Weekly Journal – Woche 47

Die Woche ist schnell vergangen und ich habe nicht wirklich das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Dabei stimmt das gar nicht. Ich bin die ganze Zeit müde und habe latent Kopfschmerzen, mag mich nicht bewegen und könnte permanent essen. Meh.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Die Cria wächst langsam, aber stetig. Das gefachte Garn nervt mich ein wenig, ich kann nicht blind stricken sondern muss immer aufpassen, alle Fäden zu erwischen. Dazu hat es unverhältnismäßig viele Knoten, drei oder vier auf nicht einmal hundert Gramm. Ich hoffe, das war eine Ausnahme und der Rest ist knotenfrei. Mitte der Woche ist mir eingefallen, dass ich gern eine Mütze hätte, also habe ich ein 2016 gesponnenes Garn aus einer Merino-Seiden-Mischung herausgesucht und eine ganz einfache Mütze im Rippenmuster nach dieser kostenlosen Anleitung gestrickt. Ich hatte zuvor eine Maschenprobe gemacht und ausgerechnet, dass ich wohl zwei Zunahmerunden mehr brauchen würde als die Anleitung vorsieht, jetzt ist die Mütze fast ein bisschen weit, aber ich mag sie. Sie bekommt aus dem Rest von dem Garn noch einen fetten Bommel. Und ich habe entschieden, dass ich genau solche Mützen aus den restlichen bunten und zu nichts passenden 100g-Kammzügen in meinem Faservorrat machen möchte.

Nähen
Deer and Doe hatten 20% Black Friday Rabatt auf alle Schnittmuster, das war der letzte kleine Schubs, den ich gebraucht habe, ich habe mir das Muster für den Opium-Mantel gesichert und werde mich mal ganz in Ruhe nach einem passenden Stoff umsehen.

Buch, Bild & Ton
Ich habe entdeckt, dass es einen neuen Sebastian Bergman-Krimi gibt, den sechsten inzwischen: „Die Opfer, die man bringt“ von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. Das Hörbuch dauert 15 Stunden und ich habe es förmlich weginhaliert. Ich glaube, ich mag die Bergman-Krimis, weil ausnahmslos alle Figuren Fehler haben, richtig nervige teilweise, keine liebenswerten Schrullen. Allen voran Sebastian Bergman, der echt ein Arschloch ist. Niemand ist perfekt. Sie haben alle ihr Päckchen zu tragen. Naja, und spannend sind sie auch noch.

Kulinarisches
Ich habe die ersten Plätzchen gebacken, Elisenlebkuchen nach einem bewährten Rezept aus dem Brigitte-Plätzchenheft von 2002. Ich sammle diese Hefte seit 1995 und habe nur sehr wenige verpasst, habe also einen riesigen Fundus an Keksrezepten … und backe trotzdem immer die gleichen drei, vier Sorten. Darunter diese Elisenlebkuchen und meistens noch einfache Mürbeteigplätzchen, weil ja Eigelb übrig ist (wenn die Zeit nicht reicht, gibt es am nächsten Morgen asymmetrisches Rührei)

Pläne für nächste Woche
Ich werde nächste Woche viel außer Haus sein, ich weiß gar nicht recht, was ich mir vornehmen soll, außer „durchhalten!“. Darüberhinaus benötigen gerade ein paar Dinge meine Aufmerksamkeit, über die ich hier nicht schreiben mag. Also nur an der Cria weiterstricken, alles weitere sehen wir dann.

Weekly Journal – Woche 44

Ich hab die Winterjacke rausgeholt, es ist kalt geworden. Es kursieren die ersten Einladungen zu Weihnachtsfeiern, eine davon findet bereits nächste Woche statt. Ich mag noch nicht so recht. Außerdem: viel Arbeit und Irritationen in zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich – teils schon seit Monaten – traurig und ratlos machen. Kriechströme. Nicht viel Energie für Sport und meine Projekte. Durchgehend Kopfschmerzen. Früh ins Bett gegangen, um genug Schlaf abzubekommen und weil ich ohnehin zu nichts Lust hatte, aber was nützt das, wenn ich dann nachts aufwache und eine Stunde oder länger wach liege und vor mich hin grüble. Ich frage mich, wie das nächste Woche werden soll, wenn zusätzlich wieder zweimal Training auf dem Plan steht. Aber das sehen wir dann.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Den ganzen Montag habe ich mit mir hin und her debattiert, ob ich mir den NaKniSweMo-Irrsinn wirklich antun soll. Am Montag Abend habe ich die Debatte vertagt: strick vielleicht erstmal eine Maschenprobe, dann sehen wir weiter. Ich bin ja versiert in allen Formen des Selbstbetrugs, will sagen: wenn die Anleitung eine Maschenprobe von 24 Maschen und 30 Reihen für 10 x 10 cm fordert, erreiche ich die auch. Ich musste mir jedoch eingestehen, dass ich mir aus dieser Art von Gestrick irgendwie keine Jacke vorstellen kann. Also keine Cria, jedenfalls nicht aus diesem Garn. So. Und jetzt? Nach einer Anleitung für Light Fingering bzw. Lace Weight suchen und den Wasserwirbel von Annette Danielsen wiederfinden. Den habe ich schon länger auf der Liste und den kann ich mir in dem Garn sehr gut vorstellen. Also eine neue Maschenprobe gemacht: sieht gut aus, das Garn möchte eindeutig lieber mit Nadelstärke 3 verstrickt werden, und wenn es denn erstmal fertig gesponnen ist, wird es für diese Jacke, die etwa 2000 Meter schluckt, auch reichen.

Also zurück zur Eingangsfrage. Wiederaufnahme der inneren Debatte, dabei schön am Water & Stone weitergestrickt, also keine vertane Zeit. Abstimmung im inneren Team am Mittwoch Abend. Ja, wir stricken einen Wasserwirbel – aber nicht diesen November. Und auch erst, wenn das Garn komplett fertig gesponnen ist. Der Water & Stone hat einstweilen die Zielgerade erreicht, wenige Reihen Bündchen sind noch zu stricken, dann den letzten Faden vernähen, baden, spannen. Nächste Woche kann ich ihn zeigen. Und, viel wichtiger: anziehen!

Und was ist dann mit NaKniSweMo? Eigentlich wollte ich mich drücken, aber dann hat Susanne in ihrer letzten Podcast-Episode verkündet, dass unter anderem ich sie zur Teilnahme angestiftet hätte, und da käme es mir schäbig vor, den ganzen November einfach entspannt und ohne Zeitdruck nur so zum Spaß (!) vor mich hin zu stricken. Also kopfüber in die Stashkiste getaucht und die Vorräte mit meiner Queue abgeglichen. Garn gefunden, das ich vor fast zehn Jahren in der Wollfabrik gekauft habe, sensationell günstig, Merino in petrol. Die dritte Maschenprobe. Für eine Cria.

Sport
Nein, auch diese Woche nicht. Auch kein Yoga. Dabei wäre das so wichtig. Am Freitag im Arriba, aber wegen Saunanacht mit einer Stunde Wartezeit am Einlass. Also nur noch Sauna, keine schwimmen mehr. Keine Aufgüsse, dafür war es zu voll, die Menschen saßen dicht an dicht. Fremde schwitzende Haut an meiner geht gar nicht, fremde bekleidete Menschen, die mich berühren, sind ja schon zu viel.
Beim Dart war ich so halb anwesend, gedanklich woanders, nur ein Doppel gespielt, nichts Zählbares beigetragen, in der Halbzeit das Teamfoto, dann ab nach Hause. Ich werfe zur Zeit keine guten Darts – zu viel Lärm im Kopf.
Das Knie muckt. Vielleicht der Wechsel auf die Winterstiefel (obwohl ich die natürlich auch mit den Einlagen trage). Möglicherweise muss ich mich daran gewöhnen, dass es fortan im Knie immer irgendwie sticht. Aber momentan ist es noch so, dass ich reflexartig schonen möchte.

Buch, Bild & Ton
Ich habe ein neues Hörbuch: Der Ruf des Kuckucks, der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe, die J. K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht hat. Bisher bin ich ganz angetan, viel hab ich ja noch nicht gehört. Dietmar Wunder liest angenehm, die Figuren sind facettenreich. Das kann sie einfach, die Frau Rowling.

Kulinarisches

The word orange wandered through her mind in search of something to connect with

Recht kürbislastig ist es diese Woche bei uns zugegangen. Am Mittwoch gab es eine Suppe mit Kürbis, roten Linsen und Tomaten, ein Rezept aus dem Kleinen Kuriositätenladen. Statt Pulver hatte ich frische Kurkumawurzel verwendet, und meine Finger sahen zwei Tage lang aus wie die eines starken Rauchers. Das Zeug färbt selbst Dinge, von denen ich gar nicht dachte, dass man sie färben kann, wie zum Beispiel die Klingen meines Turbochefs (ein kleiner Schredder von Tupper, in dem man mit einem Zugband Klingen rotieren lassen kann, seit einigen Jahren mein liebstes Werkzeug zum tränenlosen Zerkleinern von Zwiebeln und dergleichen). Die Suppe war köstlich und ich über Stunden pappsatt. Am Donnerstag gab es ein Kürbisrisotto mit Kürbiskernkrokant, dank Kürbispüree besonders schlotzig und schön gelb, und das restliche Kürbispüree habe ich dann am Samstag in Burgerbuns verarbeitet (nach meinem bewährten Rezept, die Flüssigkeitsmenge habe ich einfach halbiert, das gab eine gute Teigkonsistenz und aufgegangen sind sie auch sehr schön)

Dies & Das
Neben dem regelmäßigen Wochenrückblick habe ich mich diese Woche der Aktion „Tausend Fragen“, die ich jetzt in einigen Blogs gesehen habe, angeschlossen, und werde die nächsten knapp fünfzig Wochen jeden Donnerstag jeweils zwanzig davon beantworten. Es gibt sogar eine Kategorie dafür.

Pläne für nächste Woche
Alle Handarbeitszeit wird in die gleich nach Vollendung des Water & Stone anzuschlagende Cria-Jacke gehen. Ich habe weiterhin Vollbeschäftigung. Zweimal die Woche Training vs. die aufkeimende Erkältung, die ich für meine Mattigkeit und Kopfschmerzen verantwortlich mache, das sehe ich irgendwie noch nicht (der Mann schnieft und krächzt bereits seit ein paar Tagen, es ist offensichtlich, dass mein Immunsystem schwer beschäftigt ist). Den Stammtisch am Dienstag habe ich sicherheitshalber bereits abgesagt, es gab ohnehin nur eine Anmeldung. Außerdem habe ich am Samstag mehr durch Zufall erfahren, dass wir kurzfristig vom gemütlichen Sofa weg- an einen erhöhten Tisch zwischen Eingang und Treppe zum Klo gesetzt worden wären – eine Hälfte Barhocker ohne Lehne mit dem Rücken zum Durchgang, die andere mit einer kalten Fensterscheibe zum Anlehnen. Genau das Richtige für meine sensiblen Gäste. Sport nehme ich mir einfach mal nicht vor, das wird sowieso nichts – und wenn doch, bin ich positiv überrascht.

Weekly Journal – Woche 35 bis 37

Dann wollen wir mal versuchen, die letzten drei Wochen aufzuholen. Ich will nicht sagen, dass gar nichts passiert ist, ganz im Gegenteil. Aber da weder die Ereignisdichte sonderlich hoch noch die Aktivitäten an sich übertrieben vielfältig waren, kriegen wir das wohl in unter 1.500 Wörtern rekapituliert.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Der Fading Point ist fertig geworden, natürlich auf den allerletzten Drücker, wie das eben so ist. Ich habe ihn wie geplant (zu meinem Hochzeitskleid, kreisch, mehr dazu weiter unten) tragen können und mag ihn sehr. Er ist sehr groß, sehr warm und sehr weich.
Ich habe also die Arbeit am Water & Stone Cardigan wieder auf- und mir vorgenommen, monogam daran zu stricken, bis er fertig ist. Der erste Ärmel ist fertig, ich bin jetzt beim zweiten. Danach erst geht es mit dem Körper weiter – ich ziehe die Ärmel vor, weil ich nicht weiß, wie weit ich mit dem Garn komme: ich möchte weder Reste übrig behalten, noch dass mir beim zweiten Ärmel kurz nach dem Ellenbogen das Garn ausgeht.
Gesponnen habe ich die letzten drei Wochen tatsächlich gar nicht, alle Handarbeitszeit habe ich in den Fading Point gesteckt. Gute zwei Monate für ein Tuch, das ich eigentlich nicht brauche. Hm. Das war doch eigentlich genau das, was ich dieses Jahr nicht mehr machen wollte.

Nähen
Der Mann hatte Geburtstag und ich habe ihm ein Hoodie genäht. Das Vorderteil ziert der Rostocker Greif. Mein erster Versuch mit Bleiche und einer Schablone aus Freezer Paper, ich wollte das schon ewig mal ausprobieren.
Ich hab die Bleiche erst an einem Stoffrest getestet, um zu schauen, wie lange es dauert, bis überhaupt irgendwas zu sehen ist, wie viel ich brauche und welche Farbe dabei herauskommt. Die Schablone habe ich auf das Freezer Paper gedruckt und ausgeschnitten und aufgebügelt. Ich habe handelsüblichen Chlorreiniger unverdünnt in einen Pumpzerstäuber gefüllt und aus gut 30 Zentimetern Abstand vorsichtig gesprüht, vorher natürlich alles, was schwarz bleiben soll, sorgfältig abgeklebt. Und nicht geatmet. Dann hab ich es trocknen lassen, die Schablone abgezogen und mir selbst verblüfft auf die Schulter geklopft. Ich hatte genug Stoff bestellt, um im Falle einer Vollkatastrophe mindestens ein weiteres Vorderteil zuschneiden zu können, aber das war gar nicht nötig.
Der Schnitt ist Luke von Pattydoo. Es war mein zweiter Pattydoo-Schnitt und ich bin ehrlich gesagt auch diesmal nicht restlos überzeugt. Pattydoo-Anleitungen sind in der Regel Videoanleitungen. Im Schnittmuster-PDF gibt es nur Stichworte und den Verweis, wo der Arbeitsschritt im Video gezeigt wird. Wenn es, wie in meinem Fall, mehrere Variationen des Schnitts gibt, ist es blöd, wenn im Video ausschließlich die andere gezeigt wird und nichtmal auf Alternativen verwiesen wird – etwas wie „wenn ihr euch für die Variante mit Tasche entschieden habt, wird die jetzt aufgenäht“ wäre schon nett gewesen. Ich finde Videos, die einzelne Arbeitsschritte zeigen, als Ergänzung toll, und die Videos von Pattydoo sind auch wirklich gut gemacht. Zum beim Arbeiten daneben legen und immer mal wieder zurückblättern habe ich jedoch lieber eine (gern auch bebilderte) schriftliche Anleitung. Ich sitze ja an der Nähmaschine, nicht am Rechner, und habe höchstens das Smartphone dabei. Und auf dem kleinen Display dann zurückzuwischen (es gibt keine Kapitelmarken), um einen Arbeitsschritt wiederzufinden und mir nochmal zeigen zu lassen, finde ich unpraktisch. Das ist auf hohem Niveau gejammert, das ist mir schon klar. Und die Passform – darauf kommt es ja letztlich an – war bei beiden Modellen top. Der Mann zieht das Teil gar nicht mehr aus.

Sport
Ich war zu zwei Läufen gemeldet, dem Hamburg Airport Abendlauf und dem Sanddornlauf auf Langeoog, und ich habe auch teilgenommen. Der Name Hamburg Airport Abendlauf ist ein bisschen irreführend, gelaufen wurde nicht am Flughafen, sondern auf meiner Trainingsstrecke im Norderstedter Stadtpark, je nach Lust, Fitness und Ehrgeiz konnte man eine bis vier Runden à 2,3 km um den Stadtparksee drehen. Ich hatte aus Sorge um mein Knie nicht trainiert und ein wenig gehadert, habe mich aber letzlich entschlossen, hinzugehen und eine Runde zu versuchen, damit die Startgebühr nicht verfällt. Geworden sind es dann zwei Runden, das Knie hatte nichts zu beanstanden, bei meiner Kondition gibt‘s noch Luft nach oben. Insgesamt waren etwas mehr als 500 Menschen gemeldet, alle Altersklassen, die Jüngsten Jahrgang 2011, die ältesten in der Altersklasse W bzw. M75. Wenn man mal von drei Blitzbirnen absieht, die uns aus dem Weg gerempelt haben, weil sie meinten, dass ihnen die „Ideallinie“ zusteht, weil sie ja viel schneller unterwegs sind, war es eine schöne Veranstaltung.
Am Sanddornlauf auf Langeoog wollte ich schon seit zwei Jahren teilnehmen und dieses Jahr hat es endlich geklappt. Die Strecke ist anspruchsvoll, ca. 700 der 5.000 m sind wir am Strand gelaufen, im Sand und mit ordentlich Gegenwind, und als ob das noch nicht genug wäre, gab es mehrere recht steile Anstiege beziehungsweise Gefälle in den Dünen. Dafür geht meine Zeit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7:45 min pro Kilometer schon in Ordnung. Die Kulisse ist natürlich ein Traum, und überall sind Urlauber, die einen anfeuern. Nächstes Jahr findet der Sanddornlauf am 21. September statt, das ist eigentlich schon außerhalb unserer üblichen Urlaubszeit, mal gucken, ob ich es doch irgendwie hinkriege.
Wenn mir das Knie nicht dazwischengekommen wäre, hätte ich letztes Wochenende wahrscheinlich zum ersten Mal an der Sideline gestanden. Ich hab die Fotos vom Auftritt gesehen, die beiden Neuen, die mit mir gestartet sind, waren diesmal das erste Mal dabei und scheinen eine Menge Spaß gehabt zu haben. Irgendwie mag ich das Thema noch nicht ad acta legen. Tanzen ist für mich einfach der Sport mit dem höchsten Spaß- und Glücksfaktor. Ich würde gern einen neuen Versuch starten, wenn die Sporteinlagen da sind. Ich schnacke vorher nochmal mit den Trainerinnen. Ich trage momentan Einlagen in meinen normalen Straßenschuhen und habe den Eindruck, dass sie helfen. Es bleiben natürlich die seitlichen und drehenden Bewegungen. Ich habe mich durch mehrere Webseiten gelesen und wieder Hoffnung geschöpft: eine gut trainierte Stützmuskulatur kann einiges ausgleichen. Und klar, je weniger Gewicht man mit sich herumträgt, desto besser für die Gelenke. Und ich hab da ein paar Kilo, die ich nicht dringend brauche. Also gezieltes Training und abspecken – nichts leichter als das. Ähm.

Buch, Bild & Ton
Mit Dystopien kriegt man mich immer – gleich zwei Hörbücher dieses Genres habe ich in den letzten Wochen gehört. Zuerst „Die Optimierer“ von Theresa Hannig: in der nahen Zukunft gibt es in der Bundesrepublik Europa ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine Agentur für Lebensführung, die dafür Sorge trägt, dass jeder eine Arbeit zugeordnet bekommt, die seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen entspricht. Oder eben auch keine, das ist dann die sogenannte Kontemplation, das ist okay, das System trägt das. Klingt ja erstmal sehr schön, ist aber mit einem hohen Maß an Kontrolle und Überwachung verbunden. Es regiert eine Optimalwohlökonomie, die Kostenfaktoren wegrationalisiert. Wir begleiten den Lebensberater Samson Freitag, einen gewissenhaften Bürger, in dessen Leben alles nach Plan verläuft – und dann nimmt sich eine von ihm beratene Klientin das Leben und seines gerät aus den Fugen. Hat mir gut gefallen. Bonuspunkte, weil es in München spielt.
Das zweite war „Vox“ von Christina Dalcher. Ich war etwas skeptisch. Das Buch wird ziemlich gehyped, ich habe den Klappentext gelesen und eine zwar unterhaltsame, aber im Prinzip dünne Handlung erwartet – und wurde überrascht. In einer nicht allzu fernen Zukunft dürfen Frauen und Mädchen nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen. Dafür, dass sie dieses Limit einhalten, sorgen die Wortzähler, die sie am Handgelenk tragen müssen und die bei Nichtbefolgung Stromströße aussenden. Das klingt so knapp zusammengefasst abwegig, die Autorin bekommt es aber gut hin, dass es sich über weite Strecken realistisch anfühlt, und das macht für mich den Grusel der Geschichte aus. Und Frau Sawatzki liest wieder mal sehr gut.

Dies & Das
Ich habe geheiratet. Darüber unter dieser Überschrift zu berichten, fühlt sich auch irgendwie schräg an, so unter „ferner liefen“, aber in die anderen Kategorien passt es ja noch weniger. Höchstens noch in „unterwegs“, denn wir haben uns auf „unserer“ Insel Langeoog im Seemannshus trauen lassen. Wir hatten einen schönen Tag im allerkleinsten Kreis. Ein paar Tage vorher haben wir uns in einem Trauringkurs in der Hofgoldschmiede gegenseitig unsere Ringe geschmiedet, und das war wirklich ein toller Tag, wir haben viel gelernt und gelacht und haben jetzt wunderschöne Ringe. Ich war ein wenig bange, weil meine Kenntnisse in Metallverarbeitung über silvesterliches Bleigießen nicht hinausgehen, aber mit guter Anleitung sind wir zu einem sehr schönen Ergebnis gekommen. Und den anspruchsvollen Fummelkram – schweißen, Stein fassen, Gravur – machen die Profis.

Pläne für nächste Woche
Ich habe noch ein paar Vorbereitungen zu treffen, bevor ich am 1.10. in die Selbstständigkeit starte, außerdem den ganzen Papierkram wegen der Namensänderung.
Am Dienstag fängt die Dartsaison wieder an, wir starten mit einem Heimspiel.
Handarbeitsmäßig möchte ich die Wolle für die Cria weiterspinnen, mittags ein halbes Stündchen sollte dafür drin sein. Und am Water & Stone werde ich weiterstricken, keine Ahnung, ob ich den bis Oktober fertig bekommen kann, aber viel fehlt ja nicht mehr, versuchen werde ich‘s.
Sportlich steht Lauf- und Krafttraining an: ein- bis zweimal laufen, viermal Krafttraining. Das klingt irgendwie erstmal viel, aber das Krafttraining mache ich zuhause und das sind kurze, intensive Einheiten à 20 bis 30 Minuten, der zeitliche Aufwand ist also äußerst überschaubar. Und da Abs in der Küche gemacht werden, werde ich mir auch mal ein alltagstaugliches Abnehmkonzept ausknobeln. Wobei es da nicht viel zu knobeln gibt: 1.200 bis 1.500 kcal am Tag, Essenspausen, keine Zwischenmahlzeiten, genug Protein und Ballaststoffe, auf ausreichend Schlaf achten. Die Theorie hab ich ja drauf. Ich bin auch schlau genug, das Glas Wein am Abend und das Stück Schokolade am Nachmittag einzuplanen, denn verbieten wird nicht funktionieren. Dann bin ich halt eine Woche später schlank. So.