Weekly Journal – Woche 6

Meine Arbeitswoche war anstrengender als sonst, in erster Linie wegen des lauten Großraumbüros. Das ist einfach nix für hochsensible Introvertierte. Allerdings ist es, verglichen mit den Arbeitsbedingungen bei meinem alten Arbeitgeber, noch immer recht gut auszuhalten. Von dort habe ich Geschichten gehört: offenbar hat die Geschäftsführung gewechselt und wurde der Belegschaft vorgestellt. Man hat unter viel „Tschakka!“ vor Rechtschreibfehlern strotzende PowerPoint-Folien an die Wand geworfen. Zudem will man noch dieses Jahr umziehen, Hafencity, Wilhelmsburg und die Innenstadt sind im Gespräch – das verlängert den Arbeitsweg für alle Kollegen, die wie ich aus dem Norden kommen, schätzungsweise um eine Stunde pro Strecke. Alter Schwede, bin ich froh, dass ich da raus bin.

Stricken & Häkeln
Ich hatte ein wenig mit dem Stricktreff im Wollgeschäft am Schmuggelstieg geliebäugelt. Ich war da noch nie, er findet regelmäßig am ersten Dienstag des Monats statt, ich wollte im Januar schon hin, da ist etwas dazwischen gekommen, und diese Woche passte es auch nicht, weil: meine Jungs hatten Pokal. Und das Spiel wurde sogar im Ersten übertragen. Die ersten 34 Minuten des Spiels habe ich noch gesponnen (endlich weiß ich, wofür das Loch oben in meinem Rad ist). Die restliche Zeit habe ich dann gestrickt, weil ich hingucken musste, das geht beim Spinnen nicht so gut. Es stand 1:1 am Ende der regulären Spielzeit und 3:3 am Ende der Verlängerung, weil Weserwunder nicht zwingend an der Weser stattfinden müssen, und dann hatten wir Glück, weil wir unseren Pavlenka haben, der die ersten beiden Elfmeter von Dortmund einfach mal gehalten hat. Dass Dortmund mit Ersatzkeeper auflaufen musste, war dann vielleicht auch nochmal hilfreich. Also Viertelfinale, yay! Und zwei Reihen mehr an der Cria dank Verlängerung. Wie viel daran insgesamt weitergegangen ist, kann ich nicht sagen. Schon ein Stückchen. Nächste Woche denke ich hoffentlich an den Maschenmarkierer, dann kann ich messen.

Unterwegs habe ich an den Lord Varys-Socken gestrickt, das Muster ist superleicht zu merken und gefällt mir gut, die Wolle mustert dezent, ich würde sie auch heute, neun Jahre später, noch kaufen. Sie ist allerdings recht dunkel – im gelblichen Licht im U-Bahn-Tunnel ist es anstrengend.

Spinnen
Es sind noch 32 g vom dritten Scandi-Blend-Kammzug übrig, ich habe diese Woche also 32 g versponnen. Ich habe die dritte Staffel Game of Thrones auch schon bestellt, mit der zweiten bin ich nämlich durch.

Ich hatte bei Hilltop Cloud einen Kammzug aus einer Fasermischung für Socken bestellt, der ist angekommen. Ich bin noch nicht sicher, wie ich ihn verspinne. Also dreifädig navajoverzwirnt, so viel ist klar. Ich wollte jetzt nicht allzu tief in die Wissenschaft des Sockengarnspinnens einsteigen (das aktuelle Ply Magazine widmet dem Thema eine ganze Ausgabe) und das robusteste Garn der Welt herstellen. Die Socken daraus werde ich nicht in Schuhen tragen, sondern auf dem Sofa, insofern müssen sie nicht so viel aushalten. Es geht mir mehr um die Farben und wie ich aus dem Garn zwei möglichst ähnliche Socken mache. Momentan gefällt mir die Idee am besten, den Kammzug längs zu teilen und auf zwei Spulen spinnen und zu verzwirnen. Beim Stricken würde ich dann alle vier Reihen das Knäul wechseln – sozusagen klassische Ringelsocken, wie ich sie früher oft gestrickt habe. Nur mit nicht ganz so viel Kontrast zwischen den Ringeln. Aber erstmal mache ich die Scandi-Blend fertig.

Sport
Das Training musste diese Woche der Arbeit wegen ausfallen. Eigentlich wollte ich das nicht mehr machen, ich wollte mein Leben nicht mehr um die Arbeit herum arrangieren. Je nun. „Eigentlich“. Ich lerne noch.

Am Donnerstag und Sonntag war ich laufen. Ich fange wieder ganz vorn an, 10K Trainer Woche 1 Tag 1 und 2. Es ist okay, weil es absehbar ist. In sechs Wochen laufe ich wieder meine 5 Kilometer. Die Knie haben nichts zu beanstanden, meine Rückenschmerzen sind besser, lange stehen geht jedoch noch immer nicht. Am Montag – morgen – ist der Termin beim Arzt. Ich habe noch einmal überlegt, seit wann ich die Probleme habe: Anfang 2018, in schwankender Intensität. Und was hat sich seitdem verändert? Ich habe einen neuen Sport und ein neues Bett. Es liegt wohl eher am neuen Bett als am Cheerleading. Ich habe also nicht lange gefackelt und eine neue Matratze bestellt, auf der darf ich jetzt 100 Tage probeschlafen. Sie heißt Bodyguard und ist der ewige Testsieger der Stiftung Warentest. Mal gucken, was mein Rücken dazu sagt.

Buch, Bild & Ton
Ich habe Blinkist für mich entdeckt. Das ist ein Dienst, der Sachbücher zusammenfasst und die Kernaussagen seinen Abonnenten in kurzen Texten beziehungsweise Audios von etwa 15 Minuten Länge zur Verfügung stellt. Ich hatte Werbung dafür gesehen und mir gedacht „naja …“, aber da die Macher des Psychcast ganz begeistert davon sind, hab ich mal einen Blick beziehungsweise ein Ohr riskiert und mir nach der 24-Stunden-Testphase ein Jahresabo geleistet. Die Qualität der Audios ist sehr gut, die Zusammenfassungen sind natürlich sehr kurz, aber als eine Art erweiterten Klappentext finde ich sie ausgesprochen nützlich. Ich lese auf die Blinks (so nennen sie die einzelnen Kernthesen) hin jetzt Ab ins Bett!: Eine traumhafte Reise in die Welt des Schlafes von Katharina Kunzmann (mit der kindle-App auf dem iPad beim Stricken), kann aber noch nicht so viel dazu sagen, weil ich noch ganz am Anfang bin. Es macht bisher einen sehr kurzweiligen Eindruck.

Meine zwei Seiten am Tag auf Papier-Routine funktioniert übrigens auch gut, ich komme langsam, aber stetig voran. Ich lese noch immer Kriegsenkel von Sabine Bode, das flüssig und lebendig geschrieben ist, mich aber oft innehalten und nachdenken lässt, weil mir viele Dinge aus den geschilderten Lebensgeschichten aus meinem Erleben vertraut sind. In dem Coaching, das ich mache, geht es auch darum herauszufinden, inwieweit meine Themen ihren Ursprung in „alten Geschichten“ haben. Ich weiß fast nichts über meine Vorfahren. Die Ahnenforschungsversuche meiner Jugend wurden bereits ganz zu Anfang von meinen Großmüttern mit verkniffenem Schweigen im Keim erstickt, und das passiert ja auch nicht ohne Grund. (Es gibt beim Deutschlandfunk eine Sendung zum Thema transgenerationale Traumata, in der die Autorin des Buches ebenfalls zu Wort kommt)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag beim Kunden, soweit so Standard. Dann ein Orthopädentermin am Montag, ein Pokalspiel am Dienstag (Dart, selber spielen), möglicherweise ein romantisches Abendessen am Donnerstag (St. Fleurop), eine Einladung zur Piratenfilmnacht am Samstag, ein virtueller Stricktreff am Sonntag. Dazu der Vorsatz, es – angeregt durch das Schlafbuch – mal mit neun Stunden Schlaf pro Nacht zu versuchen und spätestens zwischen zehn und halb elf ins Bett zu gehen (das wird mir am Dienstag direkt um die Ohren fliegen, denn mit einem Dartabend ist es so gar nicht kompatibel, da ist um 22:00 Uhr mit Glück die erste Hälfte vorbei und dann habe ich noch eine Stunde Heimweg zu bewältigen). Im Homeoffice geht es weiter mit dem Tagungsheft für das Mensa Jahrestreffen, an dem ich gerade sehr viel Freude habe. Und zwischendurch irgendwie stricken und spinnen. Und zweimal laufen. Auch noch. Ich sehe schon, ich werde aussortieren müssen.

Weekly Journal – Woche 5

Die Woche begann am Montag mit der Anfrage eines potentiellen Neukunden, für die ich meine Homeoffice-Planung mit Freuden neu sortierte und die mich darüber hinaus anregte, mir zum ersten Mal in meinem Leben Gedanken über die Musik bei Reitturnieren zu machen. Sie begann außerdem mit einem Stechen im Knie, und zwar im linken – das ist eigentlich das gute Knie. So weit so gemischt. Beim Kunden haben diesen Monat einige neue Kollegen angefangen, so dass die Sitzordnung umsortiert werden musste. Ich sitze jetzt in einem Großraumbüro, direkt neben einer Tür, deren Klinke für mich jetzt auch nicht komplizierter zu bedienen aussieht als andere, es aber offenbar für einige ist. Manchmal wird durch diese Tür auch einfach eine Information für den Kollegen am anderen Ende in den Raum gerufen. Ich hasse Großraumbüros. Zum Glück gibt es Kopfhörer. Das Wochenende war dafür sehr schön, es wurde ein Geburtstag gefeiert, wir saßen in netter Runde bis spät in die Nacht zusammen und waren um zwei zuhause, der Sonntag begann also etwas später und enthielt obendrein eine große Portion Sonne, das Wetter war überraschend schön und wir waren ein paar Stunden im Stadtpark unterwegs. Danach war ich völlig erschlagen, nicht, weil wir einen Gewaltmarsch hingelegt hätten, sondern weil mich Sonne unheimlich müde macht.

Stricken & Häkeln
Die Breamore-Socken (Ravelry-Link zur Anleitung) sind fertig. Manchmal klappen die Dinge ja tatsächlich so, wie ich sie plane. Ich brauchte also ein neues Projekt für unterwegs, also habe ich eines der ältesten Sockengarne, die ich besitze, aus der Vorratskiste geholt (Hjerte Sock, 2010 in Ringkøbing gekauft) und die Lord Varys-Socken angeschlagen: keine große Musterakrobatik, lediglich ein Hebemaschen-Zopfmuster über acht Reihen, leicht zu merken und ohne Zopfnadel machbar.
An der Cria ist nichts weitergegangen. Ich hatte sie am Samstag zur Geburtstagsparty dabei, aber da war das Licht zu gemütlich, also habe ich sie unangetastet wieder nach Hause getragen. Dieses Projekt stockt gerade, vielleicht nicht nur wegen der Glattrechts-Vorhölle, sondern auch, weil mir, solange ich nicht dran stricke, die Wolle nicht vorzeitig ausgehen kann. Ich bin so clever. Die kommt auf jeden Fall für nächste Woche auf meine Liste.

Sport
Das Montagstraining habe ich dem Knie zuliebe ausfallen lassen. Da es auch am Dienstag noch nicht besser war, habe ich meinen Orthopäden angerufen und gefragt, ob ich es bei dem Termin übernächste Woche, bei dem es eigentlich um meine Rückenschmerzen geht (die dank Schonung und Dehnübung deutlich zurückgegangen sind, aber längere Zeit stehen kann ich noch immer nicht), ebenfalls vorzeigen darf, oder ob ich dafür einen zusätzlichen Termin machen soll (so wie es meine beiden vorherigen Orthopäden handhaben), Antwort: ich darf. Wir notieren einen Pluspunkt für diesen Orthopäden. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass er ein MRT sehen wollen wird, also habe ich mit Zustimmung der Sprechstundenhilfe versucht, ebenfalls einen Termin für ein MRT zu bekommen. Das ging leider nicht: das Kernspinzentrum braucht eine Verdachtsdiagnose, und zwar vom Arzt, nicht von mir. Wo kämen wir denn da hin. „Wie sieht es denn aus mit MRT-Terminen bei Ihnen, sind die Skiunfälle schon alle da?“ – „Hmm, das geht jetzt so langsam los, wir sind jetzt bei Ende März“. Super. In zwei Wochen, wenn ich die Überweisung habe, die mich zur Terminvereinbarung berechtigt (auf der ziemlich sicher das stehen wird, was ich befürchte, nämlich „Verdacht auf Meniskusriss“, weil sich das verdammt nochmal genauso anfühlt wie in meinem rechten Knie), sind sie dann wahrscheinlich bei Anfang Mai. Auch am Mittwoch kein Training. Es fehlt mir.

Buch, Bild & Ton
Nach den Abgründen der letzten Woche hab ich das Gefühl, ich bin euch was schuldig … ich hätte da auch eine Idee. Das Buch Year of Wonder widmet jedem Tag ein klassisches Musikstück. Die Texte dazu sind mal lang, mal kurz, mal informativ und mal einfach nur nett, und richten sich an Laien, das heißt, man muss keine Angst haben, wenn man meint, dass man keine Ahnung von Musik hat. Als besonderen Service gibt es die Stücke alle in einer Playlist auf Spotify gesammelt. Ich schaffe es fast täglich, das Stück des Tages zu hören, oft klicke ich mich davon weiter zum zugehörigen Album, und dann passiert es schon mal, dass ich den halben Tag in Oboenkonzerten von Albinoni schwelge (am 17. Januar gab es das Adagio aus seinem Konzert für Oboe in d-moll, wunderschön). Weitere Highlights waren der vierte Satz aus Mozarts Jupiter-Sinfonie, die ich ohnehin seit meiner Schulzeit liebe, ein Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber, die Trauermusik von Paul Hindemith, die „Unsent Love Letters“ der usbekisch-australischen Komponistin Elena Kats-Chernin und modernere Stücke von Philip Glass und Steve Reich. Es tut mir gut, dass ich wieder mehr klassische Musik höre. Ich hatte in meiner Jugend eine recht ausgeprägte NDR3-Phase (der Sender heißt heute NDR kultur) und habe fast ausschließlich Klassik und Jazz gehört. Pubertäre Rebellion treibt manchmal kuriose Blüten.

Dies & Das
Im SZ-Magazin dieser Woche plädiert Dorothea Wagner dafür, den Wäscheständer endlich als vollwertiges Möbelstück anzuerkennen. Er sei die einzige Konstante in der Wohnung, die jeden Kontostand, jede Lebensphase und jeden Geschmackswechsel überstehe:

In Wahrheit ist der Wäscheständer eine Zweigstelle des Kleiderschranks. Er wird zum Umschlagplatz für Klamotten und zementiert, welche Sachen man wirklich anzieht.

Es gibt Klamotten, die es nicht in meinen Kleiderschrank schaffen. Mein gemütliches Yoga-Wickelshirt zum Beispiel: das habe ich entweder an oder es liegt auf dem „geht nochmal“-Stapel oder es wartet im Dreckwäschekorb auf die Waschmaschine oder es hängt auf dem Wäscheständer.
Ich habe mich nicht nur ein bisschen ertappt gefühlt (obwohl der Wäscheständer bei mir nie im Wohnzimmer steht, sondern im Arbeitszimmer), mir hat dieser Text auch verdeutlicht, dass ich meinen Kleiderschrank eigentlich noch viel radikaler ausmisten kann, als ich es bisher getan habe. Und dass ich bei meiner bedarfsgerechten Projektplanung nicht nur in meinen Kleiderschrank schauen sollte („Was fehlt?“), sondern auch ganz genau auf meinen Wäscheständer („Warum trage ich dieses Teil so gern, welche Eigenschaften mag ich besonders daran?“)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Montag bis Mittwoch beim Kunden (andere Tage, weil da jemand Urlaub hat und ich ja flexibel bin), Homeoffice (die Umsatzsteuer ist dran), ich würde so gern zweimal laufen und habe die Möglichkeit zu einem Stricktreff und zwei Stammtischen.
Ich möchte, dass an der Cria was weitergeht, vielleicht schleppe ich sie ein- oder zweimal mit zur Arbeit, um in der Bahn daran zu stricken, so wie ich es am Ende mit dem Water & Stone gemacht habe. Und spinnen möchte ich auch, dazu bin ich diese Woche überhaupt nicht gekommen (die Game of Thrones-DVDs müssen übernächsten Montag zurückgegeben werden). Es sind noch knapp über 60 g Fasern vom aktuellen Kammzug übrig, wäre cool, wenn ich die Hälfte davon schaffen würde.

Weekly Journal – Woche 4

Die Woche begann früh – der Liebste hatte den Wecker am Montag auf 5:30 Uhr gestellt: es gab einen Blutmond zu bestaunen. Und – anders als zu allen Sonnen- und Mondfinsternissen der letzten Zeit – bestand die Aussicht auf gute Sicht. Am Abend zuvor war Nebel aufgezogen, weswegen ich skeptisch war, aber am Morgen war es klar. Wir haben also dabei zugesehen, wie der Mond seine letzten paar Kilometer in den Schatten der Erde gewuchtet hat, und kurz, ganz kurz, habe ich darüber nachgedacht, was ich alles schaffen könnte, wenn ich jetzt einfach wach bleiben würde. Dieser Gedanke hat mich so erschöpft, dass ich mich direkt wieder hingelegt habe.

Stricken & Häkeln
Cria ist jetzt ein prima Bolerojäckchen ohne Ärmel. Ich habe nicht viel dran gestrickt, eigentlich nur während des Facetime-Stricktreffs mit Susanne, und es tut der Motivation ungemein gut, wenn man das Teil in regelmäßigen, wenn auch nicht zu kurzen Abständen mal anprobiert, um zu staunen: es wächst ja doch. Langsam, aber stetig. Und es wird schön. Glaube ich. Also weiter geht‘s.
In der U-Bahn war ich auch fleißig, die Ferse des zweiten Breamore-Socken ist fertig, ab jetzt geht es nur noch geradeaus – das sollte nächste Woche zu schaffen sein.

Spinnen
Die zweite Staffel Game of Thrones und der dritte Kammzug der Scandi-Blend. Also, noch nicht fertig, aber in Arbeit. Inzwischen habe ich mich mit den verklebten Fasern arrangiert und mache einfach stur immer weiter. Es macht sogar Spaß, ich spinne momentan total gern. Ich habe noch einen bunten 100g-Kammzug, der Mützengarn werden könnte. Sollte ich zwischendurch ein schnelles Erfolgserlebnis brauchen: es sind noch zwei Spulen frei. Aber momentan bin ich mit meinen Sisyphos-Fasern ganz zufrieden.

Sport
Am Montag habe ich das Training abgesagt, ich konnte vor Rückenschmerzen kaum stehen. Ich habe Orthopäden durchtelefoniert und einen Termin für den 11.2. bekommen. 2019. Mit Schmerzen drei Wochen warten, yay. Mittwoch war es besser, aber noch nicht gut. Ich konnte weitestgehend schmerzfrei stehen, mich aber nicht bücken. Und beim Touchdown-Tanz, der momentan noch auf dem Trainingsplan steht, muss ich runter. Zackig. Also nochmal pausiert und so oft es ging gedehnt und entspannt. Ich hoffe, nächste Woche geht‘s wieder, sonst verliere ich wieder den Anschluss. Mein Schrittzähler ist auch nicht zufrieden mit mir, aber gehen und stehen macht momentan Rückenschmerzen. Meine Yogamatte hat mich nicht ganz so oft gesehen, wie ich mir vorgenommen hatte. Die „jeden Morgen Sonnengrüße“-Routine taugt nur für Homeoffice-Tage, an Tagen, wo ich früh zum Kunden muss, macht es mir den Morgen zu voll. Mehr als x Tasks möchte ich nicht haben, bevor ich das Haus verlassen muss, und „dann steh doch einfach eine halbe Stunde früher auf“ ist auch nur eine theoretische Lösung, die mich nicht da abholt, wo ich bin. Natürlich könnte ich mich dazu zwingen, aber ich habe ja irgendwann kürzlich beschlossen, dass ich zukünftig lieber mit mir statt gegen mich arbeiten will, also brauche ich eine andere Idee.

Buch, Bild & Ton
Ich habe seit meiner Schulzeit ein sehr großes Herz für Heinz Rudolf Kunze. Ja, ich weiß. Ich stoße da auch regelmäßig auf Unverständnis. Viele kennen nur Mit Leib und Seele und Dein ist mein ganzes Herz und achten nicht wirklich auf die Texte. Dabei sind die so viel besser als die Musik. Sehr gern mag ich deswegen auch die Alben mit den gesprochenen Texten Sternzeichen Sündenbock und Der Golem aus Lemgo. Ja, man merkt, dass der Mann Lehrer ist, manchmal ist der erhobene Zeigefinger unübersehbar. Das hat mich aber nie gestört. Als der SV Werder Bremen diese Woche auf den Social Media Kanälen das neue Jubiläums-Album Lauter Werder ankündigte, habe ich mal ein Ohr riskiert. Da ist viel schlimmes Zeug drauf, aber – und das hat mich überrascht – Das ist mein Verein von Kunze. Jetzt mag ich ihn noch lieber (obwohl das Stück jetzt nicht so das Textjuwel ist, aber welche Fußballhymne ist das schon)

unterwegs
Es wurden Tickets gebucht. Ende Februar werde ich noch einmal für einen weiteren Coaching-Termin nach Bielefeld fahren, und unser Jahresurlaub wird dieses Jahr nicht an der Nordsee stattfinden, sondern am Mittelmeer. Genauer: auf Mallorca. Ich war noch nie dort und freue mich schon sehr, obwohl es erst im September soweit ist. Überlege, wie ich mir bis dahin ein bisschen spanisch draufschaffe. „Aber auf Mallorca sprechen sie doch alle gut genug deutsch.“ Ja, weiß ich. Es geht auch nicht darum, dass ich Sorge habe, mich nicht verständigen zu können. Sondern darum, eine Sprache zu lernen (mehr Skills, yay!) und im echten Leben ausprobieren zu können. Außerdem hab ich versucht, mir die ersten Events des diesjährigen Mensa-Jahrestreffens zu sichern, was sich schwierig gestaltete, weil der Server relativ promt unter der Last der Anfragen zusammenbrach und ein paar Stunden down war. Am späten Nachmittag ging dann alles wieder und ich konnte alle Veranstaltungen buchen, die ich haben wollte.

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag beim Kunden, ein voller Tisch im Home Office – so weit wie letzte Woche. Am Donnerstag vielleicht abends der English Chat, am Samstag eine Geburtstagseinladung. Zuhause an der Cria weiterstricken und die Scandi-Blend spinnen (immer, wenn ich das Wort „spinnen“ schreibe, bietet das iPad mir an, es durch ein Spinnen-Emoji zu ersetzen und ich kriege einen kleinen Schreck. Ich möchte nicht wissen, wie viele Geräte bereits von Menschen mit einer ausgeprägteren Spinnen-Phobie als meiner an die Wand geworfen wurden. Aber vielleicht schreiben andere Leute auch nicht so oft „spinnen“ wie ich 🕷) und unterwegs den Breamore-Socken. Der soll diese Woche fertig werden.