Weekly Journal – Woche 50

Heidewitzka Marie, das war nochmal eine Woche! Der Montag machte in weiten Teilen den Eindruck, als folge er einem Monty Python-Drehbuch, und die anderen Tage haben sich auch nicht lumpen lassen. Ab Donnerstag machte sich zudem nachdrücklich eine Erkältung bemerkbar, am Freitag ging es mir richtig dreckig, mit schmerzenden Augen dank entzündeter Stirnhöhlen acht Stunden am Rechner zu sitzen macht überhaupt keinen Spaß. Das Wochenende habe ich dann hauptsächlich damit verbracht, mich weitestmöglich auszukurieren. Also kein Sport, dafür aber viel Strickzeit.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Ich habe eine neue Cria aus Wollmeise DK angefangen. Zunächst habe ich eine großzügige Maschenprobe gestrickt und sie, wie Ysolda es im Buch empfielt, leicht beschwert hängend getrocknet. Die Maschenprobe passte, ich habe also in Größe 38 angeschlagen und bin jetzt in der Reihe mit dem ersten Knopfloch. Die Farbe heißt „Feldmäuschen“ und ist ein Grau, das leicht ins rosa geht. Ich mag die lebendigen Wollmeise Farben sehr. Und apropos Farben, der erste Breamore-Socken ist fertig. Ich bin noch immer unschlüssig, ob mir dieses krawallbunte Garn nun gefällt oder ob ich es furchtbar finde. Es ist eine Färbung von Tréliz namens Energy Saving Mode, und ich kann mir kaum einen Namen vorstellen, der weniger passt. Gekauft habe ich sie nur wegen des Projektbeutels mit den Faultieren, den es dazu gab.

Gesponnen habe ich auch, immernoch das Mauerblümchen, die Alpaka-Seidenmischung aus der Stockumer Wollwerkstatt. Ich muss mich konzentrieren, den Faden nicht immer dünner und dünner werden zu lassen, das ist gar nicht so leicht.

Buch, Bild & Ton
Ich habe meinen Netflix-Account reaktiviert, weil ich das nun mal so mache, wenn ich krank bin, aber ich habe irgendwie nichts gefunden, worauf ich Lust gehabt hätte. Ich habe Battle geschaut, einen norwegischen Tanzfilm, die Handlung war vorhersehbar, keine der Figuren wirklich sympathisch, aber die Musik war teils gut und die Tanzszenen schön anzusehen, immerhin. Und das Lied Youth von Daughter, das ich sehr mag, hat einen sehr prominenten Platz.
Habt ihr Netflix-Empfehlungen für mich? Ich bin für alles offen, es sei denn, es enthält Lachkonserven. Dann kann ich es nicht gucken (weswegen mir die von vielen geliebte Big Bang Theory ewig verschlossen bleiben wird. Ich habe es versucht. Keine Chance).

Pläne für nächste Woche
Ich fahre morgen für drei Tage nach Freiburg, einfach nur so. Insofern ist die Erkältung mal wieder blödes Timing, aber das konnte ich vor zwei Monaten, als ich die Supersparpreis-Bahntickets gekauft habe, ja nicht ahnen. Ich habe Jens gerade zum Flughafen gebracht (auf dem Rückweg habe ich am Schmuggelstieg angehalten, wo an diesem Wochenende ein historischer Weihnachtsmarkt ist, mit heißem Met und Mittelaltermusik von Bene Vobis), er ist dort die ganze nächste Woche zu einer Schulung und ich leiste ihm an zwei Abenden Gesellschaft und schaue mir die Stadt an. Ich freue mich sehr darauf. Donnerstag und Freitag sind dann meine letzten beiden Arbeitstage beim Kunden für dieses Jahr. Und am Wochenende habe ich noch nichts vor. Sport werde ich noch nicht machen, aber vielleicht ein bisschen Yoga. Und der HaMLet ist dran, das Mensa-Ortsblatt, das ich herausgebe. Allerdings habe ich so wenige Beiträge bekommen, dass das an zwei Abenden erledigt sein dürfte.

Weekly Journal – Woche 49

Diese Woche fällt mir der Eintrag noch schwerer als letzte. Ich habe nicht wirklich was zu erzählen, wenig gehandarbeitet, überhaupt keinen Sport gemacht, und die Dinge, die mich gerade beschäftigen, sind zu persönlich, um hier darüber zu schreiben. Es wird also wieder ein kurzer Eintrag.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Gestrickt habe ich nur an den Reisesocken. Das Muster ist Breamore von Anneh Fletcher, ich hab sie Anfang August angefangen, auf dem Flug nach München, dann hab ich zwei Wochen später in Düsseldorf nochmal dran gestrickt, und dann lagen sie. Ich hab den Anfang der Ferse noch einmal zurückgeribbelt und den Schaft um zwanzig Reihen verlängert. Besser so. Die Ferse habe ich erst im dritten Anlauf kapiert, die Konstruktion ist ungewöhnlich und nicht besonders gut beschrieben. Aber nach einer Rückfrage bei Susanne und eingehender Betrachtung der Fotos ging es dann.

Gesponnen habe ich auch ein bisschen. Ich habe den nächsten bunten 100g-Kammzug herausgeholt, um Mützengarn daraus zu machen. Die Wahl fiel auf den ältesten, eine Alpaka-Seiden-Mischung (70% Alpaka, 30% Tussahseide), die ich 2013 bei der Stockumer Wollwerkstatt gekauft hatte. Die Fasern ziehen sich einigermaßen bockig aus, nicht wirklich verfilzt, aber ein bisschen verklebt (lange nicht so schlimm wie die Scandi-Blend), aber es geht dennoch recht flott voran, denn ich spinne recht dick und Unregelmäßigkeiten stören mich nicht. Ich möchte den Single kettenzwirnen und dabei eventuell einen Faden Nähgarn mit Perlen drauf mitlaufen lassen, ich habe noch ein Döschen Perlen in passenden Farben, für das ich bisher noch keine Verwendung hatte, ein Kollateralkauf, noch älter als die Fasern. Vielleicht auch ein paar Pailetten – ich hätte Lust auf eine Mütze mit ein bisschen Glitzer.

Pläne für nächste Woche
Weiter durchhalten. Es ist die letzte Woche des Jahres, die ich komplett durcharbeite, das schaffe ich auch noch. Ich mag allerdings weder Sport- noch Handarbeitsziele ausgeben.

Weekly Journal – Woche 42

Schon wieder ist eine Woche um, dabei habe ich doch vor fünf Minuten erst den Rückblick für die 41 hochgeladen. Die Tage sind immernoch voll, mich macht das sehr froh, aber so langsam bin ich echt platt. Es bleiben Dinge liegen und es wäre so verlockend zu sagen „ach, dann mache ich das am Wochenende“, aber das endet erfahrungsgemäß in einem vollkommen überladenen Wochenende. Ich schaffe mir kleine Entspannungsinseln, bewusste Auszeiten, wo ich nichts mache, außer Musik zu hören (dazu unten mehr) und den Vögeln an der Futterstation auf dem Balkon zuzuschauen. In den letzten Tagen kommt immer häufiger ein Dompfaff-Pärchen. Frau Dompfaff (woanders heißen diese Vögel auch Gimpel) sitzt manchmal mehrere Minuten total verträumt auf der Stange der Futterstation, mümmelt vor sich hin und blockiert sie für die Meisen, die hibbelig von einem dünnen Beinchen auf das andere treten, bis sie endlich an die Körner kommen.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Der zweite Kammzug ist fertig versponnen, der erste verzwirnt. Bergfest. Ich bin ein bisschen verunsichert, wenn ich mir die beiden nebeneinander anschaue, sie wirken nicht, als kämen sie aus der gleichen Färbung. Tun sie aber. Mal sehen, wie es aussieht, wenn alle vier Stränge nebeneinander liegen.
Die Jacke ist etwa sechs Zentimeter gewachsen, wenn ich in dem Tempo weitermache, ist sie in vier Wochen fertig. Ich glaube, ich kann sie auch schon früher gebrauchen. Der Herbst ist da, es ist kühl geworden, also muss ich ein bisschen Gas geben.

Sport
Meine Yogaroutine (darf ich das nach nur zwei Wochen schon so nennen?) habe ich beibehalten. Laufen war ich nur ein mal, ich war so unfassbar müde. Außerdem waren wir am Freitag – wie auch letzte Woche schon – nach der Arbeit im Arriba, dem örtlichen „Erlebnisbad“ – Schwimm- und Spaßbad, Therme und Saunalandschaft. Nichts spült einem die Arbeitswoche so effizient aus dem Kopf wie die Kombination aus schwimmen, Reifenrutsche, Sauna und einem Glas Wein vorm Kamin. Mein ambivalentes Verhältnis zum Schwimmen hab ich hier ja schon thematisiert, ich bin noch immer nicht so der Typ „yay, kaltes Chlorwasser!“, aber es wird besser. Es kostet mich Überwindung, fühlt sich aber hinterher sehr gut an. Ich habe festgestellt, dass Brustschwimmen der falsche Stil für mich ist, meine Knie mögen den Beinschlag nicht und mein Rücken und Nacken sind auch nicht begeistert. (Rücken-)Kraulen ist besser. Ich kraule dann aber doch meistens vorwärts, weil das mitschwimmerkompatibler ist, und auch das gehört überraschenderweise zu den Dingen, die mit Übung besser werden. Musste ich vor ein paar Wochen noch japsend in der Mitte der Bahn pausieren, kraule ich sie jetzt durch. Sapperlot. Heute hab ich zum ersten Mal die vor Jahren gekaufte Schwimmbrille benutzt. Noch besser, so mit sehen können und ohne brennen. Ich freue mich auf nächsten Freitag.

Buch, Bild & Ton
Manche Entdeckungen kommen auf unerwarteten Wegen. Ich stöberte auf der Suche nach Veranstaltungen, die ich gern mal besuchen würde, durch den Mensa-Kalender und fand den English Chat, ein Stammtisch, auf dem ausschließlich Englisch gesprochen wird. Der Veranstaltungsort ist das Lüttliv in Barmbek in der Nähe des Bahnhofs. Das liegt auf dem Weg. Während ich so überlegte, ob ich mich dort mal anmelden soll (ich kenne da niemanden und was, wenn mein Englisch nicht gut genug ist?) klickte ich so auf der Seite des Lüttliv umher und fand die Geschichte vom Fliesomaten, einem ehemaligen Kondomautomaten, aus dem man sich kleine handgemachte Keramikfliesen ziehen kann. Was für eine schöne Idee! Hergestellt werden sie von Henning Schuldt von der Keramikwerkstatt „Stein und Schuldt“ in Hamburg. Ich habe direkt seinen Instagramaccount abonniert, wo es viel Schönes und Inspirierendes zu sehen gibt. Unter anderem ein hypnotisches Video vom Abdrehen einer Schale, das mit Musik des niederländischen Pianisten und Komponisten Joep Beving unterlegt ist. Ich mag ruhige Klaviermusik sehr, aber ich kenne nur sehr wenig und Neuentdeckungen sind Glückssache. Im NDR Info Nachtclub, meiner üblichen Quelle für neue Musik, läuft so etwas eher nicht. Beving selbst beschreibt seinen Stil als „einfache Musik für komplexe Emotionen“. Es gibt drei Alben, alle drei auch auf Spotify, ich höre das 2017 erschienene Prehension. Und was den English Chat angeht: ich hab mich mal angemeldet. Und wenn es doof ist, ziehe ich mir nur eine Fliese aus dem Automaten und fahre heim.

Dies & Das
Im Jahr 2016 habe ich mich nicht nur zum zweiten Mal von sechs Kilo getrennt, sondern auch von meiner beruflichen Selbstständigkeit. Letzteres stellte sich als unglückliche Entscheidung heraus und hat im Ergebnis zu einem breit gefächerten Repertoire ungesunder Gewohnheiten und der höchsten Zahl, die mir eine Waage jemals gezeigt hat, geführt: die sechs Kilo sind wieder da, und sie haben Freunde mitgebracht. Nun ist es leider so, dass ungesunde Gewohnheiten nicht von allein verschwinden, nur weil sich die Lebensumstände ändern und man sie eigentlich nicht mehr braucht. Es kostet Energie, sie sich wieder abzugewöhnen, und diese Energie war die letzten Monate schlicht nicht da, kommt jetzt aber langsam wieder. Ich habe also mein fddb-Konto abgestaubt, die neue hässliche Zahl eingetragen, und schreibe dort seit dieser Woche wieder alles auf, was ich esse und trinke. Das ist immer noch die Methode, die in der Vergangenheit am besten funktioniert hat. Es wird langsam gehen, ich werde zwischendurch die Geduld verlieren, sie aber hoffentlich wieder finden.
Es hat diese Woche so mittel funktioniert: ein paar Tage waren gut, der Dienstag war eine Katastrophe, ich hätte ununterbrochen essen können und nur die Tatsache, dass ich es aufschreiben musste, hat mich gebremst, und am Ende hatte ich trotzdem ein fettes Plus. Am Freitag verteilte die Kollegin anlasslos Rumkugeln. Ich war sehr gerührt ob der kollegialen Zuwendung, ich bin dort bei meinem Freelancerjob mehr Teil des Teams als in meiner letzten Festanstellung, ich hab die Rumkugel also mit einem Becher Kaffee genossen und mich vom Kaloriendefizit für den Tag verabschiedet. 400 kcal waren das im günstigsten Fall. Die Waage zeigt ein Kilo weniger, aber ich weiß, dass ich innerhalb eines Tages locker zwei Kilo hoch- oder runterschwanken kann, also heißt das noch gar nichts.

Pläne für nächste Woche
Ich bin weiterhin gebucht, noch die ganze Woche. Eigentlich wollte ich nächste Woche auch wieder ins Cheerdance-Training einsteigen, aber es ist Schienenersatzverkehr, was pro Strecke bis zu 20 Minuten mehr Fahrtzeit bedeutet, außerdem hat der Kunde sehr viel Arbeit und ich möchte mitnehmen, was geht, wer weiß, wie es übernächste Woche weitergeht. Um es pünktlich um sieben in die Sporthalle zu schaffen, müsste ich entweder früher Feierabend machen oder früher anfangen, also weit vor sechs aufstehen. Das klingt nach selbstgemachtem Stress, und das wollen wir ja nicht mehr, also kommt es mir dann jetzt auf eine Woche nicht an. Nächste Woche möchte ich …

  • hauptsächlich am Water & Stone weiterstricken
  • zweimal laufen – Dienstag und Samstag scheinen sich auf den ersten Blick am besten zu eignen
  • Kammzug Nr. 3 anspinnen und den zweiten verzwirnen
  • an einem Abend die Nähmaschine herausholen und mit dem Karokleid weitermachen (huch? Das hab ich diese Woche ja völlig aus den Augen verloren)