Weekly Journal – Woche 2

Das war mal eine volle Woche. Gefühlt zumindest, so richtig gesteckt voll waren nur die letzten drei Tage. An den anderen Tagen habe ich Kleinkram erledigt, Dinge wie Friseur, Stiefel zum Schuster bringen, Blutabnahme zum Schilddrüsencheck, alle möglichen Besorgungen, EMails. Die meiste Zeit war ich drinnen, denn draußen war es eklig, es regnet eigentlich ununterbrochen und ist ungemütlich. Den geplanten Wiedereinstieg ins Lauftraining musste ich dank Muskelkater aus der Hölle (sogar in den Fußsohlen!) ohnehin verschieben.

Stricken & Häkeln
Cria wächst langsam. Ich bin in stockinette purgatory, der Glatt-rechts-Vorhölle, es passiert überhaupt nichts im Strickzeug, nur alle 27 Reihen vier Zunahmen. Um ernsthaft Strecke an diesem Strickstück zu machen, hätte es die Unausweichlichkeit einer langen Zugfahrt gebraucht, und es gab sogar eine, aber da habe ich an den Socken weitergestrickt, denn Cria ist inzwischen recht voluminös und wiegt 400 g. Und ich hatte schon das iPad in der Tasche. Und die Power Bank. Und so lang war die Zugfahrt dann auch nicht. Da mochte ich sie nicht auch noch herumtragen.

Spinnen
Das Mauerblümchen ist fertig gesponnen, aber noch nicht verzwirnt. Ich lasse den Single gern ein paar Tage auf der Spule ruhen, er ist dann beim Zwirnen deutlich kooperativer. Da ich aber noch zwei Folgen Game of Thrones übrig und obendrein große Spinnlust hatte, habe ich mit der Scandi Blend weitergemacht – dann und wann leise fluchend. Ich spinne sie fertig. Außerdem habe ich Spinnfasern bestellt, einen wunderbar quietschbunten Kammzug für Sockengarn (70% Superwash Cheviot, je 15% Tussahseide und Nylon) bei Hilltop Cloud.

Sport
Am Montag und am Mittwoch war ich beim Training, das war ganz großartig. Das Knie hatte nichts zu beanstanden. Besonders am Mittwoch hab ich richtig was gelernt – es ist erstaunlich, was man aus drei vermeintlich simplen Eightcounts – das sind sozusagen Kurzchoreografien für zwei Takte – noch so herausholen kann. Wie sind meine Motions – also die Arme? Die Beine, der Kopf? Idealerweise machen wir die Bewegungen alle gleich. Idealerweise. Wir haben mit dem Touchdown-Tanz angefangen, den gibt es auf Youtube, deswegen kann ich ihn euch zeigen:

Gekommen sind wir bis zum Ende des zweiten Achters, das ist, wenn Joan Jett „Seventeen“ singt. Am Montag geht es im Training also weiter mit dieser Klatschkaskade. Ich freu mich drauf, ich mag das Lied auch sehr.

Buch, Bild & Ton
Am Wochenende hatte ich eine Dauerkarte für die Fantasy Filmfest White Nights. Am Samstag ging es am frühen Nachmittag mit Jonathan los: John und Jonathan sind Brüder und teilen sich einen Körper, Jonathan tagsüber, John nachts. Sie hinterlassen einander Videobotschaften in denen sie erzählen, wem sie begegnet sind, was sie gemacht haben, dass eine Waschmaschine angeschmissen werden muss … solche Dinge. Das Leben der beiden ist durchorganisiert und wird therapeutisch begleitet, sie leben damit wie mit einer seltenen Krankheit. Es fällt überhaupt nicht schwer, sich auf die Idee einzulassen, dass so etwas tatsächlich möglich ist, und man bekommt ein gutes Gefühl dafür, welche Probleme ein Leben mit einer solchen „Behinderung“ mit sich bringt – in dieser Hinsicht hat der Film fast etwas dokumentarisches. Hat mir gut gefallen, bis auf das Ende. Das war für mich weder inhaltlich noch von der Art, wie es erzählt wurde, stimmig. Aber ich habe auch keinen besseren Vorschlag, also nehme ich es grummelnd so hin. Der zweite Film des Tages, The Favourite, war eine mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone hochkarätig besetzte Satire um die Intrigen am Hof von Queen Anne. Böse und absurd. Ich werde ihn noch einmal schauen, weil ich vermute, dass mir trotz der deutschen Untertitel einige Spitzen entgangen sind. Gelegenheit dazu habe ich ab dem 24.1., wenn er regulär in die Kinos kommt. Der deutsche Trailer (und verdammt nochmal, natürlich gibt es wieder eine dämliche deutsche Unterzeile)

Der Sonntag begann mit Cappucino, Schokoriegel und sinnloser Gewalt: Office Uprising war nicht Neues, hat aber viel Spaß gemacht und damit meine Erwartungen hundertprozentig erfüllt. Die Adaption der Murakami-Erzählung Burning kam stiller daher, wenn auch für mich nicht so rätselhaft wie angekündigt. Und auch eigentlich überhaupt nicht herausragend genug, um oscarwürdig zu sein. Zum Abschluss (für mich, es gibt noch einen weiteren Film, aber mir reichen drei am Stück) gab es mit Destroyer noch einen richtig schweren Brocken. Ich muss gestehen, dass ich den ganzen Film über immer wieder „Das ist Nicole Kidman?!?“ denken musste. Eine wirklich beeindruckende, kompromisslose Performance.

unterwegs
Ich habe mich davon überzeugt, dass Bielefeld tatsächlich exisitert. Anlass meines Besuchs war ein Coachingtermin, und der war wirklich beeindruckend. Ich hatte die Coach vor zwei Jahren in Regensburg kennengelernt, dort hatte sie einen Vortrag zum Impostor-Syndrom gehalten (ich berichtete), und seit ich auch noch erfahren hatte, dass sie mit Wingwave arbeitet, wollte ich unbedingt mit ihr arbeiten. Wingwave ist ein Verfahren, das gut eingesetzt werden kann, wenn kognitive Methoden an ihre Grenzen stoßen. Wenn man seine ganze Kindheit und Jugend durchforstet und zerlegt hat und möglicherweise sogar genau weiß, warum einem manche Situationen schwer fallen, man mit diesem Wissen aber nichts anfangen kann. Es führt nicht dazu, dass man sich besser fühlt. Man schafft es vielleicht, sich im Außen so zu verhalten, wie man es möchte, es ist aber ein innerer Kampf, der unverhältnismäßig viel Kraft kostet.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: wir können, wenn uns der Kollege, der so gern seine Arbeit auf uns ablädt, endlich freundlich, aber bestimmt nein sagen und pünktlich Feierabend machen, können den freien Abend dann aber vor lauter schlechtem Gewissen und Einflüsterungen der inneren Stimmen gar nicht so richtig genießen. Dass wir wissen, woher es kommt, dass wir uns mit dem Neinsagen so schwer tun, nützt uns gar nichts. Im Gegenteil: wir denken: ich weiß doch, woher es kommt, warum kann ich es nicht ändern? Und finden die Ursache ganz schnell in unserer Unzulänglichkeit. Wir geben unheimlich viel auf unsere kognitiven Fähigkeiten, und das ist auch gut, aber manchmal sind sie einfach das falsche Werkzeug. Irgendjemand sagte mal „If your only tool is a hammer every problem looks like a nail.“

Kernelemente von Wingwave sind der Myostatik-Muskeltest, bei dem mit Daumen und Zeigefinger einer Hand ein Ring gebildet wird, den der Coach auf Festigkeit prüft, während er Fragen stellt. Bei Fragen, die einen Stressimpuls auslösen, öffnet der Ring sich. Dazu bilaterale Hemisphärenstimulation, zum Beispiel durch EMDR, womit Augenbewegungen wie im REM-Schlaf erzeugt werden. Das klingt beides ein wenig nach Spökenkiekerei, ist aber sehr gut beforscht. Anschauen kann man sich das zum Beispiel in der vierteiligen SWR-Fernsehserie „Die Seelenflüsterer“ auf YouTube.

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag bin ich beim Kunden. Freitag Abend feiern wir drei Jahre Norderstedt und gehen aus diesem Anlass essen. Ansonsten: viel Homeoffice, ich muss mein Portfolio-PDF fertigmachen und das Tagungsheft für das Mensa Jahrestreffen in Hamburg im April weitermachen. Das muss zwar erst Ende März in den Druck, aber erfahrungsgemäß dauern solche Dinge dann am Ende doch länger als geplant, und ich kann den Aufwand ehrlich gesagt noch überhaupt nicht einschätzen. Ich möchte das Mauerblümchen verzwirnen (ich weiß noch immer nicht, ob mit oder ohne Pailetten bzw. Perlen, ich glaube, ich werde einfach ein paar Meter in allen drei Variationen – mit Perlen, mit Pailetten, ohne alles – testzwirnen und schauen, wie es mir gefällt.) Ich habe das Schnittmuster für das Plantain-Shirt von Deer & Doe ausgedruckt und nehme mir für die nächste Woche erstmal noch nicht mehr vor, als meine Größe zu bestimmen, den Bogen zusammenzukleben und die richtige Größe auszuschneiden.

Jahresrückblick 2018

Willkommen zum Monstereintrag des Jahres …

Dann wollen wir mal. Im Unterschied zu den Wochenrückblicken stehen die Ziele für 2019 (so es sie denn gibt) nicht ganz am Ende des Eintrags, sondern jeweils am Ende der Kategorie. So wird’s übersichtlicher, hoffe ich.

Stricken & Häkeln
Eigentlich war mir Anfang des Jahres völlig klar, dass ich keine weiteren Tücher brauche. Trotzdem habe ich einen Dotted Rays aus Sockenwollresten und einen Fading Point gestrickt (letzteren auch noch aus einem unvertretbar teuren Garn-Kit – ja, er ist schön geworden. Aber ich hab ihn seit der Hochzeit nicht mehr getragen, für den Alltag ist er mir nämlich zu groß).
Meine Strickjackenvorsätze hab ich mit Schmackes vor die Wand gefahren, der Water & Stone ist ein leieriges Trauerspiel, dessen Schicksal ich noch besiegeln muss (wahrscheinlich wird er aufgeribbelt) und der erste Cria-Versuch ist kläglich gescheitert. Ich arbeite am zweiten und garnverbrauchsmäßig ist er zu 33% fertig. Außerdem ist noch eine Juneberry-Jacke in Arbeit. Fertig bekommen habe ich abgesehen von den beiden Tüchern und der Strickjacke nur Kleinkram.
Ziele für 2019: Die beiden Jacken fertig stricken. Ein Tuch für den Mann, sehr vielleicht ein Schwestertuch nach der gleichen Anleitung (Advent von Janukke) für mich (so viel zu „keine weiteren Tücher“). Ich hätte gern ein Paar Kniestrümpfe, zum Beispiel Zum Dirndl von Yarnissima. Ich liebäugle schon länger mit der Still Light Tunic (ein Kleid in Nadelstärke 3,0, I must be out of my mind) und dem Vaali Dress (für letzteres hab ich sogar schon Garn, das könnte mein Weihnachtskleid 2019 werden). Und dem kurzen geteilten Pulli, aber dafür muss ich erst das Garn spinnen. Apropos …

Spinnen
Ein Merino-Nylon-Sockengarn ist fertig geworden. Das Großprojekt auf dem Rad ist die Scandi-Blend, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie es damit weitergeht, diese Fasern sind anstrengend und das Garn, das ich aus den ersten 200 g gemacht habe, ist zu dünn geraten. Ich stecke derzeit in einem „Aber du kannst das doch nicht einfach in die Tonne hauen“-Dilemma. Mal gucken, wie lange das noch dauert und wie es ausgeht. Weil ich ein Erfolgserlebnis wollte, habe ich den Mauerblümchen-Kammzug zwischengeschoben und angefangen, ein etwas dickeres Garn für eine Mütze zu spinnen.
Ziele für 2019: Ich möchte in 2019 auf jeden Fall an der Tour de Fleece teilnehmen. Das Mützengarn fertig spinnen. Zu irgendeiner Entscheidung bezüglich der Scandi Blend kommen. Es gibt da diesen oben erwähnten Pulli aus der Rebecca, für den ich gern Garn spinnen möchte. Die Garnempfehlung ist GGH Volante, eine Merino-Baumwoll-Mischung, Worsted Weight, 130 m auf 50 g, 400 g brauche ich für meine Größe angeblich, das erscheint mir etwas viel, ich muss das nochmal checken.

Nähen
Ein Abendkleid für Aachen. Ein Wickelkleid für den Sommer. Ein Handtäschchen und ein Mottotrainingskostüm. Ein Hoodie für den Mann und ein Bezug für die Nackenrolle. Das ist alles, was ich dieses Jahr genäht habe. Das Hoodie wird getragen und getragen und getragen, und das freut mich über die Maßen. Ich habe mein Pinguinkleid aus dem letzten Jahr viel getragen, obwohl es nicht ganz perfekt an meine Maße angepasst ist, das Oberteil könnte 2-3 cm länger sein, ich bin halt groß. Aber es ist Jersey und zieht sich hin. Basst scho’.
Ziele für 2019: Ich habe an Material noch den Doradenjersey, den Rabensweat und den Fischgrätsweat (ich habe Fotos gemacht, weil das wirklich kryptisch klingt), die möchte ich gern verarbeiten. Und das zugeschnittene Karokleid 2.0 möchte ich natürlich fertig machen, aber erst, wenn ich das konfektionsgrößenmäßig auch wieder zu würdigen weiß. Ich denke mal, das erste Quartal 2019 werde ich an der Nähmaschine nix machen – es sei denn, ich hätte dringend gern eine Tasche. Und dann ist da noch der Opium-Mantel von Deer & Doe. Und es wird auch in 2019 Mottotrainings geben.

Sport
Ich wollte 500 km laufen und beim German Bowl an der Sideline stehen – und dann hatte ich Knie, wieder einmal. Der Innenmeniskus ist gerissen. Ich habe mich erst einmal gegen eine OP entschieden und will stattdessen Gewicht reduzieren und die Stützmuskulatur aufbauen. So wirklich weit bin ich damit noch nicht gekommen, aber das ist okay, meine Prioritäten waren mit der Gründung einfach anders gelagert. Momentan bin ich schmerzfrei. Was bedeutet, dass ich diese beiden Ziele für 2019 direkt recyceln werde. 500 km sind übrigens gar nicht so viel, das sind knapp zehn pro Woche.
Ziele für 2019: zehn Kilo abnehmen (das wird spannend, ist es doch nicht der erste Versuch, und so wirklich zuversichtlich, dass es diesmal klappt, bin ich noch nicht, was mich übrigens ärgert). Regelmäßig, am besten täglich, auf die Yogamatte. Again: 500 km laufen und beim German Bowl an der Sideline stehen. Mal wieder die Inline Skates benutzen und gelegentlich schwimmen gehen (virtuelle Karotte: hinterher Sauna zum Aufwärmen!). Und überhaupt: bewegen! Das tut mir gut. Und wenn es nur die 10.000 Schritte am Tag sind (die eigentlich meistens überhaupt nicht schwer zu erreichen sind)

Buch, Bild & Ton
In den Tausend Fragen habe ich die Sache mit mir und dem Lesen mal als Readers Block bezeichnet und danach erst festgestellt, dass es diesen Begriff ja wirklich gibt. Ich habe auch dieses Jahr wieder mehr Bücher gekauft (zwölf), als ich gelesen habe (fünf), habe mich aber ausgetrickst, indem ich drei davon als eBook gelesen habe. Das fühlt sich leichter und ein bisschen wie Internetsurfen an, ich habe die Hände frei und kann dabei stricken, und *zack* hält meine Konzentration länger als zwei Absätze durch. Natürlich möchte ich die diversen Papierbücher in meinem zu-lesen-Regal noch immer lesen, ohne ein Vermögen für eBooks auszugeben, also nehme ich mir vor, die Mini-Gewohnheit „zwei Seiten am Tag“ wieder zu etablieren, das hat damals eine Weile recht gut funktioniert. Wenn ich Hörbücher oder Podcasts höre, habe ich immer die Hände beschäftigt, mit Strickzeug, Spinnrad oder Putzlappen, je simpler die Tätigkeit, desto besser sinkt das Gehörte ein. Es passiert, dass ich mich ans Spinnrad setze und in dem Moment, in dem ich die Fasern in die Hand nehme, ganz klar Stelle des Hörbuchs im Kopf habe, bei der ich am Vortag aufgehört habe. Sechzehn Hörbücher waren es dieses Jahr, zusammengerechnet fast zehn Tage – 237 Stunden. Am besten gefallen haben mir die Krimis von Robert Galbraith, der zweite Kühn-Roman von Jan Weiler und der Ernährungskompass. Letzterer ist eines der zwölf gekauften Bücher, denn das nehme ich sicher gern mal zur Hand, um beispielsweise nachzuschlagen, wie das nochmal mit dem mTor und dem Rapamycin war. Das beeindruckenste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, war Nüchtern betrachtet war’s betrunken nicht so berauschend von Susanne Kaloff, die größte Enttäuschung war Super, und dir? von Kathrin Weßling – ich schätze, nach dem herausragend guten Drüberleben hatte ich da einfach zu viel erwartet.

Habt ihr gesehen, dass ich in den Tausend Fragen meine Top 25 2018 veröffentlicht habe? Ansonsten waren meine Neuentdeckungen in der Kategorie Musik 2018 Joep Beving und Poppy Ackroyd (beide Komponisten und Pianisten) und Taylor Swift.

Ich gehe immer seltener ins Kino. Dieses Jahr hatte ich das Pech, zu den beiden Festivalwochenenden, für die ich Dauerkarten hatte, erkältungsmäßig bös angeschlagen zu sein. Fantasy Filmfest geht immer noch, die Gäste nehmen aufeinander Rücksicht. Ich glaube, meine Filme des Jahres sind Isle of Dogs und The Shape of Water, was eine phantastische Ausbeute ist, zwei so wunderbare Filme in nur einem Jahr.

Kulinarisches
Ich habe meinen ersten Rumtopf angesetzt und am 1. Advent verkostet. Das war sehr schön, ich plane allerdings erstmal keine Wiederholung. Prinzipiell interessiert mich das Thema saisonal und frisch auf dem Markt kaufen und dann haltbar machen sehr. Einwecken möchte ich. Gewürzgurken zum Beispiel, das wollte ich dieses Jahr schon machen, habe dann auf dem Markt aber keine mehr bekommen. Und Kürbis für diverse Lieblingsgerichte und endlich diese Rosenkohl-Pickles aus dem Kuriositätenladen.

unterwegs
Ich war in Aachen, München, Düsseldorf, Freiburg und natürlich auf Langeoog. Diese Städte-Kurzreisen liebe ich sehr, ich komme immer voller Inspiration und positiver Energie zurück nach Hause. In Düsseldorf war ich anlässlich des Wollfestivals, das war sehr schön, ich habe einen netten Nachmittag mit anderen Strickerinnen verbracht. Sowas möchte ich in 2019 wieder machen, vielleicht Leipzig im April und Vaterstetten im Oktober? Außerdem liebäugle ich mit Chantimanous sommerSpinnfest im Juni. Und im Januar fahre ich bereits nach Bielefeld – allerdings beruflich und nur kurz, ohne Übernachtung.

Dies & Das
Ich habe meinen Job gekündigt, nachdem er mich hinreichend krank gemacht hatte, mit dem Cheerleading angefangen und verletzungsbedingt erstmal wieder aufgehört, habe geheiratet, mich meines Facebook-Accounts entledigt und mich selbstständig gemacht, es gab Abschiede, die mich sehr traurig gemacht haben, und schöne neue Begegnungen. 2018 war ein ereignisreiches Jahr. 2019 darf gern etwas ruhiger werden.

Weekly Journal – Woche 51 & 52

Ich fasse einfach mal die letzten beiden Wochen zusammen. Letzte Woche ging es mir nicht gut, alles, was ich zustande gebracht hätte, wäre oberflächliches Herunterschreiben von Dingen gewesen, die ich gemacht habe (was ohnehin nicht viel war, weil es in diesem Blog noch keine Kategorie „Candy Crush spielen“ gibt), und dazu konnte ich mich nicht durchringen. Depression ist ein Arschloch, in der Weihnachtszeit nochmal besonders. Aber die ist nun vorbei, und im neuen Jahr wird traditionell alles anders, besser auch, das ist bekannt.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Mit der Cria bin ich ein Stückchen über die Stelle hinaus, an der ich bei der ersten aufgegeben habe. Ich hab sie bange anprobiert, und ja, das sieht diesmal viel besser aus. Ab jetzt geht es glatt rechts geradeaus. Vom Garn bin ich noch immer sehr begeistert, ich habe die Wollmeise DK einfach sehr gern in der Hand. Und die Farbe ist wunderschön. Vom ersten der drei veranschlagten Stränge sind nur noch wenige Meter übrig.

Buch, Bild & Ton
Ich habe Die Bullet-Journal-Methode fertiggelesen und werde nächstes Jahr mal mit dieser speziellen Art des Notizbuches experimentieren. Im Praxis-Kapitel habe ich vieles nur quergelesen, weil diese Art der psychologischen Arbeit für mich nicht neu war, aber die BuJo-Technik an sich halt schon. Ich habe das entsprechende Hashtag auf Instagramm zunächst begeistert abonniert und direkt komplett eingeschüchtert wieder abbestellt. Ich will keine Kunst schaffen, ich will mich strukturieren und vor allem mit meinen Zielen weiterkommen. Für 2019 liegen hier nun also ein punktkariertes, robustes Notizbuch und ein schwarzer Fineliner, mit dem ich gern schreibe – das wird für den Anfang reichen.

unterwegs
Ich war im schönen Freiburg im Breisgau. Jens war zu einer Schulung dort, und ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, ihm Gesellschaft zu leisten. Wir hatten die Möglichkeit, sein Einzelzimmer für zwei Nächte auf ein Doppelzimmer aufzustocken, das Hotel hab ich mir also nicht selbst ausgesucht, aber das nächste Mal würde ich wieder dort buchen. Wir waren im *Green City Hotel Vauban* untergebracht. „Nachhaltig und inklusiv“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, und soweit ich das sehen konnte, zu recht: Menschen mit und ohne Handicap arbeiten dort miteinander, ein großer Teil des Speisen- und Getränkeangebotes kommt aus der Region. Der Hotelausweis ist zugleich ein Ticket für den Verkehrsverbund, die Tram fährt direkt vor der Tür. Es gibt konsequenterweise keine Kleinverpackungen und keine Minibar. Es ist reduziert, aber gemütlich, die Zimmer sind aufs Wesentliche reduziert (plus Fernseher im Standby-Modus, auf den ich jederzeit verzichten kann), in der Hotelbar gibt es hochwertigen Tee und Merlot aus Freiburg, der sich vor der Konkurrenz aus Kalifornien nicht verstecken muss.

Am Montag bin ich angekommen und Mittwoch Mittag bin ich wieder abgereist, also blieb für ausgiebige Stadterkundung nur der Dienstag – dies allerdings bei prächtigem Wetter. Ich bin durch die Altstadt spaziert und war oben auf dem Schlossberg (und zwar zu Fuß, es gibt da wohl eine Seilbahn, aber die Haltestelle war noch ein ganzes Stück von meiner Tram-Station entfernt, und als ich oben war, sah es nicht so aus, als wäre die Station in den letzten Wochen benutzt worden). Freiburg ist hübsch und erinnert mich ein bisschen an Rostock – sei es wegen der Stadttore, der relativ neuen, aber dennoch auf alt gemachten Häuser, der Tram oder der vielen Studenten. Ich war fasziniert von den schönen Pflastermosaiken und natürlich von den Freiburger Bächle, die das Bild der Altstadt prägen. Das sind kleine Wasserläufe, die im Mittelalter zur Wasserversorgung angelegt wurden und von denen sich die Freiburger jetzt nicht mehr trennen mögen, auch wenn sie eigentlich nur noch dekorative Zwecke erfüllen. Vor ein paar Jahren wagte mal eine Lokalzeitung einen Aprilscherz und verkündete, die Bächle würden aufgrund der Unfallgefahr zugeschüttet und blau gepflastert, und *zack* gab‘s Bürgerbegehren. Mit den Bächle macht man offensichtlich keine Scherze.

Pläne für nächste Woche
Mein innerer Monk findet es blöd, dass das Jahr an einem Montag endet und mit einem Dienstag beginnt. Er weiß nicht, was er sich für den Montag vornehmen soll, denn Jahresbeginn sticht Wochenbeginn. Tja. Schwierige Zeiten. Die laufenden Projekte – Cria und das Mauerblümchen – laufen weiter. Sport kann auch wieder losgehen, die Erkältung ist weit genug abgeklungen und das Knie ist schmerzfrei. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob es mit dem Weekly Journal im nächsten Jahr weitergehen soll oder nicht.
So oder so: kommt gut rüber nach 2019.