Weekly Journal – Woche 49

Diese Woche fällt mir der Eintrag noch schwerer als letzte. Ich habe nicht wirklich was zu erzählen, wenig gehandarbeitet, überhaupt keinen Sport gemacht, und die Dinge, die mich gerade beschäftigen, sind zu persönlich, um hier darüber zu schreiben. Es wird also wieder ein kurzer Eintrag.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Gestrickt habe ich nur an den Reisesocken. Das Muster ist Breamore von Anneh Fletcher, ich hab sie Anfang August angefangen, auf dem Flug nach München, dann hab ich zwei Wochen später in Düsseldorf nochmal dran gestrickt, und dann lagen sie. Ich hab den Anfang der Ferse noch einmal zurückgeribbelt und den Schaft um zwanzig Reihen verlängert. Besser so. Die Ferse habe ich erst im dritten Anlauf kapiert, die Konstruktion ist ungewöhnlich und nicht besonders gut beschrieben. Aber nach einer Rückfrage bei Susanne und eingehender Betrachtung der Fotos ging es dann.

Gesponnen habe ich auch ein bisschen. Ich habe den nächsten bunten 100g-Kammzug herausgeholt, um Mützengarn daraus zu machen. Die Wahl fiel auf den ältesten, eine Alpaka-Seiden-Mischung (70% Alpaka, 30% Tussahseide), die ich 2013 bei der Stockumer Wollwerkstatt gekauft hatte. Die Fasern ziehen sich einigermaßen bockig aus, nicht wirklich verfilzt, aber ein bisschen verklebt (lange nicht so schlimm wie die Scandi-Blend), aber es geht dennoch recht flott voran, denn ich spinne recht dick und Unregelmäßigkeiten stören mich nicht. Ich möchte den Single kettenzwirnen und dabei eventuell einen Faden Nähgarn mit Perlen drauf mitlaufen lassen, ich habe noch ein Döschen Perlen in passenden Farben, für das ich bisher noch keine Verwendung hatte, ein Kollateralkauf, noch älter als die Fasern. Vielleicht auch ein paar Pailetten – ich hätte Lust auf eine Mütze mit ein bisschen Glitzer.

Pläne für nächste Woche
Weiter durchhalten. Es ist die letzte Woche des Jahres, die ich komplett durcharbeite, das schaffe ich auch noch. Ich mag allerdings weder Sport- noch Handarbeitsziele ausgeben.

Tausend Fragen – 101 bis 120

101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?
Ja, viele davon. Und die von den anderen Sternbildern auch.

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?
Beerentöne.

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?
Nein, nur so viel, wie ich brauche.

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?
Keine.

105. In welchen Momenten wärst du am liebsten ein Kind?
Wenn ich bei IKEA am Småland vorbei in die doofe Möbelausstellung muss.

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?
Das kommt auf die Woche an und auf den Grund für die Abwesenheit des Internets. Urlaub auf einer abgelegenen Insel: kein Problem. Technische Probleme zu Monatsanfang, wenn die Umsatzsteuer-VA fällig ist: nicht so günstig.

107. Wer kennt dich am besten?
Ich, aber auch ich lerne mich immer noch kennen.

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am wenigsten langweilig?
Darüber habe ich lange nachdenken müssen. Kochen finde ich nicht langweilig, ich empfinde es aber auch nicht als Arbeit. Arbeit sind für mich eher so Dinge wie putzen und Wäsche waschen. Wie langweilig ich sowas finde, steht und fällt mit dem Hörbuch oder Podcast, den ich mir dazu in die Ohren stecke.

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?
Ja.

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?
Ich fühle mich nicht gedrängt, „alles aus ihm herauszuholen“

111. Bist du stolz auf dich?
Auf mich? Nein. Aber auf ein paar Dinge, die mir gelungen sind.

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?
Ich kann beim Wimperntuschen den Mund geschlossen halten.

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?
Ja, sogar mehrere Dinge.

114. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?
Ich habe kürzlich Susanne Kaloffs Buch „Nüchtern betrachtet war’s betrunken nicht so berauschend“ gelesen und in dem Zusammenhang über diese Frage nachgedacht. Die ehrliche Antwort ist: ich trinke Alkohol, um die Kanten des Lebens weichzuzeichnen. Und das wäre wohl ein guter Grund, es bleiben zu lassen.

115. Welche Sachen machen dich froh?
Musik, schöne Dinge, gutes Essen.

116. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?
Ja. Sind noch da.

117. Welches Wort sagst du zu häufig?
So.

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?
Nein, überhaupt nicht. Ich werde allerdings auch nicht gern übersehen.

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?
Bildende Kunst.

120. Sind Menschen von Natur aus gut?
Menschen sind von Natur aus Menschen. Ohne Wertung.

Quelle: Flow-Magazin

Weekly Journal – Woche 48

Dezember. Wahnsinn, das Jahr ist schon fast rum. Gar nicht mehr lange, und ich poste hier meinen Jahresrückblick. Gedanken mache ich mir schon: was hatte ich mir vorgenommen, was ist als unwichtig auf der Strecke geblieben, was habe ich geschafft? Die letzte Woche ist ebenfalls schnell vergangen, was auch ein bisschen daran lag, dass sie keinen Montag hatte: am Montag ging es mir sehr schlecht, ich hab mich krankgemeldet und fast den ganzen Tag geschlafen. Überhaupt war ich jeden Abend so früh so müde, dass ich nach dem Essen noch ein bisschen im Netz herumgeklickt habe und dann schlafen gegangen bin. Gestrickt habe ich also fast nur in der U-Bahn …

Stricken, Spinnen & Häkeln
… und zwar entweder an der Cria oder an einem Sternchen für den Adventskranz nach dieser Anleitung (Ravelry-Link) auf nur 10 cm langen 2,25er Nadeln, ein elendes Gefummel, noch dazu stachen die Nadeln am Ansatz des kleinen Fingers in die Hand. Es ist, entgegen der ursprünglichen Idee, bei einem Sternchen geblieben.

Als ich die Cria gestern einmal anprobiert habe, hatte ich den Eindruck, dass sie etwas eng ist. Daraufhin habe ich das Gestrick mit meiner Maschenprobe verglichen und festgestellt, dass ich mich wieder mal nicht daran halte – statt 24 Maschen auf 10 cm brauche ich 27. Das macht pro 10 cm gut einen Zentimeter Unterschied und summiert sich bei 236 Maschen auf beinahe elf. Kein Wunder, dass mir die Jacke zu eng vorkommt. Die kann ich dann also wieder auftrennen.

Ich stricke jetzt also unterwegs großzügige Maschenproben aus Stashgarnen, aus denen mal was Größeres werden soll, und zuhause an der Juneberry, dies allerdings eher lustlos. Was den Water & Stone angeht, weiß ich noch immer nicht so recht. Ich hatte die Jacke jetzt ein paar mal an und ihre Formlosigkeit stört mich schon, andererseits ist sie aber auch recht gemütlich und schön warm. Also in der Summe okay. Nur definitiv kein Lieblingsteil, was schade ist angesichts der Zeit, die ich hineingesteckt habe.

(Außerdem im Bild: die bereits letzte Woche fertiggestellte Mütze.)

Kulinarisches
Der erste Advent ist der Tag, an dem traditionell der Rumtopf reif ist. Also, bei allen anderen ist es Tradition, bei mir ja noch nicht, dieser Rumtopf ist mein erster. Aber ich hab gelesen, dass man da erst am 1. Advent ran geht.

Mein Rezept habe ich vor Jahren beim WDR-Radiokoch Helmut Gote entdeckt, es ist inzwischen längst wieder offline. Ich muss die Mengen das nächste Mal ein wenig reduzieren, denn Pflaumen und Birnen haben in meinen Topf nicht mehr hineingepasst.

Man braucht für den ersten Ansatz: 1 Pfund Schattenmorellen, 420 g Roh-Rohrzucker, 50 g frischen Ingwer, 2 Vanilleschoten, halbiert und längs aufgeschlitzt, 3 ganze Sternanis, Rum (mindestens 54%)
Zweite Etappe: 500 g Pfirsiche ohne Steine (750 g kaufen), 250 g Roh-Rohrzucker, 1 Bio-Orange, 0,2 l Rum
Dritte Etappe: 750 g Mirabellen (ergibt ca. 600 g ohne Steine), 300 g Roh-Rohrzucker (die Hälfte des Mirabellengewichts), 2 Biozitronen, gewaschen und längs in jeweils sechs Schnitze geschnitten, 0,2 l Rum
Vierte Etappe: 750 g Pflaumen (ca. 600 g ohne Steine), 300 g Roh-Rohrzucker (die Hälfte des Pflaumengewichts), 0,2 l Rum
Fünfte Etappe: 750 g feste Birnen (Conference oder Lukas), 100 g Roh-Rohrzucker, 0,1 l Rum

Das Obst wird jeweils gewaschen und geputzt, größeres in Stücke geschnitten, etwas größer als die Schattenmorellen, dann mit dem Zucker vermischt, ein Weilchen stehengelassen, dann mit dem Rum vermischt und in den Topf gefüllt. Es wird gelegentlich umgerührt, bis der Zucker aufgelöst ist, und dann wird der Topf wieder kühl gestellt.

Und was macht man dann mit so viel besoffenem Obst? Naja, erstmal lädt man Freunde ein. Denen serviert man die Früchte zu Vanilleeis, von der Flüssigkeit kann man ein Schlückchen in ein Sektglas geben und das dann mit Sekt aufgießen.

Natürlich habe ich es, als die Gäste da waren, wieder mal verpasst, ein Foto zu machen. Stattdessen gibt es ein Bild von dem in einer Panikbastelaktion auf den letzten Drücker entstandenen Adventskalender des Mannes – einfache Tütchen aus DIN A 5-Ausdrucken, die Weihnachtsmotive und die Schrift (Harrlems) stammen von Creative Market und eine Tütchenklebeanleitung gibt es auf Äntschies Blog.

Pläne für nächste Woche
Bis Mittwoch durchhalten, dann geht es am Donnerstag für ein verlängertes Wochenende nach Langeoog. Darüber hinaus habe ich keine Pläne. Das doppelte Strickjackenfail der letzten Zeit hat mich ein wenig entmutigt. Wenn ich Lust habe, werde ich stricken. Wenn nicht, nicht.