Jahresrückblick 2018

Willkommen zum Monstereintrag des Jahres …

Dann wollen wir mal. Im Unterschied zu den Wochenrückblicken stehen die Ziele für 2019 (so es sie denn gibt) nicht ganz am Ende des Eintrags, sondern jeweils am Ende der Kategorie. So wird’s übersichtlicher, hoffe ich.

Stricken & Häkeln
Eigentlich war mir Anfang des Jahres völlig klar, dass ich keine weiteren Tücher brauche. Trotzdem habe ich einen Dotted Rays aus Sockenwollresten und einen Fading Point gestrickt (letzteren auch noch aus einem unvertretbar teuren Garn-Kit – ja, er ist schön geworden. Aber ich hab ihn seit der Hochzeit nicht mehr getragen, für den Alltag ist er mir nämlich zu groß).
Meine Strickjackenvorsätze hab ich mit Schmackes vor die Wand gefahren, der Water & Stone ist ein leieriges Trauerspiel, dessen Schicksal ich noch besiegeln muss (wahrscheinlich wird er aufgeribbelt) und der erste Cria-Versuch ist kläglich gescheitert. Ich arbeite am zweiten und garnverbrauchsmäßig ist er zu 33% fertig. Außerdem ist noch eine Juneberry-Jacke in Arbeit. Fertig bekommen habe ich abgesehen von den beiden Tüchern und der Strickjacke nur Kleinkram.
Ziele für 2019: Die beiden Jacken fertig stricken. Ein Tuch für den Mann, sehr vielleicht ein Schwestertuch nach der gleichen Anleitung (Advent von Janukke) für mich (so viel zu „keine weiteren Tücher“). Ich hätte gern ein Paar Kniestrümpfe, zum Beispiel Zum Dirndl von Yarnissima. Ich liebäugle schon länger mit der Still Light Tunic (ein Kleid in Nadelstärke 3,0, I must be out of my mind) und dem Vaali Dress (für letzteres hab ich sogar schon Garn, das könnte mein Weihnachtskleid 2019 werden). Und dem kurzen geteilten Pulli, aber dafür muss ich erst das Garn spinnen. Apropos …

Spinnen
Ein Merino-Nylon-Sockengarn ist fertig geworden. Das Großprojekt auf dem Rad ist die Scandi-Blend, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie es damit weitergeht, diese Fasern sind anstrengend und das Garn, das ich aus den ersten 200 g gemacht habe, ist zu dünn geraten. Ich stecke derzeit in einem „Aber du kannst das doch nicht einfach in die Tonne hauen“-Dilemma. Mal gucken, wie lange das noch dauert und wie es ausgeht. Weil ich ein Erfolgserlebnis wollte, habe ich den Mauerblümchen-Kammzug zwischengeschoben und angefangen, ein etwas dickeres Garn für eine Mütze zu spinnen.
Ziele für 2019: Ich möchte in 2019 auf jeden Fall an der Tour de Fleece teilnehmen. Das Mützengarn fertig spinnen. Zu irgendeiner Entscheidung bezüglich der Scandi Blend kommen. Es gibt da diesen oben erwähnten Pulli aus der Rebecca, für den ich gern Garn spinnen möchte. Die Garnempfehlung ist GGH Volante, eine Merino-Baumwoll-Mischung, Worsted Weight, 130 m auf 50 g, 400 g brauche ich für meine Größe angeblich, das erscheint mir etwas viel, ich muss das nochmal checken.

Nähen
Ein Abendkleid für Aachen. Ein Wickelkleid für den Sommer. Ein Handtäschchen und ein Mottotrainingskostüm. Ein Hoodie für den Mann und ein Bezug für die Nackenrolle. Das ist alles, was ich dieses Jahr genäht habe. Das Hoodie wird getragen und getragen und getragen, und das freut mich über die Maßen. Ich habe mein Pinguinkleid aus dem letzten Jahr viel getragen, obwohl es nicht ganz perfekt an meine Maße angepasst ist, das Oberteil könnte 2-3 cm länger sein, ich bin halt groß. Aber es ist Jersey und zieht sich hin. Basst scho’.
Ziele für 2019: Ich habe an Material noch den Doradenjersey, den Rabensweat und den Fischgrätsweat (ich habe Fotos gemacht, weil das wirklich kryptisch klingt), die möchte ich gern verarbeiten. Und das zugeschnittene Karokleid 2.0 möchte ich natürlich fertig machen, aber erst, wenn ich das konfektionsgrößenmäßig auch wieder zu würdigen weiß. Ich denke mal, das erste Quartal 2019 werde ich an der Nähmaschine nix machen – es sei denn, ich hätte dringend gern eine Tasche. Und dann ist da noch der Opium-Mantel von Deer & Doe. Und es wird auch in 2019 Mottotrainings geben.

Sport
Ich wollte 500 km laufen und beim German Bowl an der Sideline stehen – und dann hatte ich Knie, wieder einmal. Der Innenmeniskus ist gerissen. Ich habe mich erst einmal gegen eine OP entschieden und will stattdessen Gewicht reduzieren und die Stützmuskulatur aufbauen. So wirklich weit bin ich damit noch nicht gekommen, aber das ist okay, meine Prioritäten waren mit der Gründung einfach anders gelagert. Momentan bin ich schmerzfrei. Was bedeutet, dass ich diese beiden Ziele für 2019 direkt recyceln werde. 500 km sind übrigens gar nicht so viel, das sind knapp zehn pro Woche.
Ziele für 2019: zehn Kilo abnehmen (das wird spannend, ist es doch nicht der erste Versuch, und so wirklich zuversichtlich, dass es diesmal klappt, bin ich noch nicht, was mich übrigens ärgert). Regelmäßig, am besten täglich, auf die Yogamatte. Again: 500 km laufen und beim German Bowl an der Sideline stehen. Mal wieder die Inline Skates benutzen und gelegentlich schwimmen gehen (virtuelle Karotte: hinterher Sauna zum Aufwärmen!). Und überhaupt: bewegen! Das tut mir gut. Und wenn es nur die 10.000 Schritte am Tag sind (die eigentlich meistens überhaupt nicht schwer zu erreichen sind)

Buch, Bild & Ton
In den Tausend Fragen habe ich die Sache mit mir und dem Lesen mal als Readers Block bezeichnet und danach erst festgestellt, dass es diesen Begriff ja wirklich gibt. Ich habe auch dieses Jahr wieder mehr Bücher gekauft (zwölf), als ich gelesen habe (fünf), habe mich aber ausgetrickst, indem ich drei davon als eBook gelesen habe. Das fühlt sich leichter und ein bisschen wie Internetsurfen an, ich habe die Hände frei und kann dabei stricken, und *zack* hält meine Konzentration länger als zwei Absätze durch. Natürlich möchte ich die diversen Papierbücher in meinem zu-lesen-Regal noch immer lesen, ohne ein Vermögen für eBooks auszugeben, also nehme ich mir vor, die Mini-Gewohnheit „zwei Seiten am Tag“ wieder zu etablieren, das hat damals eine Weile recht gut funktioniert. Wenn ich Hörbücher oder Podcasts höre, habe ich immer die Hände beschäftigt, mit Strickzeug, Spinnrad oder Putzlappen, je simpler die Tätigkeit, desto besser sinkt das Gehörte ein. Es passiert, dass ich mich ans Spinnrad setze und in dem Moment, in dem ich die Fasern in die Hand nehme, ganz klar Stelle des Hörbuchs im Kopf habe, bei der ich am Vortag aufgehört habe. Sechzehn Hörbücher waren es dieses Jahr, zusammengerechnet fast zehn Tage – 237 Stunden. Am besten gefallen haben mir die Krimis von Robert Galbraith, der zweite Kühn-Roman von Jan Weiler und der Ernährungskompass. Letzterer ist eines der zwölf gekauften Bücher, denn das nehme ich sicher gern mal zur Hand, um beispielsweise nachzuschlagen, wie das nochmal mit dem mTor und dem Rapamycin war. Das beeindruckenste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, war Nüchtern betrachtet war’s betrunken nicht so berauschend von Susanne Kaloff, die größte Enttäuschung war Super, und dir? von Kathrin Weßling – ich schätze, nach dem herausragend guten Drüberleben hatte ich da einfach zu viel erwartet.

Habt ihr gesehen, dass ich in den Tausend Fragen meine Top 25 2018 veröffentlicht habe? Ansonsten waren meine Neuentdeckungen in der Kategorie Musik 2018 Joep Beving und Poppy Ackroyd (beide Komponisten und Pianisten) und Taylor Swift.

Ich gehe immer seltener ins Kino. Dieses Jahr hatte ich das Pech, zu den beiden Festivalwochenenden, für die ich Dauerkarten hatte, erkältungsmäßig bös angeschlagen zu sein. Fantasy Filmfest geht immer noch, die Gäste nehmen aufeinander Rücksicht. Ich glaube, meine Filme des Jahres sind Isle of Dogs und The Shape of Water, was eine phantastische Ausbeute ist, zwei so wunderbare Filme in nur einem Jahr.

Kulinarisches
Ich habe meinen ersten Rumtopf angesetzt und am 1. Advent verkostet. Das war sehr schön, ich plane allerdings erstmal keine Wiederholung. Prinzipiell interessiert mich das Thema saisonal und frisch auf dem Markt kaufen und dann haltbar machen sehr. Einwecken möchte ich. Gewürzgurken zum Beispiel, das wollte ich dieses Jahr schon machen, habe dann auf dem Markt aber keine mehr bekommen. Und Kürbis für diverse Lieblingsgerichte und endlich diese Rosenkohl-Pickles aus dem Kuriositätenladen.

unterwegs
Ich war in Aachen, München, Düsseldorf, Freiburg und natürlich auf Langeoog. Diese Städte-Kurzreisen liebe ich sehr, ich komme immer voller Inspiration und positiver Energie zurück nach Hause. In Düsseldorf war ich anlässlich des Wollfestivals, das war sehr schön, ich habe einen netten Nachmittag mit anderen Strickerinnen verbracht. Sowas möchte ich in 2019 wieder machen, vielleicht Leipzig im April und Vaterstetten im Oktober? Außerdem liebäugle ich mit Chantimanous sommerSpinnfest im Juni. Und im Januar fahre ich bereits nach Bielefeld – allerdings beruflich und nur kurz, ohne Übernachtung.

Dies & Das
Ich habe meinen Job gekündigt, nachdem er mich hinreichend krank gemacht hatte, mit dem Cheerleading angefangen und verletzungsbedingt erstmal wieder aufgehört, habe geheiratet, mich meines Facebook-Accounts entledigt und mich selbstständig gemacht, es gab Abschiede, die mich sehr traurig gemacht haben, und schöne neue Begegnungen. 2018 war ein ereignisreiches Jahr. 2019 darf gern etwas ruhiger werden.

Das Faser-Crafting-Jahr 2016

Alle Jahre wieder ist es soweit: Ziska hat in der Podcasting auf Deutsch-Gruppe auf Ravelry ein paar Fragen notiert, anhand derer ich mich rückblickend durch mein Jahr 2016 hangeln werde. Ich versuche, es kurz zu machen, mache mir und euch da aber nicht allzu viel Hoffnung. Schauen wir doch erst einmal, was ich mir für 2016 vorgenommen hatte, und was daraus geworden ist:

Stricken
Meine Hauptziel für dieses Jahr war, am Ende weniger angefangene Projekte als am Anfang zu haben.
Ich hatte im Januar 2016 acht Strickprojekte angefangen, die ich zu irgend einem Abschluss bringen wollte. Vier davon habe ich nicht einmal angefasst (Arnhild, Katniss, Chicane, Hitofude Cardigan – die Links führen jeweils zu meiner Projektseite bei Ravelry).
Drei habe ich abgeschlossen (#22154, Jeweled Cowl, the beekeeper’s quilt). Den neverending Livstykketrøje habe ich gerade wieder in Arbeit (und ich hab auch schon wieder fleißig geribbelt, das Ding ist echt ein Montagsprojekt), zwei sind hinzugekommen (Agave, Ripplerock).
Acht minus drei plus zwei macht sieben – das war knapp.

Ich habe aber tatsächlich auch Projekte in 2016 begonnen und abgeschlossen, und zwar zuallererst die Trillian aus der Faseradventskalenderwolle, das Tuch Morning Hours aus dem ersten janukke MKAL, das Tuch Building Blocks aus dem westknits MKAL (von dem es noch kein vernünftiges Foto gibt) und ein weiteres Sonnenfeuer aus Seidenhase Angora. Offensichtlich war 2016 das Jahr des Tuches.

Spinnen
Die bunte Merino, die ich Ende letzten Jahres noch auf dem Rad hatte, ist fertig gesponnen, mein Schaf zur Jacke-Projekt ist gestorben (mehr dazu weiter unten) und ich wollte mir ein neues Spinnrad kaufen – das habe ich getan.

Nähen
Ich wollte mindestens zwei Kleider nähen und ein Oberteil aus dem Jersey vom Holländischen Stoffmarkt. Ich habe vier Oberteile genäht, zwei davon nach dem Schnitt Martha vom Milchmonster. Ich habe mir eine Overlock gekauft und mag sie sehr. Endlich kann ich Jersey, das Material, das ich am liebsten trage, auch gescheit verarbeiten. Was übrigens auch der Grund dafür sein wird, dass das angefangene Bambikleid unangetastet in seiner Projektbox liegt. Weil ich ahne, dass unveränderte Konfektionsschnitte aus unelastischem Material passformmäßig eher unbefriedigend ausfallen und ich Angst vorm fertigen Ergebnis habe.

Kommen wir nun zu den Fragen. Ein Highlight war wohl das Hamburger Wollfest, zu dem ich unter „Events“ noch was sagen werde. Neues ausprobiert habe ich im Rahmen des Westknits MKAL Building Blocks, nämlich zweifarbiges Patent. Ich weiß auch nicht, ich habe eine Twist Collective-Anleitung für einen Cowl, den ich nicht stricken konnte, weil ich diese Technik überhaupt nicht verstanden hatte – und nun war es überhaupt kein Problem. Manche Knoten lösen sich offensichtlich von allein, wenn man sie nur lange genug ignoriert. Ich muss das Teil endlich mal fotografieren.

Ob es Reinfälle gab … ich hab mal irgendwo gelesen „ich verliere nicht. Entweder gewinne ich, oder ich lerne“. Das Schaf-zur-Jacke-Projekt könnte man als Reinfall sehen. Ich habe viel Zeit hineingesteckt und hatte großes vor, und dann habe ich das ganze doch in die Tonne gehauen, als klar war, dass ich unfassbar viel Zeit würde hineinstecken müssen und trotzdem nicht das Ergebnis bekommen würde, das ich mir vorgestellt hatte. Ja, so definiert man wohl scheitern. Ich habe aber auch gelernt, wie man in einer kleinen Mietwohnung ein dreckiges halbes Schaf sauber kriegt, wie man Wolle mit superkleinen Wollkämmen kämmt und dass Rohwollverarbeitung nichts für mich ist. Jedenfalls nicht mit dem Werkzeug, das ich habe, und nicht mit der Zeit, die mir zur Verfügung steht.

2. Der Stash 2016
Zu- oder Abnahme? Eindeutig Zu-, aber nicht so schlimm wie letztes Jahr. Meine (Garn)Vorlieben 2016 waren eigentlich keine anderen als in den Jahren zuvor. Ich mag Wollmeise Twin für Socken und Geilsk Bomuld og Uld für alles andere. Die Woll-Baumwolle-Mischung ist einfach eine wunderbar weiche Qualität in vielen tollen Farben. Und was Stoffe angeht, ist Traumbeere meine liebste Quelle für Jersey.

3. Events und Aktionen
Es gab nur ein nicht-virtuelles Faser-Event, an dem ich teilgenommen habe, insofern war mein Event-Highlight 2016 das Hamburger Wollfest. Das war sehr schön, ich habe einen Workshop bei Chantimanou besucht und nette Menschen getroffen. Und das, obwohl es mir gesundheitlich nicht besonders gut ging und ich eigentlich gar nicht hinfahren wollte.

Gruppenbild mit Ripplerock und Wollfestbeute

4. Und sonst so?
Einen einzelnen Song des Jahres gibt es mal wieder nicht, es gibt noch nichtmal eine Playlist wie im letzten Jahr, denn so viel neue Musik habe ich dieses Jahr gar nicht entdeckt. Die White Lies haben seit Oktober ein neues Album, das mich ernsthaft glücklich macht, gleich mit dem ersten Song.

Den Titel Buch des Jahres hat sich in der Kategorie Belletristik „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann verdient, was tatsächlich ein ganz schönes Buch ist, aber auch das einzige, das ich gelesen habe. Sachbuch des Jahres ist „Mini Habits“ von Stephen Guise. Das empfehle ich auch munter weiter. Danke, Susanne, für diesen Tipp! Die meisten Bücher habe ich mir auch in diesem Jahr vorlesen lassen. Vierundzwanzig insgesamt. Highlights waren … puh. Der letzte Weynfeldt war wirklich sehr schön, und auch Kühn hat zu tun. Cilla und Rolf Börjlind werde ich auch mal im Auge behalten, und wenn Simon Jäger Fitzek liest, ist das auch immer eine sichere Bank:

Anfang des Jahres bin ich umgezogen und habe nun endlich wieder ein Zuhause, das diese Bezeichnung verdient, und das gehört definitiv zu den drei Dingen, die ich nicht hätte missen wollen. Weitere sind meine Lieblingsmenschen (ihr wisst schon, wen ich meine) und meinen Job. Ich hab seit Mai nach fünf Jahren Selbstständigkeit wieder eine Festanstellung, und nach einem mit holprig noch wohlwollend beschriebenen Start bin ich dort sehr glücklich. Die drei Dinge, auf die ich gut hättest verzichten können sind sehr persönlicher Natur und gehören hier nicht her.

Wovon hast du dich 2016 getrennt? Von meiner beruflichen Selbständigkeit und zum zweiten Mal von sechs Kilo. Herrje, ich hoffe, das war’s jetzt und ich muss die nicht nochmal abnehmen. Aber die Schilddrüsenunterfunktion ist diagnostiziert und wird behandelt, so dass ich ganz zuversichtlich bin, dass die nicht nochmal zurückkommen, sondern ich die verbleibenden zwölf Kilo angehen kann und dann wieder im unteren Normalgewichtsbereich ankomme – dort fühle ich mich erfahrungsgemäß am wohlsten. Und wer weiß, vielleicht laufe ich dann doch irgendwann einen Marathon.

Hast du ein Motto/Vorsätze für 2017? Und wenn ja, welche? Kein neues. Letztes Jahr hatte ich „Erledigt ist besser als perfekt“. Und das hat mir ganz gut gefallen, das nehme ich einfach nochmal.

Faserverrückter Jahresrückblick 2015

Auch in diesem Jahr gibt es in der „Podcasting auf deutsch“-Gruppe auf ravelry wieder eine Rückblick-Aktion, der ich mich auch dieses Jahr wieder sehr gern anschließe. Allerdings werde ich kein Audio aufnehmen. Nächstes Jahr vielleicht wieder.

1. 2015 – das Strick-, Spinn- und Nähjahr:
2015

Die Anzahl meiner fertigen Projekte ist mit Mühe und Not zweistellig – auf den Fotos fehlen noch eine Jersey-Schlunzhose aus gerade mal drei Teilen, die ich zwar nicht fotografiert geschweige denn gebloggt, dafür umso begeisterter getragen habe, sowie das fertige Garn aus dem Faseradventskalender, das ist noch nicht trocken. Da geht noch was in 2016. Ich hatte zeitweise wirklich eine Art Handarbeitsblockade, die auch allgemein widrigen Umständen im Alltag geschuldet war. Ich hoffe, das wird nächstes Jahr besser.

2. Der Stash 2015
Ich habe mich von einigen Strängen Wollmeise getrennt, zunächst schweren Herzens, dann aber doch ein wenig erleichtert. Hinzugekommen ist ein halbes Houtland-Vlies, das nun langsam aber sicher verarbeitet wird, um irgendwann eine Jacke zu werden (ich dokumentiere das hier in der Kategorie „Vom Schaf zur Jacke“). Außerdem war ich im Oktober auf dem Wollmarkt in Vaterstetten und habe dort Wolle für zwei Projekte erstanden, von denen ich hoffe, dass ich sie 2016 nicht nur anfange, sondern auch fertig bekomme.

3. mein Kleiderschrank
Den Wellenschlag, die Socken aus der handgesponnenen Polwarth und die dazugehörigen Restestulpen aus diesem Jahr habe ich oft und gern getragen. Und auch dieses Jahr meine beiden Bente Geil-Tuniken Topstykke und Trekantsområdet. Bemerkenswert finde ich dabei, dass die Stulpen ein Verlegenheitsprojekt waren, weil ich das mühsam gesponnene Garn restlos aufbrauchen wollte. Ich hatte bis dato nie Stulpen getragen und verstehe im Nachhinein gar nicht so recht, warum eigentlich nicht.

4. Gemeinsam geht alles besser
Das Highlight war der Stricktreff beim Wollmarkt in Vaterstetten, wo ich einige Strickerinnen, die ich nur von Ravelry kannte, endlich mal persönlich getroffen habe. Und – edit – dann gab es noch ein kleines norddeutsches Podcasting-auf-Deutsch-Hörerinnentreffen in Hamburg. Das war auch sehr lustig, ich hoffe, dass wir das irgendwann wiederholen!

5. Hattest du ein Motto für 2015? Wenn ja, wie lief es damit? Hast du es umgesetzt?
Ja, und zwar: „Ich kaufe nichts“. Das habe ich nicht zu 100% erfüllt, aber zu deutlich mehr als 50%, daher betrachte ich das mal als Erfolg. Gegen Ende des Jahres habe ich wieder mehr gekauft. Macht ja auch Spaß. Aber als Ergebnis der Aktion kann ich festhalten, dass ich mir inzwischen viel bewusster überlege, ob ich ein Teil wirklich haben will. Bei Online-Shops parke ich Artikel oft zur Wiedervorlage auf der Merkliste und schlafe eine Nacht oder auch mehrere drüber. Nicht selten vergesse ich sie dann. Bücher versuche ich erstmal über die Leihbücherei zu bekommen. Und mir meine Wolle und Fasern regelmäßig anzuschauen und mich dran zu freuen, was ich alles schönes habe, dämpft die Lust auf Neuanschaffungen auch recht gut.

6. Was waren die schlimmsten Crafting-Unfälle und Reinfälle?
Es gab keine. Daran merkt man auch, wie wenig ich dieses Jahr gemacht habe.

7. Lieblings-Designer 2015?
Keine anderen als 2014: Bente Geil, Annette Danielsen. Von letzterer habe ich auch ein neues Buch, Grønland (ich habe dieses Jahr im dänischen Wollparadies nämlich keine Wolle gekauft, sondern nur ein Buch und sechs Knöpfe. Ja, ich war sehr tapfer!)

8. Song des Jahres?
Na, da werden wir wohl genau wie im letzten Jahr mit einem nicht auskommen. Ich habe eine Spotify-Playlist mit siebenundzwanzig Songs. Drunter kann ich’s nicht. Wenn ich ein einzelnes Album empfehlen soll, ist das My Love Is Cool von Wolf Alice
8.b Konzert des Jahres?
Ich kann mich nicht entscheiden – entweder Katzenjammer in der Großen Freiheit oder VNV Nation mit Orchester in der Laeiszhalle. Die waren beide auf ihre Art beeindruckend. Hier ist noch ein Bonus-Track des VNV Nation Konzerts, der mich sehr amüsiert hat (Link führt zu YouTube).

raketen

9. Buch/Hörbuch des Jahres?
Belletristik: Wir haben Raketen geangelt von Karen Köhler, wunderbare Erzählungen. Es gibt eine davon als Leseprobe auf ihrer Website.
Sachbuch: Fettlogik überwinden von Nadja Hermann (derzeit nur für kindle erhältlich, aber da gibt’s ja Apps. Und ich verlinke euch mal das Blog zum Buch). Hat ganz gut aufgeräumt in meinem Kopf, insbesondere mit Vorstellungen über „Wasserschwankungen“, „Set Point“ und „Hungerstoffwechsel“. Warum mich das interessiert? Ich bin normalgewichtig. So weit, so schön. Normalgewicht entspricht einem BMI von 19-24. Die BMI-Werte trennen etwa 3 kg voneinander, das heißt, zwischen BMI 19 und BMI 24 liegen etwa 15 kg. Das ist, wie ich finde, eine recht große Spanne. Ich bin jetzt am oberen Ende dieser Spanne und möchte eigentlich seit Jahren gern ans untere. Da war ich nämlich mal und da hab ich mich sehr wohl gefühlt. Nur gab es bisher keinen so wirklich zwingenden Grund, dieses Ziel engagiert anzustreben. Bis zu diesem Buch. Es ist sehr fundiert, verarbeitet etliche Studien zum Thema und hat mir ganz gehörig den Kopf zurechtgerückt.
9.b Hörbuch des Jahres?
Der Marsianer von Andy Weir, gelesen von Richard Barenberg (den Hörbüchern, die ich dieses Jahr gehört habe, habe ich vor ein paar Tagen schon einen eigenen Eintrag gewidmet, ebenso meinen liebsten Podcasts)

10. Film/Serie des Jahres?
Das mit den Serien hab ich wieder eingestellt. Ich habe Bloodline, sense8 und Orange is the New Black geschaut. Die ersten beiden fand ich gut. Von letzterer hab ich lediglich eine Staffel geschaut, dann hab ich daran das Interesse verloren. Allgemein kann ich zum Thema Serien sagen, dass es mich Überwindung kostet, mich dazu aufzuraffen, einer Serie viel Zeit zu widmen. Da hör ich lieber Hörbücher und Podcasts, da kann ich auch viel besser bei handarbeiten.
Mit den Filmen ist das anders, ich habe mehrere gesehen, die mich sehr gut unterhalten haben, wobei dieses Jahr sehr wenig Anspruchsvolles darunter war, mein Fokus lag dann doch eher im Bereich der actionlastigen Blockbuster. Gesehen habe ich Kingsman: The Secret Service, Avengers: Age of Ultron, Max Max: Fury Road (Testosteronvergiftung!), Minions, Terminator: Genisys, Ant-Man, Codename U. N. C. L. E., Der Marsianer, Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2, Star Wars Episode VII. Die Top 3? Ich glaube, Kingsman, Der Marsianer, Star Wars (Reihenfolge chronologisch, weil das die einzige ist, die sich nicht ändert).

11. Drei Dinge, die du nicht hättest missen wollen?
Meine Freunde und die gemeinsamen Unternehmungen.

12. Drei Dinge, auf die du gut hättest verzichten können?
Januar, Februar und März. Das erste Quartal war nicht meins. (Das ganze erste Quartal? Nein, natürlich nicht. Es gab ein paar schöne Momente, aber die waren selten)

13. Was hast du 2015 neues begonnen?
Ich mache regelmäßig Sport. Zum einen Krafttraining (erst im Studio, mittlerweile zuhause mit dem eigenen Körpergewicht), zum anderen laufe ich seit Ostern regelmäßig zweimal die Woche und habe im Sommer an zwei Läufen teilgenommen, dem Women’s Run (5 km bei kuscheligen 38 Grad) und dem 15. Rykä Frauenlauf (3,5 km bei deutlich erträglicheren Temperaturen). Nächstes Jahr soll noch der Deutsche Post Ladies Run in Lübeck dazukommen.

14. Wovon hast du dich 2015 getrennt?
Von 5 kg Körpergewicht. Nächstes Jahr geht’s weiter. Von ein paar Illusionen bezogen auf bestimmte Menschen (und im Zuge dessen von diesen Menschen.)

15. 2015 in einem Satz?
closer to the core.

16. Hast du ein Motto für 2016? Und wenn ja, welches?
Erledigt ist besser als perfekt