Weekly Journal – Woche 51 & 52

Ich fasse einfach mal die letzten beiden Wochen zusammen. Letzte Woche ging es mir nicht gut, alles, was ich zustande gebracht hätte, wäre oberflächliches Herunterschreiben von Dingen gewesen, die ich gemacht habe (was ohnehin nicht viel war, weil es in diesem Blog noch keine Kategorie „Candy Crush spielen“ gibt), und dazu konnte ich mich nicht durchringen. Depression ist ein Arschloch, in der Weihnachtszeit nochmal besonders. Aber die ist nun vorbei, und im neuen Jahr wird traditionell alles anders, besser auch, das ist bekannt.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Mit der Cria bin ich ein Stückchen über die Stelle hinaus, an der ich bei der ersten aufgegeben habe. Ich hab sie bange anprobiert, und ja, das sieht diesmal viel besser aus. Ab jetzt geht es glatt rechts geradeaus. Vom Garn bin ich noch immer sehr begeistert, ich habe die Wollmeise DK einfach sehr gern in der Hand. Und die Farbe ist wunderschön. Vom ersten der drei veranschlagten Stränge sind nur noch wenige Meter übrig.

Buch, Bild & Ton
Ich habe Die Bullet-Journal-Methode fertiggelesen und werde nächstes Jahr mal mit dieser speziellen Art des Notizbuches experimentieren. Im Praxis-Kapitel habe ich vieles nur quergelesen, weil diese Art der psychologischen Arbeit für mich nicht neu war, aber die BuJo-Technik an sich halt schon. Ich habe das entsprechende Hashtag auf Instagramm zunächst begeistert abonniert und direkt komplett eingeschüchtert wieder abbestellt. Ich will keine Kunst schaffen, ich will mich strukturieren und vor allem mit meinen Zielen weiterkommen. Für 2019 liegen hier nun also ein punktkariertes, robustes Notizbuch und ein schwarzer Fineliner, mit dem ich gern schreibe – das wird für den Anfang reichen.

unterwegs
Ich war im schönen Freiburg im Breisgau. Jens war zu einer Schulung dort, und ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, ihm Gesellschaft zu leisten. Wir hatten die Möglichkeit, sein Einzelzimmer für zwei Nächte auf ein Doppelzimmer aufzustocken, das Hotel hab ich mir also nicht selbst ausgesucht, aber das nächste Mal würde ich wieder dort buchen. Wir waren im *Green City Hotel Vauban* untergebracht. „Nachhaltig und inklusiv“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, und soweit ich das sehen konnte, zu recht: Menschen mit und ohne Handicap arbeiten dort miteinander, ein großer Teil des Speisen- und Getränkeangebotes kommt aus der Region. Der Hotelausweis ist zugleich ein Ticket für den Verkehrsverbund, die Tram fährt direkt vor der Tür. Es gibt konsequenterweise keine Kleinverpackungen und keine Minibar. Es ist reduziert, aber gemütlich, die Zimmer sind aufs Wesentliche reduziert (plus Fernseher im Standby-Modus, auf den ich jederzeit verzichten kann), in der Hotelbar gibt es hochwertigen Tee und Merlot aus Freiburg, der sich vor der Konkurrenz aus Kalifornien nicht verstecken muss.

Am Montag bin ich angekommen und Mittwoch Mittag bin ich wieder abgereist, also blieb für ausgiebige Stadterkundung nur der Dienstag – dies allerdings bei prächtigem Wetter. Ich bin durch die Altstadt spaziert und war oben auf dem Schlossberg (und zwar zu Fuß, es gibt da wohl eine Seilbahn, aber die Haltestelle war noch ein ganzes Stück von meiner Tram-Station entfernt, und als ich oben war, sah es nicht so aus, als wäre die Station in den letzten Wochen benutzt worden). Freiburg ist hübsch und erinnert mich ein bisschen an Rostock – sei es wegen der Stadttore, der relativ neuen, aber dennoch auf alt gemachten Häuser, der Tram oder der vielen Studenten. Ich war fasziniert von den schönen Pflastermosaiken und natürlich von den Freiburger Bächle, die das Bild der Altstadt prägen. Das sind kleine Wasserläufe, die im Mittelalter zur Wasserversorgung angelegt wurden und von denen sich die Freiburger jetzt nicht mehr trennen mögen, auch wenn sie eigentlich nur noch dekorative Zwecke erfüllen. Vor ein paar Jahren wagte mal eine Lokalzeitung einen Aprilscherz und verkündete, die Bächle würden aufgrund der Unfallgefahr zugeschüttet und blau gepflastert, und *zack* gab‘s Bürgerbegehren. Mit den Bächle macht man offensichtlich keine Scherze.

Pläne für nächste Woche
Mein innerer Monk findet es blöd, dass das Jahr an einem Montag endet und mit einem Dienstag beginnt. Er weiß nicht, was er sich für den Montag vornehmen soll, denn Jahresbeginn sticht Wochenbeginn. Tja. Schwierige Zeiten. Die laufenden Projekte – Cria und das Mauerblümchen – laufen weiter. Sport kann auch wieder losgehen, die Erkältung ist weit genug abgeklungen und das Knie ist schmerzfrei. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob es mit dem Weekly Journal im nächsten Jahr weitergehen soll oder nicht.
So oder so: kommt gut rüber nach 2019.

Weekly Journal – Woche 50

Heidewitzka Marie, das war nochmal eine Woche! Der Montag machte in weiten Teilen den Eindruck, als folge er einem Monty Python-Drehbuch, und die anderen Tage haben sich auch nicht lumpen lassen. Ab Donnerstag machte sich zudem nachdrücklich eine Erkältung bemerkbar, am Freitag ging es mir richtig dreckig, mit schmerzenden Augen dank entzündeter Stirnhöhlen acht Stunden am Rechner zu sitzen macht überhaupt keinen Spaß. Das Wochenende habe ich dann hauptsächlich damit verbracht, mich weitestmöglich auszukurieren. Also kein Sport, dafür aber viel Strickzeit.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Ich habe eine neue Cria aus Wollmeise DK angefangen. Zunächst habe ich eine großzügige Maschenprobe gestrickt und sie, wie Ysolda es im Buch empfielt, leicht beschwert hängend getrocknet. Die Maschenprobe passte, ich habe also in Größe 38 angeschlagen und bin jetzt in der Reihe mit dem ersten Knopfloch. Die Farbe heißt „Feldmäuschen“ und ist ein Grau, das leicht ins rosa geht. Ich mag die lebendigen Wollmeise Farben sehr. Und apropos Farben, der erste Breamore-Socken ist fertig. Ich bin noch immer unschlüssig, ob mir dieses krawallbunte Garn nun gefällt oder ob ich es furchtbar finde. Es ist eine Färbung von Tréliz namens Energy Saving Mode, und ich kann mir kaum einen Namen vorstellen, der weniger passt. Gekauft habe ich sie nur wegen des Projektbeutels mit den Faultieren, den es dazu gab.

Gesponnen habe ich auch, immernoch das Mauerblümchen, die Alpaka-Seidenmischung aus der Stockumer Wollwerkstatt. Ich muss mich konzentrieren, den Faden nicht immer dünner und dünner werden zu lassen, das ist gar nicht so leicht.

Buch, Bild & Ton
Ich habe meinen Netflix-Account reaktiviert, weil ich das nun mal so mache, wenn ich krank bin, aber ich habe irgendwie nichts gefunden, worauf ich Lust gehabt hätte. Ich habe Battle geschaut, einen norwegischen Tanzfilm, die Handlung war vorhersehbar, keine der Figuren wirklich sympathisch, aber die Musik war teils gut und die Tanzszenen schön anzusehen, immerhin. Und das Lied Youth von Daughter, das ich sehr mag, hat einen sehr prominenten Platz.
Habt ihr Netflix-Empfehlungen für mich? Ich bin für alles offen, es sei denn, es enthält Lachkonserven. Dann kann ich es nicht gucken (weswegen mir die von vielen geliebte Big Bang Theory ewig verschlossen bleiben wird. Ich habe es versucht. Keine Chance).

Pläne für nächste Woche
Ich fahre morgen für drei Tage nach Freiburg, einfach nur so. Insofern ist die Erkältung mal wieder blödes Timing, aber das konnte ich vor zwei Monaten, als ich die Supersparpreis-Bahntickets gekauft habe, ja nicht ahnen. Ich habe Jens gerade zum Flughafen gebracht (auf dem Rückweg habe ich am Schmuggelstieg angehalten, wo an diesem Wochenende ein historischer Weihnachtsmarkt ist, mit heißem Met und Mittelaltermusik von Bene Vobis), er ist dort die ganze nächste Woche zu einer Schulung und ich leiste ihm an zwei Abenden Gesellschaft und schaue mir die Stadt an. Ich freue mich sehr darauf. Donnerstag und Freitag sind dann meine letzten beiden Arbeitstage beim Kunden für dieses Jahr. Und am Wochenende habe ich noch nichts vor. Sport werde ich noch nicht machen, aber vielleicht ein bisschen Yoga. Und der HaMLet ist dran, das Mensa-Ortsblatt, das ich herausgebe. Allerdings habe ich so wenige Beiträge bekommen, dass das an zwei Abenden erledigt sein dürfte.

Weekly Journal – Woche 49

Diese Woche fällt mir der Eintrag noch schwerer als letzte. Ich habe nicht wirklich was zu erzählen, wenig gehandarbeitet, überhaupt keinen Sport gemacht, und die Dinge, die mich gerade beschäftigen, sind zu persönlich, um hier darüber zu schreiben. Es wird also wieder ein kurzer Eintrag.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Gestrickt habe ich nur an den Reisesocken. Das Muster ist Breamore von Anneh Fletcher, ich hab sie Anfang August angefangen, auf dem Flug nach München, dann hab ich zwei Wochen später in Düsseldorf nochmal dran gestrickt, und dann lagen sie. Ich hab den Anfang der Ferse noch einmal zurückgeribbelt und den Schaft um zwanzig Reihen verlängert. Besser so. Die Ferse habe ich erst im dritten Anlauf kapiert, die Konstruktion ist ungewöhnlich und nicht besonders gut beschrieben. Aber nach einer Rückfrage bei Susanne und eingehender Betrachtung der Fotos ging es dann.

Gesponnen habe ich auch ein bisschen. Ich habe den nächsten bunten 100g-Kammzug herausgeholt, um Mützengarn daraus zu machen. Die Wahl fiel auf den ältesten, eine Alpaka-Seiden-Mischung (70% Alpaka, 30% Tussahseide), die ich 2013 bei der Stockumer Wollwerkstatt gekauft hatte. Die Fasern ziehen sich einigermaßen bockig aus, nicht wirklich verfilzt, aber ein bisschen verklebt (lange nicht so schlimm wie die Scandi-Blend), aber es geht dennoch recht flott voran, denn ich spinne recht dick und Unregelmäßigkeiten stören mich nicht. Ich möchte den Single kettenzwirnen und dabei eventuell einen Faden Nähgarn mit Perlen drauf mitlaufen lassen, ich habe noch ein Döschen Perlen in passenden Farben, für das ich bisher noch keine Verwendung hatte, ein Kollateralkauf, noch älter als die Fasern. Vielleicht auch ein paar Pailetten – ich hätte Lust auf eine Mütze mit ein bisschen Glitzer.

Pläne für nächste Woche
Weiter durchhalten. Es ist die letzte Woche des Jahres, die ich komplett durcharbeite, das schaffe ich auch noch. Ich mag allerdings weder Sport- noch Handarbeitsziele ausgeben.