Weekly Journal – Woche 35 bis 37

Dann wollen wir mal versuchen, die letzten drei Wochen aufzuholen. Ich will nicht sagen, dass gar nichts passiert ist, ganz im Gegenteil. Aber da weder die Ereignisdichte sonderlich hoch noch die Aktivitäten an sich übertrieben vielfältig waren, kriegen wir das wohl in unter 1.500 Wörtern rekapituliert.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Der Fading Point ist fertig geworden, natürlich auf den allerletzten Drücker, wie das eben so ist. Ich habe ihn wie geplant (zu meinem Hochzeitskleid, kreisch, mehr dazu weiter unten) tragen können und mag ihn sehr. Er ist sehr groß, sehr warm und sehr weich.
Ich habe also die Arbeit am Water & Stone Cardigan wieder auf- und mir vorgenommen, monogam daran zu stricken, bis er fertig ist. Der erste Ärmel ist fertig, ich bin jetzt beim zweiten. Danach erst geht es mit dem Körper weiter – ich ziehe die Ärmel vor, weil ich nicht weiß, wie weit ich mit dem Garn komme: ich möchte weder Reste übrig behalten, noch dass mir beim zweiten Ärmel kurz nach dem Ellenbogen das Garn ausgeht.
Gesponnen habe ich die letzten drei Wochen tatsächlich gar nicht, alle Handarbeitszeit habe ich in den Fading Point gesteckt. Gute zwei Monate für ein Tuch, das ich eigentlich nicht brauche. Hm. Das war doch eigentlich genau das, was ich dieses Jahr nicht mehr machen wollte.

Nähen
Der Mann hatte Geburtstag und ich habe ihm ein Hoodie genäht. Das Vorderteil ziert der Rostocker Greif. Mein erster Versuch mit Bleiche und einer Schablone aus Freezer Paper, ich wollte das schon ewig mal ausprobieren.
Ich hab die Bleiche erst an einem Stoffrest getestet, um zu schauen, wie lange es dauert, bis überhaupt irgendwas zu sehen ist, wie viel ich brauche und welche Farbe dabei herauskommt. Die Schablone habe ich auf das Freezer Paper gedruckt und ausgeschnitten und aufgebügelt. Ich habe handelsüblichen Chlorreiniger unverdünnt in einen Pumpzerstäuber gefüllt und aus gut 30 Zentimetern Abstand vorsichtig gesprüht, vorher natürlich alles, was schwarz bleiben soll, sorgfältig abgeklebt. Und nicht geatmet. Dann hab ich es trocknen lassen, die Schablone abgezogen und mir selbst verblüfft auf die Schulter geklopft. Ich hatte genug Stoff bestellt, um im Falle einer Vollkatastrophe mindestens ein weiteres Vorderteil zuschneiden zu können, aber das war gar nicht nötig.
Der Schnitt ist Luke von Pattydoo. Es war mein zweiter Pattydoo-Schnitt und ich bin ehrlich gesagt auch diesmal nicht restlos überzeugt. Pattydoo-Anleitungen sind in der Regel Videoanleitungen. Im Schnittmuster-PDF gibt es nur Stichworte und den Verweis, wo der Arbeitsschritt im Video gezeigt wird. Wenn es, wie in meinem Fall, mehrere Variationen des Schnitts gibt, ist es blöd, wenn im Video ausschließlich die andere gezeigt wird und nichtmal auf Alternativen verwiesen wird – etwas wie „wenn ihr euch für die Variante mit Tasche entschieden habt, wird die jetzt aufgenäht“ wäre schon nett gewesen. Ich finde Videos, die einzelne Arbeitsschritte zeigen, als Ergänzung toll, und die Videos von Pattydoo sind auch wirklich gut gemacht. Zum beim Arbeiten daneben legen und immer mal wieder zurückblättern habe ich jedoch lieber eine (gern auch bebilderte) schriftliche Anleitung. Ich sitze ja an der Nähmaschine, nicht am Rechner, und habe höchstens das Smartphone dabei. Und auf dem kleinen Display dann zurückzuwischen (es gibt keine Kapitelmarken), um einen Arbeitsschritt wiederzufinden und mir nochmal zeigen zu lassen, finde ich unpraktisch. Das ist auf hohem Niveau gejammert, das ist mir schon klar. Und die Passform – darauf kommt es ja letztlich an – war bei beiden Modellen top. Der Mann zieht das Teil gar nicht mehr aus.

Sport
Ich war zu zwei Läufen gemeldet, dem Hamburg Airport Abendlauf und dem Sanddornlauf auf Langeoog, und ich habe auch teilgenommen. Der Name Hamburg Airport Abendlauf ist ein bisschen irreführend, gelaufen wurde nicht am Flughafen, sondern auf meiner Trainingsstrecke im Norderstedter Stadtpark, je nach Lust, Fitness und Ehrgeiz konnte man eine bis vier Runden à 2,3 km um den Stadtparksee drehen. Ich hatte aus Sorge um mein Knie nicht trainiert und ein wenig gehadert, habe mich aber letzlich entschlossen, hinzugehen und eine Runde zu versuchen, damit die Startgebühr nicht verfällt. Geworden sind es dann zwei Runden, das Knie hatte nichts zu beanstanden, bei meiner Kondition gibt‘s noch Luft nach oben. Insgesamt waren etwas mehr als 500 Menschen gemeldet, alle Altersklassen, die Jüngsten Jahrgang 2011, die ältesten in der Altersklasse W bzw. M75. Wenn man mal von drei Blitzbirnen absieht, die uns aus dem Weg gerempelt haben, weil sie meinten, dass ihnen die „Ideallinie“ zusteht, weil sie ja viel schneller unterwegs sind, war es eine schöne Veranstaltung.
Am Sanddornlauf auf Langeoog wollte ich schon seit zwei Jahren teilnehmen und dieses Jahr hat es endlich geklappt. Die Strecke ist anspruchsvoll, ca. 700 der 5.000 m sind wir am Strand gelaufen, im Sand und mit ordentlich Gegenwind, und als ob das noch nicht genug wäre, gab es mehrere recht steile Anstiege beziehungsweise Gefälle in den Dünen. Dafür geht meine Zeit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7:45 min pro Kilometer schon in Ordnung. Die Kulisse ist natürlich ein Traum, und überall sind Urlauber, die einen anfeuern. Nächstes Jahr findet der Sanddornlauf am 21. September statt, das ist eigentlich schon außerhalb unserer üblichen Urlaubszeit, mal gucken, ob ich es doch irgendwie hinkriege.
Wenn mir das Knie nicht dazwischengekommen wäre, hätte ich letztes Wochenende wahrscheinlich zum ersten Mal an der Sideline gestanden. Ich hab die Fotos vom Auftritt gesehen, die beiden Neuen, die mit mir gestartet sind, waren diesmal das erste Mal dabei und scheinen eine Menge Spaß gehabt zu haben. Irgendwie mag ich das Thema noch nicht ad acta legen. Tanzen ist für mich einfach der Sport mit dem höchsten Spaß- und Glücksfaktor. Ich würde gern einen neuen Versuch starten, wenn die Sporteinlagen da sind. Ich schnacke vorher nochmal mit den Trainerinnen. Ich trage momentan Einlagen in meinen normalen Straßenschuhen und habe den Eindruck, dass sie helfen. Es bleiben natürlich die seitlichen und drehenden Bewegungen. Ich habe mich durch mehrere Webseiten gelesen und wieder Hoffnung geschöpft: eine gut trainierte Stützmuskulatur kann einiges ausgleichen. Und klar, je weniger Gewicht man mit sich herumträgt, desto besser für die Gelenke. Und ich hab da ein paar Kilo, die ich nicht dringend brauche. Also gezieltes Training und abspecken – nichts leichter als das. Ähm.

Buch, Bild & Ton
Mit Dystopien kriegt man mich immer – gleich zwei Hörbücher dieses Genres habe ich in den letzten Wochen gehört. Zuerst „Die Optimierer“ von Theresa Hannig: in der nahen Zukunft gibt es in der Bundesrepublik Europa ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine Agentur für Lebensführung, die dafür Sorge trägt, dass jeder eine Arbeit zugeordnet bekommt, die seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen entspricht. Oder eben auch keine, das ist dann die sogenannte Kontemplation, das ist okay, das System trägt das. Klingt ja erstmal sehr schön, ist aber mit einem hohen Maß an Kontrolle und Überwachung verbunden. Es regiert eine Optimalwohlökonomie, die Kostenfaktoren wegrationalisiert. Wir begleiten den Lebensberater Samson Freitag, einen gewissenhaften Bürger, in dessen Leben alles nach Plan verläuft – und dann nimmt sich eine von ihm beratene Klientin das Leben und seines gerät aus den Fugen. Hat mir gut gefallen. Bonuspunkte, weil es in München spielt.
Das zweite war „Vox“ von Christina Dalcher. Ich war etwas skeptisch. Das Buch wird ziemlich gehyped, ich habe den Klappentext gelesen und eine zwar unterhaltsame, aber im Prinzip dünne Handlung erwartet – und wurde überrascht. In einer nicht allzu fernen Zukunft dürfen Frauen und Mädchen nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen. Dafür, dass sie dieses Limit einhalten, sorgen die Wortzähler, die sie am Handgelenk tragen müssen und die bei Nichtbefolgung Stromströße aussenden. Das klingt so knapp zusammengefasst abwegig, die Autorin bekommt es aber gut hin, dass es sich über weite Strecken realistisch anfühlt, und das macht für mich den Grusel der Geschichte aus. Und Frau Sawatzki liest wieder mal sehr gut.

Dies & Das
Ich habe geheiratet. Darüber unter dieser Überschrift zu berichten, fühlt sich auch irgendwie schräg an, so unter „ferner liefen“, aber in die anderen Kategorien passt es ja noch weniger. Höchstens noch in „unterwegs“, denn wir haben uns auf „unserer“ Insel Langeoog im Seemannshus trauen lassen. Wir hatten einen schönen Tag im allerkleinsten Kreis. Ein paar Tage vorher haben wir uns in einem Trauringkurs in der Hofgoldschmiede gegenseitig unsere Ringe geschmiedet, und das war wirklich ein toller Tag, wir haben viel gelernt und gelacht und haben jetzt wunderschöne Ringe. Ich war ein wenig bange, weil meine Kenntnisse in Metallverarbeitung über silvesterliches Bleigießen nicht hinausgehen, aber mit guter Anleitung sind wir zu einem sehr schönen Ergebnis gekommen. Und den anspruchsvollen Fummelkram – schweißen, Stein fassen, Gravur – machen die Profis.

Pläne für nächste Woche
Ich habe noch ein paar Vorbereitungen zu treffen, bevor ich am 1.10. in die Selbstständigkeit starte, außerdem den ganzen Papierkram wegen der Namensänderung.
Am Dienstag fängt die Dartsaison wieder an, wir starten mit einem Heimspiel.
Handarbeitsmäßig möchte ich die Wolle für die Cria weiterspinnen, mittags ein halbes Stündchen sollte dafür drin sein. Und am Water & Stone werde ich weiterstricken, keine Ahnung, ob ich den bis Oktober fertig bekommen kann, aber viel fehlt ja nicht mehr, versuchen werde ich‘s.
Sportlich steht Lauf- und Krafttraining an: ein- bis zweimal laufen, viermal Krafttraining. Das klingt irgendwie erstmal viel, aber das Krafttraining mache ich zuhause und das sind kurze, intensive Einheiten à 20 bis 30 Minuten, der zeitliche Aufwand ist also äußerst überschaubar. Und da Abs in der Küche gemacht werden, werde ich mir auch mal ein alltagstaugliches Abnehmkonzept ausknobeln. Wobei es da nicht viel zu knobeln gibt: 1.200 bis 1.500 kcal am Tag, Essenspausen, keine Zwischenmahlzeiten, genug Protein und Ballaststoffe, auf ausreichend Schlaf achten. Die Theorie hab ich ja drauf. Ich bin auch schlau genug, das Glas Wein am Abend und das Stück Schokolade am Nachmittag einzuplanen, denn verbieten wird nicht funktionieren. Dann bin ich halt eine Woche später schlank. So.

Weekly Journal – Woche 28

Diese Woche hatte für mich streng genommen nur sechs Tage – am Mittwoch war ich raus. Am morgen bin ich noch zwei Stunden über den Zahlen für meinen Businessplan verzweifelt, dann sind Kopfschmerzen aufgezogen wie ein Unwetter. Ich habe, als ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, noch eine kurze Runde durch den Ort gedreht, weil ich dachte, frische Luft wäre eine gute Idee, habe ein bisschen eingekauft, einen Kaffee beim Portugiesen getrunken, habe aber dann schon gemerkt, dass das Licht zu hell, Geräusche zu laut und zu schrill und Gerüche zu intensiv wurden. Mit flimmerndem Gesichtsfeld hab ich mich ins Bett verzogen und den Nachmittag mit Alpträumen verbracht, zwischendurch immer wieder geweckt von der Straßenbaumaschine, die um die Ecke ihre Arbeit verrichtete und das ganze Haus in Schwingung versetzte, von denen mich auch meine Silikon-Ohrstöpsel nicht abschirmen konnten. Überflüssig zu erwähnen, dass ich am Mittwoch nicht beim Training war. Das einzig Tröstliche dabei ist, dass auch Scheißtage nur 24 Stunden haben. Also schauen wir uns mal die anderen sechs an – die waren immerhin in der Überzahl.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Das Strickziel war „die erste Hälfte des Fading Points abschließen und die restliche Strickzeit mit Juneberry verbringen“ Restliche Strickzeit … das ist ein bisschen so wie „Schokofondue macht man aus übriggebliebener Schokolade – weiß jemand, was das ist?“ Also, ich hatte viel Freude am Fading Point. Ich bin jetzt bei Farbe vier. Es gibt fünf. Juneberry wird sich noch mindestens eine Woche gedulden müssen, fürchte ich.
Gesponnen habe ich auch nicht so viel. Es war ja weniger Fußball und dafür mehr Businessplan, also zu Zeiten, als die Tour de France lief, daher hab ich nur wenig gesponnen und viel am Computer gesessen. Von den ersten 100 g der Hilltop Cloud-Fasern ist noch ein bisschen übrig, schätzungsweise zwei Stunden Spinnzeit.

Nähen
Ich habe genäht. Nur kurz, nix Tragbares, aber ich hab die Nähmaschine ausgepackt. Letztes Jahr (oder vorletztes? Mein Zeitgefühl ist in diesen Dingen wirklich mies) habe ich im Werder-Fanshop T-Shirts gekauft. „This is Osterdeich“. Ich wollte eins davon zu einem vernünftigen, für mich passenden Shirt umarbeiten, mit Taille und einem Halsausschnitt, der mich nicht würgt. Nichts ist in dieser Hinsicht passiert, aber ich habe, als ich dieses Woche das Bett neu bezogen habe (mit Hansa Rostock-Bettwäsche für den Mann und Werder Bremen für mich – ich kann das empfehlen, wirklich, der Deckenklau ist signifikant zurückgegangen), festgestellt, dass keiner der Kaufbezüge für meine Nackenrolle wirklich dazu passt. Und mich erinnert, dass ich aus den Jerseyresten eigentlich Bezüge für das Teil nähen wollte. Oh, warte mal, da ist doch noch dieses Osterdeich-Shirt in XL … eine Viertelstunde später hatte ich eine prima Diebstahlsicherung für meine Nackenrolle. Lustig, wie manche Dinge sich erst ewig ziehen und dann in unter einer Stunde einfach erledigt werden.
Apropos „ewig ziehen“, ich hab die Nähmaschine ja nochmal rausgeholt diese Woche: um frisch bei IKEA erstandene Vorhangschals zu kürzen. Das Arbeitszimmer hat jetzt Vorhänge. Und ist dadurch auf der Skala von Rumpelkammer zu Wohlfühlort um einige Plätze geklettert. Das hatte ich auch schon sehr lange vor mir her geschoben. Eigentlich hätte ich da auch gern Farbe an den Wänden. Und an der einen Tapete. Schauen wir mal – wahrscheinlich zieht sich das erst sinnlos und wird dann – zack! – erledigt. Alles hat seine Zeit.

Kulinarisches
Zum Rumtopf wurden in der zweiten Etappe Pfirsiche hinzugefügt. Es handelt sich wieder um eigene Ernte des Obstbauern meines Vertrauens, wie auch schon die Sauerkirschen. Mit den Pfirsichen durfte noch eine Orange mit in den Topf – einfach nur in dicke Scheiben geschnitten. Zucker entsprechend der Hälfte der vorbereiteten Pfirsiche, Rum, rühren, kühl stellen. Als nächstes sind Mirabellen dran. Aber das dauert noch.

Dies & Das
Auf dem Balkon herrscht noch immer viel Insektenflugverkehr, und auf dem Bienenbuffet sind neue Blüten aufgetaucht: Blut- oder Inkarnatklee, Lein, Wilde Malve und Doldenblütler, die sehr nach einer Mischung aus Möhre und Koriander riechen. Bei Doldenblütlern bin ich raus – eine Herkulesstaude erkenne ich gerade noch aufgrund ihrer Größe, Dill natürlich auch, aber die anderen drölfzigtausend Arten: keine Ahnung. Hoffentlich ist es kein Schierling.

Pläne für nächste Woche
Der Businessplan muss weiter Form annehmen, und darüber hinaus möchte ich weiter am Fading Point stricken und an der Tour de Fleece teilnehmen

Weekly Journal – Woche 27

Diese Woche war nicht so gut. Ich hatte nicht so viel vor, habe aber noch weniger geschafft. Ich war bei einem Stammtisch, bei dem ich mich normalerweise sehr wohl fühle, diesmal aber nicht. Ich weiß allerdings auch, woran es lag. Ich schätze an Mensa das offene Interesse, das die meisten Mitglieder einander entgegen bringen. Viele Ms haben in ihrer Vergangenheit Zurückweisung erfahren, weil sie anders waren (als ihre Mitschüler, Kommilitonen, Arbeitskollegen) und gehen deswegen vielleicht umso achtsamer miteinander um. Es passiert sehr selten, dass man von jemandem nur als Stichwortgeber und Publikum für monologisierende Selbstdarstellung verwendet wird, aber es kommt vor. Da hilft dann zukünftig nur Abstand halten. Überhaupt waren Interaktionen mit Menschen diese Woche schwierig. Mit Sport war auch noch nichts, was meiner Stimmung ebenfalls abträglich war, insbesondere, da ich nicht am Mottotraining teilnehmen konnte. Naja, auch so eine Woche ist mal dabei. Hoffen wir mal, dass die nächste besser wird. Handarbeitsmäßig sah es allerdings doch gar nicht so schlecht aus.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Sobald ich zwei Strickzeuge habe, wird’s kompliziert. Ich habe fast ausschließlich am Fading Point gestrickt und Juneberry kaum angeschaut und bin mit letzterem natürlich unzufrieden. Allerdings macht der Fading Point wirklich Spaß, weil das Garn so wunderschön ist. Dafür brauche ich die Juneberry dringender, es ist abends echt kühl. Vielleicht sollte ich das nächste Woche mal besser aufteilen.
Gesponnen habe ich auch, immer beim Fußball schauen, und da sich die Fußball-WM gen Ende neigt, habe ich mich inoffiziell der Tour de Fleece angeschlossen und gestern gesponnen und Tour de France geschaut. Obwohl ich eigentlich noch glaube, dass ich Radrennen doof finde, aber das habe ich auch mal über die Formel Eins gedacht. Die Hälfte habe ich auf France 2 geschaut und kein Wort verstanden, außer „sensation!“ – der Kolumbianer war wohl nicht unbedingt der Favorit für die erste Etappe. Eine gewisse Dramatik hat mein Spinnprojekt in der Verlängerung des Spiels Russland gegen Kroatien erfahren, als plötzlich der Faden riss, sich aufwickelte und das Ende auf der Spule nicht mehr wiederzufinden war. Ich habe also das komplette Elfmeterschießen und dann noch fast zwei Stunden damit verbracht, so verlustfrei wie möglich das bisher Gesponnene von der Spule abzuwickeln und notzuzwirnen. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel Lauflänge verloren, ein paar Meter werden es schon gewesen sein. Es hat sich auch mal wieder gezeigt, dass es sinnvoll ist, den frisch gesponnenen Singles vor dem Zwirnen eine Pause zu gönnen – die unteren Schichten auf der Spule waren deutlich weniger bockig beim Verzwirnen als das frische Garn.

Nähen
Das Mottotrainingskostüm ist fertig geworden, am Training habe ich aber leider nicht teilnehmen können, also gibt es kein vernünftiges Foto, sondern nur einen mal-eben-schnell-Schuss vorm Spiegel – irgendwie muss ich die Geschichte ja auflösen. Ich hatte mir nach einigem hin und her überlegt, dass wohl ausreichend Meerjungfrauen zugegen sein würden (so war es denn auch, auf der Facebookseite des Teams gibt es ein paar Fotos) und mich für ein grob an Ursula aus Arielle angelehntes Meerhexenkostüm entschieden. Das ist ein abgewandelter Acht-Bahnen-Rock aus schwarzem und fliederfarbenem Jersey, vom oberen Drittel der Oberschenkel bis unten sind die Bahnen nicht zusammengenäht, sondern bilden Tentakeln mit fliederfarbener Unterseite, die ihr Volumen insgesamt anderthalb Packungen Füllwatte verdanken – ist das einigermaßen verständlich? Den Dreizack hab ich aus dem Faschingsladen in der Esplanade, ein sehr faszinierendes Geschäft, wo es auf mehreren Etagen nur Kostüme und Zubehör gibt. Die Gabel war rot, eigentlich handelt es sich nämlich um ein Requisit zu einem Teufelskostüm, die musste ich also überlackieren. Tja. Und was mache ich jetzt damit?

Buch, Bild & Ton
Ich habe seit meiner Jugend eine Schwäche für dystopische Jugendromane. Ich glaube, meine Einstiegsdrogen waren „Z wie Zacharias“ von Robert C. O’Brien (von 1974, offenbar 2015 verfilmt, das muss ich mir mal ansehen), „Haus der Treppen“ von William Sleator (ebenfalls 1974) und „Nach dem großen Feuer“ (meine erste Begegnung mit Wolfgang Hohlbein). Und später natürlich der „Herr der Fliegen“ von William Golding. In jüngerer Vergangenheit dann „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins, „Die Verratenen“ (und die beiden Folgebände) von Ursula Poznanski, „Otherland“ von Tad Williams, „The Bone Season“ von Samantha Shannon, „Die Bestimmung“ von Veronica Roth und vermutlich noch ein paar mehr, die mir jetzt aus dem Stand nicht einfallen, nicht alle immer unbedingt von hoher literarischer Qualität, aber damit bin ich bei diesem Genre sehr nachsichtig. Gern genommen: Science Fiction- und Fantasy-Elemente. Insofern habe ich natürlich aufgemerkt, als ich von „Children of Blood and Bone“ hörte. Die Autorin Tomi Adeyemi wird gar von einigen als neue J. K. Rowling gefeiert. Das heißt ja erstmal nix. Aber dass ihre nigerianischen Wurzeln die Grundlage für die Welt sind, in der sie ihre Heldin Zélie ins Abenteuer schickt, hat mich schon interessiert. Der erste Eindruck ist gut. Ich höre das ungekürzte Hörbuch, gelesen von Vanida Karun, und die macht ihre Sache bisher sehr gut.

Kulinarisches
Seit Jahren nehme ich mir vor, einen Rumtopf anzusetzen. Dieses Jahr ist es nun wirklich mal soweit, ich habe mir am Donnerstag ein Pfund Sauerkirschen auf dem Markt gekauft und sie mit Rohrzucker (entsprechend dem Gewicht der entkernten Kirschen), zwei Vanilleschoten, drei Sternanis und ein paar Stücken frischem Ingwer angesetzt. Dazu 54-prozentiger Rum, so dass die Kirschen knapp einen Zentimeter bedeckt sind. Als nächstes kommen Pfirsiche dazu. Das Rezept stammt aus dem WDR-Podcast „Einfach Gote“, der jetzt anscheinend „WDR 2 Jetzt Gote!“ https://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm/jetzt-gote/index.html heißt. Das Rumtopfrezept ist leider nicht mehr online.

Pläne für nächste Woche
Ein paar Termine in der großen Stadt, zweimal Training und am Freitag schon wieder eine Ex-Raid-Einladung, mehr habe ich für die nächste Woche noch nicht auf dem Zettel. Einige zähe Stunden Schreibtischarbeit, die ich mir aber frei einteilen kann, und alles in allem sommerliche Wetteraussichten. Damit kann ich doch was anfangen.

  • Sport. Mir fehlt Bewegung. Um das Knie nicht sogleich in Panik zu versetzen, nehme ich mir erstmal nur das Training vor und vielleicht – vielleicht! – eine kleine Laufrunde. Nur mal um zu gucken, wie es sich anfühlt. Am Samstag oder so.
  • die erste Hälfte des Fading Points abschließen …
  • … und die restliche Strickzeit mit Juneberry verbringen
  • Spinnen zur Fußball-WM bzw. Tour de France, wann immer es passt