Weekly Journal – Woche 4

Die Woche begann früh – der Liebste hatte den Wecker am Montag auf 5:30 Uhr gestellt: es gab einen Blutmond zu bestaunen. Und – anders als zu allen Sonnen- und Mondfinsternissen der letzten Zeit – bestand die Aussicht auf gute Sicht. Am Abend zuvor war Nebel aufgezogen, weswegen ich skeptisch war, aber am Morgen war es klar. Wir haben also dabei zugesehen, wie der Mond seine letzten paar Kilometer in den Schatten der Erde gewuchtet hat, und kurz, ganz kurz, habe ich darüber nachgedacht, was ich alles schaffen könnte, wenn ich jetzt einfach wach bleiben würde. Dieser Gedanke hat mich so erschöpft, dass ich mich direkt wieder hingelegt habe.

Stricken & Häkeln
Cria ist jetzt ein prima Bolerojäckchen ohne Ärmel. Ich habe nicht viel dran gestrickt, eigentlich nur während des Facetime-Stricktreffs mit Susanne, und es tut der Motivation ungemein gut, wenn man das Teil in regelmäßigen, wenn auch nicht zu kurzen Abständen mal anprobiert, um zu staunen: es wächst ja doch. Langsam, aber stetig. Und es wird schön. Glaube ich. Also weiter geht‘s.
In der U-Bahn war ich auch fleißig, die Ferse des zweiten Breamore-Socken ist fertig, ab jetzt geht es nur noch geradeaus – das sollte nächste Woche zu schaffen sein.

Spinnen
Die zweite Staffel Game of Thrones und der dritte Kammzug der Scandi-Blend. Also, noch nicht fertig, aber in Arbeit. Inzwischen habe ich mich mit den verklebten Fasern arrangiert und mache einfach stur immer weiter. Es macht sogar Spaß, ich spinne momentan total gern. Ich habe noch einen bunten 100g-Kammzug, der Mützengarn werden könnte. Sollte ich zwischendurch ein schnelles Erfolgserlebnis brauchen: es sind noch zwei Spulen frei. Aber momentan bin ich mit meinen Sisyphos-Fasern ganz zufrieden.

Sport
Am Montag habe ich das Training abgesagt, ich konnte vor Rückenschmerzen kaum stehen. Ich habe Orthopäden durchtelefoniert und einen Termin für den 11.2. bekommen. 2019. Mit Schmerzen drei Wochen warten, yay. Mittwoch war es besser, aber noch nicht gut. Ich konnte weitestgehend schmerzfrei stehen, mich aber nicht bücken. Und beim Touchdown-Tanz, der momentan noch auf dem Trainingsplan steht, muss ich runter. Zackig. Also nochmal pausiert und so oft es ging gedehnt und entspannt. Ich hoffe, nächste Woche geht‘s wieder, sonst verliere ich wieder den Anschluss. Mein Schrittzähler ist auch nicht zufrieden mit mir, aber gehen und stehen macht momentan Rückenschmerzen. Meine Yogamatte hat mich nicht ganz so oft gesehen, wie ich mir vorgenommen hatte. Die „jeden Morgen Sonnengrüße“-Routine taugt nur für Homeoffice-Tage, an Tagen, wo ich früh zum Kunden muss, macht es mir den Morgen zu voll. Mehr als x Tasks möchte ich nicht haben, bevor ich das Haus verlassen muss, und „dann steh doch einfach eine halbe Stunde früher auf“ ist auch nur eine theoretische Lösung, die mich nicht da abholt, wo ich bin. Natürlich könnte ich mich dazu zwingen, aber ich habe ja irgendwann kürzlich beschlossen, dass ich zukünftig lieber mit mir statt gegen mich arbeiten will, also brauche ich eine andere Idee.

Buch, Bild & Ton
Ich habe seit meiner Schulzeit ein sehr großes Herz für Heinz Rudolf Kunze. Ja, ich weiß. Ich stoße da auch regelmäßig auf Unverständnis. Viele kennen nur Mit Leib und Seele und Dein ist mein ganzes Herz und achten nicht wirklich auf die Texte. Dabei sind die so viel besser als die Musik. Sehr gern mag ich deswegen auch die Alben mit den gesprochenen Texten Sternzeichen Sündenbock und Der Golem aus Lemgo. Ja, man merkt, dass der Mann Lehrer ist, manchmal ist der erhobene Zeigefinger unübersehbar. Das hat mich aber nie gestört. Als der SV Werder Bremen diese Woche auf den Social Media Kanälen das neue Jubiläums-Album Lauter Werder ankündigte, habe ich mal ein Ohr riskiert. Da ist viel schlimmes Zeug drauf, aber – und das hat mich überrascht – Das ist mein Verein von Kunze. Jetzt mag ich ihn noch lieber (obwohl das Stück jetzt nicht so das Textjuwel ist, aber welche Fußballhymne ist das schon)

unterwegs
Es wurden Tickets gebucht. Ende Februar werde ich noch einmal für einen weiteren Coaching-Termin nach Bielefeld fahren, und unser Jahresurlaub wird dieses Jahr nicht an der Nordsee stattfinden, sondern am Mittelmeer. Genauer: auf Mallorca. Ich war noch nie dort und freue mich schon sehr, obwohl es erst im September soweit ist. Überlege, wie ich mir bis dahin ein bisschen spanisch draufschaffe. „Aber auf Mallorca sprechen sie doch alle gut genug deutsch.“ Ja, weiß ich. Es geht auch nicht darum, dass ich Sorge habe, mich nicht verständigen zu können. Sondern darum, eine Sprache zu lernen (mehr Skills, yay!) und im echten Leben ausprobieren zu können. Außerdem hab ich versucht, mir die ersten Events des diesjährigen Mensa-Jahrestreffens zu sichern, was sich schwierig gestaltete, weil der Server relativ promt unter der Last der Anfragen zusammenbrach und ein paar Stunden down war. Am späten Nachmittag ging dann alles wieder und ich konnte alle Veranstaltungen buchen, die ich haben wollte.

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag beim Kunden, ein voller Tisch im Home Office – so weit wie letzte Woche. Am Donnerstag vielleicht abends der English Chat, am Samstag eine Geburtstagseinladung. Zuhause an der Cria weiterstricken und die Scandi-Blend spinnen (immer, wenn ich das Wort „spinnen“ schreibe, bietet das iPad mir an, es durch ein Spinnen-Emoji zu ersetzen und ich kriege einen kleinen Schreck. Ich möchte nicht wissen, wie viele Geräte bereits von Menschen mit einer ausgeprägteren Spinnen-Phobie als meiner an die Wand geworfen wurden. Aber vielleicht schreiben andere Leute auch nicht so oft „spinnen“ wie ich 🕷) und unterwegs den Breamore-Socken. Der soll diese Woche fertig werden.

Weekly Journal – Woche 3

Wir haben hier im Norden nun auch ein bisschen Schnee, ich mag das sehr. Es gibt natürlich überall das übliche Gequengel, ist auch alles nachvollziehbar, es ist glatt, Autofahren nervt, Scheiben freikratzen auch (sollen sie doch nach London ziehen, da gibt’s einen Tower*), kiloweise Streugut, das mit den Schuhsohlen in die Wohnung geschleppt wird, aber hey: Schnee. Glitzer. Das Licht. Alles wird irgendwie langsam und leise.

Stricken & Häkeln
Die Cria hatte ich kaum in der Hand: die Glatt-rechts-Vorhölle, langweilig, ich muss mir irgendwas einfallen lassen, um mich da durchzuziehen. Am Samstag hab ich dazu die neue Folge von Susannes Handgemacht-Podcast geschaut und dabei ein paar Reihen geschafft. Wenn ich einmal dabei bin, geht es auch, aber es kostet ein bisschen Überwindung, dieses Strickstück zur Hand zu nehmen. Wenigstens war ich diszipliniert genug, nichts Neues anzufangen. Meine Regel ist gerade: ein großes und ein kleines Strickzeug – mehr nicht.

Beim zweiten Breamore-Socken – dem kleinen Strickzeug – habe ich mit den Zunahmen für die Ferse begonnen, der war diese Woche mein Strickzeug für unterwegs und wird es auch die nächsten Wochen sein, denn da bin ich bin wieder jeweils mindestens drei Tage beim Kunden, wo ich mit der U-Bahn hinfahre.

Spinnen
Nachdem ich die Hälfte des Mauerblümchens verzwirnt hatte, war die Spule voll. Das hatte ich so auch noch nicht, bisher haben immer 100 g verzwirnt auf die Spule draufgepasst. Allerdings habe ich auf dem Sonata bisher viel dünnere Garne gesponnen, die sich natürlich kompakter wickeln lassen. Die dickeren Garne habe ich auf dem Louet gesponnen, und die Spulen waren größer. Glaube ich, nachschauen kann ich nicht. Nachdem ich das Louet vor zehn Jahren mit der Auflage geschenkt bekam, es, wenn ich es nicht mehr brauche, ebenfalls zu verschenken, ist es bereits vor einiger Zeit zu einer ehemaligen Kollegin umgezogen. Das Garn ist … okay. Mir war gar nicht bewusst, dass ich so viel Drall auf den Single gegeben habe, da sind einige recht harte, überdrehte Stellen drin, so dass ich überlege, die zweite Hälfte nochmal rückwärts durchs Rad laufen zu lassen, um etwas von dem Drall wieder rauszunehmen. Oder liegt es daran, dass ich gesponnen habe „wie immer“ und Wolle einfach mehr Drall verträgt als eine Alpaka-Seiden-Mischung? Nach dem, was ich im Netz zu dem Thema gefunden habe, scheint es tatsächlich eher umgekehrt zu sein. Naja, ich lerne noch. Das Foto ist vor dem Entspannungsbad entstanden, ich finde es immer total interessant, das fertige Garn mit dem Kammzug und den eigenen Anfangserwartungen zu vergleichen. Ich habe übrigens die Perlen- und Pailettenidee verworfen. Das mache ich irgendwann mal mit einem einfarbigeren Garn.

Nähen
Ich habe mir die Maße des Plantain-Shirts angesehen, um meine Größe zu ermitteln, und bin skeptisch. Es sieht auf den Bildern und der Schemazeichnung aus, als würde es recht locker fallen, der Maßtabelle nach sitzt es aber um die Brust herum ziemlich körpernah. Ich sollte auf jeden Fall ein Probeteil nähen, genug Jerseyreste habe ich ja. Vielleicht muss ich den Schnitt verlängern, vielleicht muss ich von Brust zu Hüfte eine Größe rauf. Eigentlich wollte ich diese Woche das Schnittmuster zusammengeklebt haben, stellte sich raus: Kleberoller leer. Neuer Versuch nächste Woche.

Sport
Am Montag und Mittwoch war ich beim Training. Es hat Spaß gemacht, der resultierende Muskelkater war lange nicht so brutal wie letzte Woche. Mit dem Touchdown-Tanz sind wir nicht fertig geworden, denn am Mittwoch war Probetraining, und da ist der Ablauf ein bisschen anders. Das war genau das Probetraining, bei dem ich vor einem Jahr auch war, und ich konnte mich gut daran erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe.
Das Knie macht keinen Ärger, aber ich habe furchtbare Rückenschmerzen, das ist zum Ende der Woche immer schlimmer geworden. Ich war noch nicht beim Arzt, aber ich werde nächste Woche mal versuchen, einen Termin zu bekommen. Hoffentlich ist der dann nicht erst in zwei Monaten … Ich vermute als Ursache einen verkürzten Hüftbeuger und mache bereits entsprechende Dehnübungen, die ich im YouTube-Kanal von Liebscher & Bracht gefunden habe. Schauen wir mal, ob das was bringt. Momentan zucke ich bei jeder Veränderung meiner Position – von stehen zu gehen, stehen zu sitzen, sitzen zu stehen … mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen, das ist ja so kein Zustand.

Buch, Bild & Ton
Ich bin endlich fertig mit Signalstörung von Kirsten Fuchs. Kurzgeschichten, mal lustig, mal nachdenklich stimmend, auch mal belanglos. Einige der Geschichten bleiben hängen (Aus dem Kellerfenster, Keinjobcenter, Der Nachtschrank), die meisten nicht. Ich hatte es mir aufgrund der begeisterten Besprechungen, die es überall bekommen hat, gekauft, und war eher enttäuscht. Aber ich kann einen Haken dran machen und mir das nächste Buch aus meinem Zu-lesen-Regal nehmen: Kriegsenkel von Sabine Bode ist als nächstes dran.

Kulinarisches / unterwegs
Wir haben am Freitag unser „Norderstedt-Jubiläum“ gefeiert und waren zum Abendessen im Binnen un Buten. Das Binnen un Buten ist ein urgemütliches, reetgedecktes Bauernhaus. Im Sommer kann man im Garten unter Apfelbäumen und Kastanien sitzen. Man serviert dort bodenständige norddeutsche Küche und Bistroklassiker wie Flammkuchen. Die Atmosphäre erinnert an Familienfeste (auf gute Art). Ich hatte Zander auf Kürbis-Kartoffelpüree mit buntem Mangold und Meerrettischschaum, dazu einen Hamburger Gurkensalat, der Mann hatte Skrei auf schwedische Art (gebraten auf Kartoffelpüree, mit Shrimps und gekochtem Ei)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch wäre eigentlich Training, wenn der Rücken es zulässt (wonach es im Moment nicht aussieht), Mittwoch bis Freitag bin ich wieder beim Kunden. Ich hoffe ein kleines bisschen auf einen Arzttermin. Mein Homeoffice-Tisch ist ebenfalls voll. Und am Sonntag ist ab elf Uhr Buchungsstart für das Rahmenprogramm beim Mensa Jahrestreffen. Sonst liegt nichts an. Es wäre schön, wenn ich die Ferse des zweiten Socken fertig bekäme. Und spinnen und an der Cria stricken möchte ich auch, ich merke aber, dass langes Sitzen mir nicht gut tut. Sieht so aus, als sollte ich nächstes Woche reichlich Gebrauch von meiner Yogamatte und der Pomodoro-Technik machen.

*Ja, der dauert manchmal einen Moment.

Weekly Journal – Woche 2

Das war mal eine volle Woche. Gefühlt zumindest, so richtig gesteckt voll waren nur die letzten drei Tage. An den anderen Tagen habe ich Kleinkram erledigt, Dinge wie Friseur, Stiefel zum Schuster bringen, Blutabnahme zum Schilddrüsencheck, alle möglichen Besorgungen, EMails. Die meiste Zeit war ich drinnen, denn draußen war es eklig, es regnet eigentlich ununterbrochen und ist ungemütlich. Den geplanten Wiedereinstieg ins Lauftraining musste ich dank Muskelkater aus der Hölle (sogar in den Fußsohlen!) ohnehin verschieben.

Stricken & Häkeln
Cria wächst langsam. Ich bin in stockinette purgatory, der Glatt-rechts-Vorhölle, es passiert überhaupt nichts im Strickzeug, nur alle 27 Reihen vier Zunahmen. Um ernsthaft Strecke an diesem Strickstück zu machen, hätte es die Unausweichlichkeit einer langen Zugfahrt gebraucht, und es gab sogar eine, aber da habe ich an den Socken weitergestrickt, denn Cria ist inzwischen recht voluminös und wiegt 400 g. Und ich hatte schon das iPad in der Tasche. Und die Power Bank. Und so lang war die Zugfahrt dann auch nicht. Da mochte ich sie nicht auch noch herumtragen.

Spinnen
Das Mauerblümchen ist fertig gesponnen, aber noch nicht verzwirnt. Ich lasse den Single gern ein paar Tage auf der Spule ruhen, er ist dann beim Zwirnen deutlich kooperativer. Da ich aber noch zwei Folgen Game of Thrones übrig und obendrein große Spinnlust hatte, habe ich mit der Scandi Blend weitergemacht – dann und wann leise fluchend. Ich spinne sie fertig. Außerdem habe ich Spinnfasern bestellt, einen wunderbar quietschbunten Kammzug für Sockengarn (70% Superwash Cheviot, je 15% Tussahseide und Nylon) bei Hilltop Cloud.

Sport
Am Montag und am Mittwoch war ich beim Training, das war ganz großartig. Das Knie hatte nichts zu beanstanden. Besonders am Mittwoch hab ich richtig was gelernt – es ist erstaunlich, was man aus drei vermeintlich simplen Eightcounts – das sind sozusagen Kurzchoreografien für zwei Takte – noch so herausholen kann. Wie sind meine Motions – also die Arme? Die Beine, der Kopf? Idealerweise machen wir die Bewegungen alle gleich. Idealerweise. Wir haben mit dem Touchdown-Tanz angefangen, den gibt es auf Youtube, deswegen kann ich ihn euch zeigen:

Gekommen sind wir bis zum Ende des zweiten Achters, das ist, wenn Joan Jett „Seventeen“ singt. Am Montag geht es im Training also weiter mit dieser Klatschkaskade. Ich freu mich drauf, ich mag das Lied auch sehr.

Buch, Bild & Ton
Am Wochenende hatte ich eine Dauerkarte für die Fantasy Filmfest White Nights. Am Samstag ging es am frühen Nachmittag mit Jonathan los: John und Jonathan sind Brüder und teilen sich einen Körper, Jonathan tagsüber, John nachts. Sie hinterlassen einander Videobotschaften in denen sie erzählen, wem sie begegnet sind, was sie gemacht haben, dass eine Waschmaschine angeschmissen werden muss … solche Dinge. Das Leben der beiden ist durchorganisiert und wird therapeutisch begleitet, sie leben damit wie mit einer seltenen Krankheit. Es fällt überhaupt nicht schwer, sich auf die Idee einzulassen, dass so etwas tatsächlich möglich ist, und man bekommt ein gutes Gefühl dafür, welche Probleme ein Leben mit einer solchen „Behinderung“ mit sich bringt – in dieser Hinsicht hat der Film fast etwas dokumentarisches. Hat mir gut gefallen, bis auf das Ende. Das war für mich weder inhaltlich noch von der Art, wie es erzählt wurde, stimmig. Aber ich habe auch keinen besseren Vorschlag, also nehme ich es grummelnd so hin. Der zweite Film des Tages, The Favourite, war eine mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone hochkarätig besetzte Satire um die Intrigen am Hof von Queen Anne. Böse und absurd. Ich werde ihn noch einmal schauen, weil ich vermute, dass mir trotz der deutschen Untertitel einige Spitzen entgangen sind. Gelegenheit dazu habe ich ab dem 24.1., wenn er regulär in die Kinos kommt. Der deutsche Trailer (und verdammt nochmal, natürlich gibt es wieder eine dämliche deutsche Unterzeile)

Der Sonntag begann mit Cappucino, Schokoriegel und sinnloser Gewalt: Office Uprising war nicht Neues, hat aber viel Spaß gemacht und damit meine Erwartungen hundertprozentig erfüllt. Die Adaption der Murakami-Erzählung Burning kam stiller daher, wenn auch für mich nicht so rätselhaft wie angekündigt. Und auch eigentlich überhaupt nicht herausragend genug, um oscarwürdig zu sein. Zum Abschluss (für mich, es gibt noch einen weiteren Film, aber mir reichen drei am Stück) gab es mit Destroyer noch einen richtig schweren Brocken. Ich muss gestehen, dass ich den ganzen Film über immer wieder „Das ist Nicole Kidman?!?“ denken musste. Eine wirklich beeindruckende, kompromisslose Performance.

unterwegs
Ich habe mich davon überzeugt, dass Bielefeld tatsächlich exisitert. Anlass meines Besuchs war ein Coachingtermin, und der war wirklich beeindruckend. Ich hatte die Coach vor zwei Jahren in Regensburg kennengelernt, dort hatte sie einen Vortrag zum Impostor-Syndrom gehalten (ich berichtete), und seit ich auch noch erfahren hatte, dass sie mit Wingwave arbeitet, wollte ich unbedingt mit ihr arbeiten. Wingwave ist ein Verfahren, das gut eingesetzt werden kann, wenn kognitive Methoden an ihre Grenzen stoßen. Wenn man seine ganze Kindheit und Jugend durchforstet und zerlegt hat und möglicherweise sogar genau weiß, warum einem manche Situationen schwer fallen, man mit diesem Wissen aber nichts anfangen kann. Es führt nicht dazu, dass man sich besser fühlt. Man schafft es vielleicht, sich im Außen so zu verhalten, wie man es möchte, es ist aber ein innerer Kampf, der unverhältnismäßig viel Kraft kostet.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: wir können, wenn uns der Kollege, der so gern seine Arbeit auf uns ablädt, endlich freundlich, aber bestimmt nein sagen und pünktlich Feierabend machen, können den freien Abend dann aber vor lauter schlechtem Gewissen und Einflüsterungen der inneren Stimmen gar nicht so richtig genießen. Dass wir wissen, woher es kommt, dass wir uns mit dem Neinsagen so schwer tun, nützt uns gar nichts. Im Gegenteil: wir denken: ich weiß doch, woher es kommt, warum kann ich es nicht ändern? Und finden die Ursache ganz schnell in unserer Unzulänglichkeit. Wir geben unheimlich viel auf unsere kognitiven Fähigkeiten, und das ist auch gut, aber manchmal sind sie einfach das falsche Werkzeug. Irgendjemand sagte mal „If your only tool is a hammer every problem looks like a nail.“

Kernelemente von Wingwave sind der Myostatik-Muskeltest, bei dem mit Daumen und Zeigefinger einer Hand ein Ring gebildet wird, den der Coach auf Festigkeit prüft, während er Fragen stellt. Bei Fragen, die einen Stressimpuls auslösen, öffnet der Ring sich. Dazu bilaterale Hemisphärenstimulation, zum Beispiel durch EMDR, womit Augenbewegungen wie im REM-Schlaf erzeugt werden. Das klingt beides ein wenig nach Spökenkiekerei, ist aber sehr gut beforscht. Anschauen kann man sich das zum Beispiel in der vierteiligen SWR-Fernsehserie „Die Seelenflüsterer“ auf YouTube.

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag bin ich beim Kunden. Freitag Abend feiern wir drei Jahre Norderstedt und gehen aus diesem Anlass essen. Ansonsten: viel Homeoffice, ich muss mein Portfolio-PDF fertigmachen und das Tagungsheft für das Mensa Jahrestreffen in Hamburg im April weitermachen. Das muss zwar erst Ende März in den Druck, aber erfahrungsgemäß dauern solche Dinge dann am Ende doch länger als geplant, und ich kann den Aufwand ehrlich gesagt noch überhaupt nicht einschätzen. Ich möchte das Mauerblümchen verzwirnen (ich weiß noch immer nicht, ob mit oder ohne Pailetten bzw. Perlen, ich glaube, ich werde einfach ein paar Meter in allen drei Variationen – mit Perlen, mit Pailetten, ohne alles – testzwirnen und schauen, wie es mir gefällt.) Ich habe das Schnittmuster für das Plantain-Shirt von Deer & Doe ausgedruckt und nehme mir für die nächste Woche erstmal noch nicht mehr vor, als meine Größe zu bestimmen, den Bogen zusammenzukleben und die richtige Größe auszuschneiden.