneberry, dies allerdings eher lustlos. Was den Water & Stone angeht, weiß ich noch immer nicht so recht. Ich hatte die Jacke jetzt ein paar mal an und ihre Formlosigkeit stört mich schon, andererseits ist sie aber auch recht gemütlich und schön warm. Also in der Summe okay. Nur definitiv kein Lieblingsteil, was schade ist angesichts der Zeit, die ich hineingesteckt habe.

(Außerdem im Bild: die bereits letzte Woche fertiggestellte Mütze.)

Kulinarisches
Der erste Advent ist der Tag, an dem traditionell der Rumtopf reif ist. Also, bei allen anderen ist es Tradition, bei mir ja noch nicht, dieser Rumtopf ist mein erster. Aber ich hab gelesen, dass man da erst am 1. Advent ran geht.

Mein Rezept habe ich vor Jahren beim WDR-Radiokoch Helmut Gote entdeckt, es ist inzwischen längst wieder offline. Ich muss die Mengen das nächste Mal ein wenig reduzieren, denn Pflaumen und Birnen haben in meinen Topf nicht mehr hineingepasst.

Man braucht für den ersten Ansatz: 1 Pfund Schattenmorellen, 420 g Roh-Rohrzucker, 50 g frischen Ingwer, 2 Vanilleschoten, halbiert und längs aufgeschlitzt, 3 ganze Sternanis, Rum (mindestens 54%)
Zweite Etappe: 500 g Pfirsiche ohne Steine (750 g kaufen), 250 g Roh-Rohrzucker, 1 Bio-Orange, 0,2 l Rum
Dritte Etappe: 750 g Mirabellen (ergibt ca. 600 g ohne Steine), 300 g Roh-Rohrzucker (die Hälfte des Mirabellengewichts), 2 Biozitronen, gewaschen und längs in jeweils sechs Schnitze geschnitten, 0,2 l Rum
Vierte Etappe: 750 g Pflaumen (ca. 600 g ohne Steine), 300 g Roh-Rohrzucker (die Hälfte des Pflaumengewichts), 0,2 l Rum
Fünfte Etappe: 750 g feste Birnen (Conference oder Lukas), 100 g Roh-Rohrzucker, 0,1 l Rum

Das Obst wird jeweils gewaschen und geputzt, größeres in Stücke geschnitten, etwas größer als die Schattenmorellen, dann mit dem Zucker vermischt, ein Weilchen stehengelassen, dann mit dem Rum vermischt und in den Topf gefüllt. Es wird gelegentlich umgerührt, bis der Zucker aufgelöst ist, und dann wird der Topf wieder kühl gestellt.

Und was macht man dann mit so viel besoffenem Obst? Naja, erstmal lädt man Freunde ein. Denen serviert man die Früchte zu Vanilleeis, von der Flüssigkeit kann man ein Schlückchen in ein Sektglas geben und das dann mit Sekt aufgießen.

Natürlich habe ich es, als die Gäste da waren, wieder mal verpasst, ein Foto zu machen. Stattdessen gibt es ein Bild von dem in einer Panikbastelaktion auf den letzten Drücker entstandenen Adventskalender des Mannes – einfache Tütchen aus DIN A 5-Ausdrucken, die Weihnachtsmotive und die Schrift (Harrlems) stammen von Creative Market und eine Tütchenklebeanleitung gibt es auf Äntschies Blog.

Pläne für nächste Woche
Bis Mittwoch durchhalten, dann geht es am Donnerstag für ein verlängertes Wochenende nach Langeoog. Darüber hinaus habe ich keine Pläne. Das doppelte Strickjackenfail der letzten Zeit hat mich ein wenig entmutigt. Wenn ich Lust habe, werde ich stricken. Wenn nicht, nicht.