Tausend Fragen – 301 bis 320

301. Worin bist du ein Naturtalent?
In nichts so wirklich. Ich habe mir damals vor zehn Jahren, als ich das Ergebnis des IQ-Tests und die Einladung zu Mensa bekam, die detaillierte Auswertung bestellt, weil ich gehofft hatte, einen Fingerzeig zu bekommen. Aber keiner der getesteten Bereiche sticht wirklich heraus.

302. Welche Person um dich herum hat sich in letzter Zeit zum Positiven verändert?
Der Liebste natürlich, subjektiv gesprochen, wir nähern uns seit Jahren millimeterweise einander an.

303. In welcher Situation warst du unfair?
Ich habe oft das Gefühl, unfair zu sein, obwohl ich es wahrscheinlich nicht bin. Insofern kann ich das nicht beantworten.

304. Fühlst du dich fit?
Ehrlich gesagt: noch nicht so. Aber es ist Februar, die Laufsaison hat gerade erst begonnen, könnte ich die Frage in vier, fünf Monaten bitte noch einmal beantworten?

305. Sind deine finanziellen Angelegenheiten gut geregelt?
Finanzielle Angelegenheiten … habe ich sowas? Momentan sieht es so aus, dass ein gewisser Zeitraum der Auftragslosigkeit dafür sorgen kann, dass ich echte existenzielle Probleme bekomme. Das ist dann wohl implizit ein Nein.

306. Von welchem Buch warst du enttäuscht?
Vom letzten Robert Galbraith, das heißt, im Grunde schon vom vorletzten – die Figuren werden immer abziehbildhafter, das ist ärgerlich, weil Frau Rowling es eigentlich besser kann

307. Welchen Grund hatte dein letzter Umzug?
Flucht aus unerträglicher Wohnsituation gepaart mit guter Gelegenheit zur Verbesserung.

308. Neigst du zum Schwarz-Weiß-Denken?
Mhmm … ich weiß theoretisch um die Grauzonen, aber die Reflexe, die Reflexe …

309. Was fühlst du, wenn du verliebt bist?
Einen Magnetismus, der mich von meinem Weg ablenkt und ins Reagieren zwingt. Klingt nicht so gut? Stimmt.

310. Gehört es zum geselligen Beisammensein, viel zu essen und zu trinken?
Ich würde das „viel“ ausklammern wollen, dann passt es.

311. Welche Dinge stehen noch auf deiner To-do-Liste?
Nochmal nach Bad Bodenteich fahren und diese blöde Arena auf Gold bringen.

312. Hegst du oft Zweifel?
Ja, liebevoll auch.

313. Womit bist du unzufrieden?
Mit der medizinischen Versorgung, wenn es um zeitnahe Termine bei Fachärzten geht.

314. Mit welchem Gefühl besteigst du ein Flugzeug?
Immer vorfreudig, ich fliege unheimlich gern.

315. Gilt für dich die Redensart „Eine Hand wäscht die andere“?
Jein. Ich revanchiere mich gern beziehungsweise ich hab nicht gern Schulden. Aber ich mag keine Gefallenskonstrukte.

316. Bist du schon mal schikaniert worden?
Ja.

317. Wie spontan bist du?
Geht so.

318. Unterstützt du bestimmte Menschen bedingungslos?
Puh. Nahestehende Menschen würde ich bedingungslos unterstützen, die kommen aber alle gerade wunderbar allein klar.

319. In welcher Angelegenheit hast du Schuldgefühle?
Wenn ich meine Bedürfnisse gegen Erwartungen von außen durchzusetzen versuche.

320. Wie viele Jahre schon dauert deine längste Freundschaft?
22 oder 23. Wenn wir es schaffen, diese eine Freundschaft wiederzubeleben, dann bringen wir es sogar auf 28.

Quelle: Flow-Magazin

Weekly Journal – Woche 6

Meine Arbeitswoche war anstrengender als sonst, in erster Linie wegen des lauten Großraumbüros. Das ist einfach nix für hochsensible Introvertierte. Allerdings ist es, verglichen mit den Arbeitsbedingungen bei meinem alten Arbeitgeber, noch immer recht gut auszuhalten. Von dort habe ich Geschichten gehört: offenbar hat die Geschäftsführung gewechselt und wurde der Belegschaft vorgestellt. Man hat unter viel „Tschakka!“ vor Rechtschreibfehlern strotzende PowerPoint-Folien an die Wand geworfen. Zudem will man noch dieses Jahr umziehen, Hafencity, Wilhelmsburg und die Innenstadt sind im Gespräch – das verlängert den Arbeitsweg für alle Kollegen, die wie ich aus dem Norden kommen, schätzungsweise um eine Stunde pro Strecke. Alter Schwede, bin ich froh, dass ich da raus bin.

Stricken & Häkeln
Ich hatte ein wenig mit dem Stricktreff im Wollgeschäft am Schmuggelstieg geliebäugelt. Ich war da noch nie, er findet regelmäßig am ersten Dienstag des Monats statt, ich wollte im Januar schon hin, da ist etwas dazwischen gekommen, und diese Woche passte es auch nicht, weil: meine Jungs hatten Pokal. Und das Spiel wurde sogar im Ersten übertragen. Die ersten 34 Minuten des Spiels habe ich noch gesponnen (endlich weiß ich, wofür das Loch oben in meinem Rad ist). Die restliche Zeit habe ich dann gestrickt, weil ich hingucken musste, das geht beim Spinnen nicht so gut. Es stand 1:1 am Ende der regulären Spielzeit und 3:3 am Ende der Verlängerung, weil Weserwunder nicht zwingend an der Weser stattfinden müssen, und dann hatten wir Glück, weil wir unseren Pavlenka haben, der die ersten beiden Elfmeter von Dortmund einfach mal gehalten hat. Dass Dortmund mit Ersatzkeeper auflaufen musste, war dann vielleicht auch nochmal hilfreich. Also Viertelfinale, yay! Und zwei Reihen mehr an der Cria dank Verlängerung. Wie viel daran insgesamt weitergegangen ist, kann ich nicht sagen. Schon ein Stückchen. Nächste Woche denke ich hoffentlich an den Maschenmarkierer, dann kann ich messen.

Unterwegs habe ich an den Lord Varys-Socken gestrickt, das Muster ist superleicht zu merken und gefällt mir gut, die Wolle mustert dezent, ich würde sie auch heute, neun Jahre später, noch kaufen. Sie ist allerdings recht dunkel – im gelblichen Licht im U-Bahn-Tunnel ist es anstrengend.

Spinnen
Es sind noch 32 g vom dritten Scandi-Blend-Kammzug übrig, ich habe diese Woche also 32 g versponnen. Ich habe die dritte Staffel Game of Thrones auch schon bestellt, mit der zweiten bin ich nämlich durch.

Ich hatte bei Hilltop Cloud einen Kammzug aus einer Fasermischung für Socken bestellt, der ist angekommen. Ich bin noch nicht sicher, wie ich ihn verspinne. Also dreifädig navajoverzwirnt, so viel ist klar. Ich wollte jetzt nicht allzu tief in die Wissenschaft des Sockengarnspinnens einsteigen (das aktuelle Ply Magazine widmet dem Thema eine ganze Ausgabe) und das robusteste Garn der Welt herstellen. Die Socken daraus werde ich nicht in Schuhen tragen, sondern auf dem Sofa, insofern müssen sie nicht so viel aushalten. Es geht mir mehr um die Farben und wie ich aus dem Garn zwei möglichst ähnliche Socken mache. Momentan gefällt mir die Idee am besten, den Kammzug längs zu teilen und auf zwei Spulen spinnen und zu verzwirnen. Beim Stricken würde ich dann alle vier Reihen das Knäul wechseln – sozusagen klassische Ringelsocken, wie ich sie früher oft gestrickt habe. Nur mit nicht ganz so viel Kontrast zwischen den Ringeln. Aber erstmal mache ich die Scandi-Blend fertig.

Sport
Das Training musste diese Woche der Arbeit wegen ausfallen. Eigentlich wollte ich das nicht mehr machen, ich wollte mein Leben nicht mehr um die Arbeit herum arrangieren. Je nun. „Eigentlich“. Ich lerne noch.

Am Donnerstag und Sonntag war ich laufen. Ich fange wieder ganz vorn an, 10K Trainer Woche 1 Tag 1 und 2. Es ist okay, weil es absehbar ist. In sechs Wochen laufe ich wieder meine 5 Kilometer. Die Knie haben nichts zu beanstanden, meine Rückenschmerzen sind besser, lange stehen geht jedoch noch immer nicht. Am Montag – morgen – ist der Termin beim Arzt. Ich habe noch einmal überlegt, seit wann ich die Probleme habe: Anfang 2018, in schwankender Intensität. Und was hat sich seitdem verändert? Ich habe einen neuen Sport und ein neues Bett. Es liegt wohl eher am neuen Bett als am Cheerleading. Ich habe also nicht lange gefackelt und eine neue Matratze bestellt, auf der darf ich jetzt 100 Tage probeschlafen. Sie heißt Bodyguard und ist der ewige Testsieger der Stiftung Warentest. Mal gucken, was mein Rücken dazu sagt.

Buch, Bild & Ton
Ich habe Blinkist für mich entdeckt. Das ist ein Dienst, der Sachbücher zusammenfasst und die Kernaussagen seinen Abonnenten in kurzen Texten beziehungsweise Audios von etwa 15 Minuten Länge zur Verfügung stellt. Ich hatte Werbung dafür gesehen und mir gedacht „naja …“, aber da die Macher des Psychcast ganz begeistert davon sind, hab ich mal einen Blick beziehungsweise ein Ohr riskiert und mir nach der 24-Stunden-Testphase ein Jahresabo geleistet. Die Qualität der Audios ist sehr gut, die Zusammenfassungen sind natürlich sehr kurz, aber als eine Art erweiterten Klappentext finde ich sie ausgesprochen nützlich. Ich lese auf die Blinks (so nennen sie die einzelnen Kernthesen) hin jetzt Ab ins Bett!: Eine traumhafte Reise in die Welt des Schlafes von Katharina Kunzmann (mit der kindle-App auf dem iPad beim Stricken), kann aber noch nicht so viel dazu sagen, weil ich noch ganz am Anfang bin. Es macht bisher einen sehr kurzweiligen Eindruck.

Meine zwei Seiten am Tag auf Papier-Routine funktioniert übrigens auch gut, ich komme langsam, aber stetig voran. Ich lese noch immer Kriegsenkel von Sabine Bode, das flüssig und lebendig geschrieben ist, mich aber oft innehalten und nachdenken lässt, weil mir viele Dinge aus den geschilderten Lebensgeschichten aus meinem Erleben vertraut sind. In dem Coaching, das ich mache, geht es auch darum herauszufinden, inwieweit meine Themen ihren Ursprung in „alten Geschichten“ haben. Ich weiß fast nichts über meine Vorfahren. Die Ahnenforschungsversuche meiner Jugend wurden bereits ganz zu Anfang von meinen Großmüttern mit verkniffenem Schweigen im Keim erstickt, und das passiert ja auch nicht ohne Grund. (Es gibt beim Deutschlandfunk eine Sendung zum Thema transgenerationale Traumata, in der die Autorin des Buches ebenfalls zu Wort kommt)

Pläne für nächste Woche
Montag und Mittwoch Training, Mittwoch bis Freitag beim Kunden, soweit so Standard. Dann ein Orthopädentermin am Montag, ein Pokalspiel am Dienstag (Dart, selber spielen), möglicherweise ein romantisches Abendessen am Donnerstag (St. Fleurop), eine Einladung zur Piratenfilmnacht am Samstag, ein virtueller Stricktreff am Sonntag. Dazu der Vorsatz, es – angeregt durch das Schlafbuch – mal mit neun Stunden Schlaf pro Nacht zu versuchen und spätestens zwischen zehn und halb elf ins Bett zu gehen (das wird mir am Dienstag direkt um die Ohren fliegen, denn mit einem Dartabend ist es so gar nicht kompatibel, da ist um 22:00 Uhr mit Glück die erste Hälfte vorbei und dann habe ich noch eine Stunde Heimweg zu bewältigen). Im Homeoffice geht es weiter mit dem Tagungsheft für das Mensa Jahrestreffen, an dem ich gerade sehr viel Freude habe. Und zwischendurch irgendwie stricken und spinnen. Und zweimal laufen. Auch noch. Ich sehe schon, ich werde aussortieren müssen.

Tausend Fragen – 281 bis 300

281. Malst du oft den Teufel an die Wand?
Ich habe viel Phantasie und mit genügend Zeit ich male die ganze Wand voll. Da ist dann auch ein Teufel dabei.

282. Was schiebst du zu häufig auf?
Nichts zu tun.

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?
Auf die Spitze getrieben dürfte ich, wenn ich diese Frage mit ja beantwortete, keine Mücke erschlagen. Beantwortete ich sie mit nein, könnte man daraus lesen, dass das mit der Massentierhaltung und den Tierversuchen schon irgendwie okay ist. Ich rette mich also auf ein klares jein. Und dann ist ja auch noch die Frage: für wen. Ich glaube, dieser Planet kann auf den Menschen als erstes verzichten.

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?
Ja.

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?
Mein Hochzeitstag.

286. Was wagst du dir nicht einzugestehen?
Das werde ich erst im Nachhinein wissen, wenn ich es mir eingestanden habe.

287. Bei welcher Filmszene musstest du weinen?
Bei allen, die auch nur ein kleines bisschen auf die Tränendrüse drücken. Ich habe eine sehr druckempfindliche Tränendrüse.

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?
Nur drei Tage die Woche außer Haus zu arbeiten.

289. Welche Geschichten würdest du gern mit der ganzen Welt teilen?
Keine.

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?
Kommt drauf an, was sie angestellt haben.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es heute aber nicht mehr?
Ich habe mir nicht eingestanden, wenn ich unglücklich war. Ich habe es immer erst kapiert, wenn es vorbei war. Das war immer sehr erschreckend.

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?
Eine Infektion mit Noroviren & Friends.

293. Gilt für dich das Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“?
Nee, ich bin ausgesprochen neugierig.

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?
Wenig wichtig, es sei denn, die Entscheidungen betreffen sie.

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer?
Weder noch, ich erträume mir meist eine alternative Gegenwart.

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?
Nein. Aber ich nehme sie an, wenn es nicht anders geht.

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter?
In vielen, angefangen damit, dass sie klein ist, braune Augen und glatte dunkle Haare hat und ich groß bin, mit rotblonden Locken und blauen Augen.

298. Wo bist du am liebsten?
Ich habe viele Lieblingsorte.

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?
Ja.

300. Was ist dein Lieblingsdessert?
Ich habe keins. Ich mag fast alles, außer Roter Grütze mit Kernen drin. Und zu sauer sollte es auch nicht sein. Und dann ist da ja auch noch Käse … (“An diesem Abend hatte sie Bauchschmerzen“ – wer weiß, aus welchem Buch das ist?)

Quelle: Flow-Magazin