Weekly Journal – Woche 41

Hoch die Hände, Wochenende! Tatsächlich ist es gerade schon fast wieder vorbei, und der Montag steht vor der Tür. Was mich auch ein bisschen freut, denn ich habe spannende Jobs auf dem Tisch. So sehr ich es hasse, wenn ich beim Joggen im Park durch Rauchschwaden rennen muss, so sehr es mich ekelt, wenn sich jemand in der Bahn neben mich setzt, der wie ein Aschenbecher stinkt, so sehr es mich draußen aufregen kann, dass es nur einen braucht, der sich mit seiner Kippe in Luv setzt und für alle anderen die Luft schlecht macht … ich muss schon sagen, dass Zigarettenschachteln zu den interessantesten Verpackungen gehören, für die ich bisher Reinzeichnungen angefertigt habe. Nicht selten enthalten sie zehn Druckfarben und drei Veredelungen, und wenn ich an einer Stelle eine kleine Textänderung machen muss, kann es sein, dass sich das auf alle darunterliegenden Elemente auswirkt. Weil dieser Text in der Ebene darunter aussparen muss, darüber aber die Heißfolienprägung ebenfalls geändert werden muss … ich werde gerade wieder daran erinnert, warum ich meinen Job so mag, das ist gut, hatte ich es doch die letzten zwei Jahre fast vergessen. Und diese Woche ist es mir auch etwas besser gelungen, mich zu strukturieren. Das heißt nicht, dass die 40+X-Stunden-Woche mein favorisiertes Arbeitszeitmodell ist, aber ich kriege das hin und verliere mich nicht komplett dabei.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Nach kurzer Überlegung habe ich mir eingestehen müssen, dass es mich erheblich mehr genervt hätte, euch diese Woche wieder erzählen zu müssen, dass am Water & Stone nichts weitergegangen ist, als täglich eine Extratasche mit mir herumzutragen. Ich musste diese Woche die Strickzeiten nutzen, wo sie sich ergeben haben, und was soll man mit 1,5 Stunden Bahnfahrt täglich sonst auch machen. Das Teil hat jetzt also zwei Ärmel und der Körper ist auch um ein paar Fingerbreit gewachsen. Ich war beim Anprobieren ein wenig verblüfft, weil ich vergessen hatte, dass der Körper schon so weit gediehen ist. Ich muss noch etwa 30 Zentimeter plus Bündchen, dann habe ich eine neue Jacke.

Gesponnen habe ich nur am Wochenende, am Samstag beim German Bowl und am Sonntag zu meinem Hörbuch. Ich bin noch immer beim zweiten Kammzug, es zieht sich. Beziehungsweise müsste ich korrekterweise sagen: es zieht sich nicht oder nur sehr schlecht. Die Idee, mir bei Wollknoll ein Kardiergerät zu borgen, habe ich verworfen, weil ich damit die Farben zu sehr vermischen würde und die noch übrigen zwei Kammzüge ein wesentlich einfarbigeres Garn ergeben würden als die ersten zwei. Das hätte ich mir zu Anfang überlegen müssen.

Sport
Am Mittwoch war ich laufen, zum ersten Mal mit den Sporteinlagen, nach zwei Kilometern meldete sich das Knie. Nicht so sehr, dass ich hätte nach Hause humpeln müssen, aber unangenehm genug, um froh zu sein, dass ich auf den Köhlbrandbrückenlauf letzte Woche verzichtet habe. Am Sonntag lief es deutlich besser, noch immer langsam, aber eine Pace unter 8:00 min pro Kilometer. Weit entfernt von den 6:30, zu denen ich irgendwann wieder zurück möchte, aber bevor ich mir darüber weiter Gedanken mache, sollte ich erstmal wieder zurück in eine Laufroutine finden, dann kommt das Tempo nämlich von ganz allein. Mein Kalender erinnert mich jetzt jeden dritten Tag.

Meine Sonnengrüße habe ich jeden Morgen gemacht, sogar am Mittwoch, obwohl ich unglaublich müde von dem langen Dartabend am Dienstag war. Der übrigens mäßig erfolgreich war, insgesamt haben wir gewonnen, aber ich bin mit meinem Spiel nicht zufrieden, der Gegner wär machbar gewesen. Allerdings nicht, wenn man mitten im zweiten Leg das Darten einstellt.

Buch, Bild & Ton
Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer, die Hörbücher werden länger. Mich zieht es in der dunklen Jahreszeit zu Fantasy-Zyklen hin, und dieses Jahr habe ich Odinskind entdeckt, den ersten Band der Rabenringe-Trilogie von Siri Petterson. Aufgebaut wie eine klassische Heldenreise, angesiedelt in einer Welt, die stark von der nordischen Mythologie geprägt ist, sprachlich anfangs etwas sperrig, weil Worte mit anderen Bedeutungen verwendet werden, als wir es normalerweise tun. Mittlerweile bin ich drin in der Geschichte und freue mich auf die Stunden, die noch vor mir liegen. Zwanzig hat der erste Hörbuchband, auf dem Papier sind das 656 Seiten, die Folgebände Fäulnis und Gabe, mutmaßlich ähnlich umfangreich, werden im Januar beziehungsweise Juli 2019 erscheinen.

Dies & Das
Ich habe mich endlich dazu durchgerungen, meinen Facebook-Account zu löschen. Seit längerer Zeit schon bin ich dort nicht mehr gern, sondern eigentlich nur, weil alle dort sind. Facebook betreibt als „soziales Netzwerk“ Etikettenschwindel, oder ich benutze es falsch. Es benutzt Begriffe, die in meiner Welt eine andere Bedeutung haben, allen voran „Freunde“. Und nach all den Jahren falle ich immer noch darauf herein. Nein, es ist nichts vorgefallen, falls das jetzt so klang, es gibt kein einzelnes Ereignis, sondern einfach nur ein Fass voll Überdruss, dass nach Jahren steten Tröpfelns kurz vorm überlaufen ist. Während meiner depressiven Episoden habe ich Facebook für mich als Gift erlebt und meinen Account auch mehrmals deaktiviert. Das könnte ich jetzt natürlich auch machen. Oder ihn einfach nicht mehr benutzen. Aber er ist dann immer noch da. Und zieht Energie. So wie die Dinge, die man “erstmal” in den Keller oder auf den Dachboden räumt. Und irgendwann ist der voll. Vor drei Jahren hat Kati Krause einen Artikel auf Zeit online zum Thema veröffentlicht, den ich sehr gut finde, weil er die Situation und die Gefühle sehr gut beschreibt: Facebooks psychische Störung.
Was mir Facebook zunehmend unsympathischer macht ist, dass es meine Timeline filtert, und ich nicht verstehe, wie: auf dem PC bekomme ich ganz andere Dinge angezeigt als auf dem iPad, und wenn ich versehentlich die Seite neu lade, ist der Post, den ich grad noch gelesen habe, unauffindbar. Wer weiß, welche Posts meiner Freunde und abonnierten Seiten mir nicht gezeigt werden, weil irgendein Algorithmus der Meinung ist, sie seien nicht relevant. Die berühmte Filterblase. Das ist in meiner kleinen Welt lästig, im gesellschaftspolitischen Kontext halte ich es für gefährlich. Die Menschen verlernen, einander zuzuhören, und der Lärm, den sie in ihrer Echokammer machen, potenziert sich. Vor Beginn der Selbstständigkeit habe ich mich in einigen Facebook-Gruppen angemeldet und dachte, meinen Account jetzt aus beruflichen Gründen zu brauchen. Was ist mit den ganzen Tipps, die ich jetzt verpasse? Nun, ich verpasse sie. Wahrscheinlich werde ich das überleben.

Pläne für nächste Woche
Mein Kunde braucht mich weiterhin, vielleicht die ganze Woche. Es stehen ein paar weitere Termine an, und der HaMLet muss fertig gemacht werden, das habe ich diese Woche nicht geschafft. Ich möchte

  • die Yoga-Morgenroutine beibehalten
  • am Water & Stone weiterstricken
  • am Mittwoch und am Samstag laufen
  • mich endlich der Bekämpfung der Kummerkilos aus dem letzten Jahr annehmen
  • abends spinnen – ich nehme mir für die Woche mal den Rest des Kammzugs vor, das sind noch 21 Gramm
  • an einem Abend die Nähmaschine herausholen und mit dem Karokleid weitermachen

Weekly Journal – Woche 40

Was für eine volle, volle Woche! Ich war in Vollzeit beim Kunden gebucht und jeden Tag (außer Mittwoch und am Wochenende natürlich) elf Stunden außer Haus. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes, daher bin ich mit meinen Projekten nicht wirklich weiter gekommen. Und am Wochenende war unsere Hochzeitsparty, samt Vorbereitungen und Aufräumen. Ich bin unglaublich froh, dass es so gut losgeht mit meinem Freelancerleben.
Mir fliegt nur meine alte Tagesstruktur um die Ohren und ich hab noch keine neue. Wah!

Stricken, Spinnen & Häkeln
Water & Stone ist zu voluminös für die Bahnfahrt, ich schnüre mir das Teil zwar schon immer zu einem kompakten Päckchen zusammen, so dass ich es beim Ärmel stricken leichter drehen kann, es braucht aber trotzdem eine Extratasche, und wenn ich dann nach der Arbeit noch einkaufen gehe, bin ich mit drei Taschen beladen. Da hab ich keine Lust zu, deswegen geht es zumindest während der Bahnfahrten (zweimal 45 Minuten, das schafft schon was) jetzt mit den Reisesocken weiter. An der Jacke stricke ich wenn überhaupt abends, aber diese Woche noch gar nicht, von daher ist der zweite Ärmel auch noch im gleichen Zustand wie letzte Woche.

Mittags spinnen klappt natürlich auch nicht, wenn ich den ganzen Tag außer Haus bin. Wobei: das Sonata ist ein Reiserad und hat einen großen Rucksack. Wenn ich wollte, könnte ich. Theoretisch. Hab ich da oben nicht gerade geschrieben, dass mir die Extratasche mit der halbfertigen Strickjacke zu viel ist? Ich habe die Woche abends gesponnen, nicht jeden Tag, aber ein bisschen. Und am Samstag Nachmittag sogar auf dem Balkon, als Erholung nach der Kürbisschlachtung für die Suppe. Es geht langsamer voran, als ich letzte Woche ausgerechnet hatte, weil die Fasern so verklebt sind. Aber sollte ich mir den NaKniSweMo-Irrsinn ernsthaft vornehmen, muss ich ja nicht die ganze Wolle am 1. November fertiggesponnen haben …

Nähen
Ich habe das Karokleid wieder herausgeholt. Das Karokleid habe ich schon einmal genäht, es ist ein Schnitt aus der burda 08/2007. Die Teile sind bereits fertig zugeschnitten und müssen nur zusammengenäht werden. Ich hatte mir vorgenommen, bei dieser Version sehr pingelig zu sein und das Unterkleid zum Beispiel mit falschen Kappnähten zu nähen. Dabei näht man die Teile zusammen, schneidet eine der beiden Nahtzugaben sehr knapp zurück, faltet die andere drum herum und steppt sie knappkantig fest: zack, alles, was ausfransen kann, ist gesichert. Und die Nahtzugaben des Oberstoffs wollte ich natürlich mit der Overlock versäubern. Genäht habe ich daran noch nicht, aber es liegt alles bereit und die nächsten Arbeitsschritte sind klar.

Sport
Am Montag haben wir es dann mal zum Dart beim SC Norderstedt geschafft. Hm. Keiner der Initiatoren war da, überhaupt außer uns nur drei weitere Leute, einer davon der FSJler, der auf- und zuschließen muss und in der Zwischenzeit dann halt auch die Pfeile in die Hand nimmt, kein Trainer, kein erkennbares Konzept, nur viele Ideen. Aber keiner, der sie umsetzen kann. Oder sich dazu berufen fühlt. Viel Konjunktiv. Dazu nicht wirklich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Fazit: regelmäßig zuhause ans Board stellen – und vielleicht in einem halben Jahr nochmal gucken. Klar könnten wir mit unserer Erfahrung und unseren Kontakten bei der Gründung unterstützen, aber dafür fehlt mir tatsächlich die Zeit. Ich stecke ja noch mitten in meiner eigenen Gründung.

Zum Köhlbrandbrückenlauf am Mittwoch bin ich nicht angetreten. Ich habe am Anfang der Woche darauf herum gedacht und mich dagegen entschieden. Obwohl es bestimmt ein toller Lauf ist, aber: 12,3 km sind mal eben locker das Drei- bis Vierfache meiner derzeitigen Trainingsläufe (wenn sie denn mal stattfinden). Es geht – mit beachtlicher Steigung – erst 6 km in die eine und dann auf der Gegenfahrbahn 6 km in die andere Richtung. Ich hätte also keine Möglichkeit, abzubrechen, wenn das Knie Probleme macht. Und momentan macht es keine und ich hätte gern, dass das so bleibt. Ich glaube, das ist vernünftiger so. Und ich wünschte, ich wäre in solchen Dingen entschlossener, denn ich hätte meinen Startplatz noch an jemand anderen abtreten können.

Darüber hinaus: kein Sport und Donnerstag und Freitag auch kein Yoga. Ich war so müde, dass ich die zehn Minuten lieber länger im Bett geblieben bin. Das muss nächste Woche anders – wobei es momentan so aussieht, als würde die nächste Woche genauso voll wie diese, ich brauche also einen guten Plan.

Buch, Bild & Ton
Die U-Bahn-Fahrten im Berufsverkehr haben dazu geführt, dass ich mal wieder richtig lange am Stück Musik gehört habe. Meine Art, Musik zu hören, hat sich seit ich meinen ersten iPod hatte nur wenig verändert. Ich nutze Spotify, höre aber noch immer entweder volle Alben oder stelle mir Mixlisten zusammen. Neu ist, dass ich, wenn ich so gar keine Idee habe, die Zufallswiedergabe benutze – jedoch nie bei Alben, ein Album höre ich noch immer von Anfang bis Ende durch. Da hat sich der Künstler was bei gedacht, da mische ich mich nicht ein. Ganz vorn dabei waren diese Woche die Alben der White Lies, die ich alle sehr gern höre – ich mag die Melodien und die Stimme und die Texte und ich verlinke euch hier mal zwei Videos. Das Aussuchen ist mir nicht leicht gefallen, denn die Auswahl war sehr groß. Ich hab mich für zwei Songs entschieden, nämlich Bigger Than Us, weil ich den Hymnencharakter des Songs liebe und das Video zutiefst seltsam finde (es ist eine Hommage an Spielbergs Film E.T.). Und Take it out on me, den ersten Song des aktuellen Albums. Denn wenn eine Bahnfahrt damit anfängt, kann gar nichts schlimmes mehr passieren (die Albumversion des Songs beginnt bei 2:35 des Videos. Wobei einem vermutlich auf nichts schlimmeres mehr passieren kann, wenn einen ein mexikanischer Prediger mit dem Megaphon weckt, ganz im Sinne des Mark Twain Zitats “Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day.”)

Kulinarisches
Ich habe am Samstag vergessen, das Buffet zu fotografieren. Ich kann nur sagen, dass es gut aussah, das müsst ihr mir einfach glauben. Es gab – wieder mal – eine Kürbissuppe nach einem Rezept aus der Brigitte-Diät, das aber überhaupt nicht asketisch daherkommt, sondern mit einem Topping aus Tete de Moine und karamellisierten Zwiebeln mit Salbei. Dazu gab es eine Käseplatte, Baguette, die bewährten „Fünfzigerjahre-Eier“, also hartgekochte Eierhälften mit einer Füllung aus Eigelb, Mayonaise, Mangochutney, Currypulver und Basilikum. Und dann habe ich mich zur Abrundung der Käseplatte an meinen ersten Obazden gewagt, nach einem Rezept aus der Süddeutschen Zeitung. Das Ergebnis war flüssiger und weniger orange als das, was ich aus dem Biergarten kenne, geschmacklich aber schon nah dran. Ich sach ma: für Norddeutschland sehr okay. Nächstes Backvorhaben in dem Zusammenhang: Laugengebäck. Ich werde mal recherchieren, wie das geht.

Dies & Das
Wir haben am Samstag den größten Teil der Party mit dem Spiel Codenames verbracht. Dieses Spiel war 2016 Spiel des Jahres und ist von der Spielidee so simpel, dass man es nach ein paar Spielzügen eigentlich drauf hat. Die Spieler treten in zwei Teams (Team rot und Team blau) gegeneinder an. Auf dem Tisch liegen 25 Karten mit Begriffen, angeordnet in fünf Reihen à fünf Karten. Jedes Team hat einen Teamleiter, und die beiden Teamleiter bekommen eine Karte, auf der 5×5 Felder zu sehen sind. Diese Karte sehen aber nur die beiden Teamleiter. Die Felder auf der Karte stehen für die 25 Karten auf dem Tisch und sind farbig markiert. je acht oder neun in rot und blau (für die Teams), eine in schwarz und der Rest in beige. Zu jedem Team gehören also acht oder neun (das Team, das anfängt, hat einen mehr) der Begriffe auf dem Tisch, die von den Teammitgliedern erraten werden müssen. Hierzu gibt ihnen ihr Teamleiter einen Hinweis, der aus einem Wort und einer Zahl besteht. Er schaut sich also seine Begriffe an und versucht, für möglichst viele davon einen Oberbegriff zu finden, den er seinem Team dann sagt. Dazu die Anzahl der Karten, die er mit diesem Begriff assoziiert. Liegen zum Beispiel die Begriffe Hund, Katze und Maus auf dem Tisch und gehören sie auch noch zu seinem Team, könnte er „Tier: 3“ sagen. Rät das Team die Begriffe, werden sie mit einer Karte in der Teamfarbe abgedeckt. Tippt es sich auf einen Begriff des anderen Teams, kommt deren Karte darauf und der Spielzug ist beendet. Tippt es auf das schwarz markierte Feld, hat es leider verloren. Es gewinnt das Team, das zuerst alle seine Begriffe geraten hat (oder dessen Gegner das schwarze Feld getippt hat). Je mehr Begriffe im Verlauf des Spiels abgedeckt sind, desto leichter wird es für die Ratenden – aber desto schwerer wird es für die Teamleiter, die einen Sammelbegriff finden müssen. Die Dinge, die klar sind, nimmt man natürlich zuerst. Schön war, als ich „Augenbinde: 2“ sagte und einer meiner Agenten vorschlug „also da fallen mir als erstes Wurf und Messer ein“, was genau die Begriffe waren, die ich im Auge hatte. Es lagen aber auch noch sehr viele Begriffe offen, der andere war sich nicht so sicher, und dann haben sie erstmal zehn Minuten diskutiert. Und ich saß da mit meinem bröckelnden Pokerface. Mit Sonderregeln kann das Spiel auch zu zweit oder zu dritt gespielt werden, man spielt dann als ein Team gegen einen simulierten Gegner. Aber es lebt von der Diskussion, sechs Spieler braucht man schon.

Pläne für nächste Woche
Mein Kunde hat für die komplette nächste Woche Bedarf angemeldet, ich werde elf Stunden jeden Tag außer Haus sein und muss also gut planen, damit ich nebenbei noch ein bisschen was schaffe und die Energie bis zum Ende der Woche reicht. Am Dienstag Abend haben wir ein Heimspiel. Ich muss den HaMLet fertigmachen, es ist wieder soweit. Ich möchte nächste Woche

  • in die Yoga-Morgenroutine zurückfinden
  • am Water & Stone weiterstricken
  • einmal unter der Woche und einmal am Wochenende laufen
  • abends eine halbe Stunde spinnen. Am Dienstag geht das nicht, weil ich vorm Dart nicht nach Hause komme, dafür ist am Samstag Abend zum German Bowl richtig viel Zeit. SPORT1 überträgt live, Kick-Off ist um 18:00 Uhr, die silbernen Poms auf Höhe der 50 yard line gehören den Starlets

Weekly Journal – Woche 39

Der Herbst hält langsam Einzug, und ich weiß nicht, ob es daran liegt, aber ich hab eine unheimlich müde Woche hinter mir. Ich komme morgens kaum aus dem Bett, und ohne Wecker würde ich bis in die Puppen schlafen. Was ich am Samstag zumindest auch getan habe, ich glaube, ich bin erst um halb elf aufgestanden, das ist fast drei Stunden später als normal. Und wirklich wach hab ich mich trotzdem nicht gefühlt. Den Freitag habe ich sehr spontan (die Anfrage kam Donnerstag am späten Nachmittag) komplett beim Kunden verbracht. Besser kann es doch gar nicht losgehen mit der Freelancerei.

Stricken, Spinnen & Häkeln
Vom Ende des zweiten Ärmels des Water & Stone trennen mich noch 41 Reihen und das Bündchen, ich denke mal, spätestens morgen Abend ist der fertig.
Ich habe es nur zweimal geschafft, mich mittags ans Spinnrad zu setzen, vom zweiten Kammzug sind jetzt noch 47 g übrig. Ich würde mal schätzen, das macht knappe fünf Stunden Spinnzeit. Plus Zwirnen. Warum ich das auszurechnen versuche? Weil ich überlege, etwas Bescheuertes zu tun – inspiriert von Susanne, der Königin der Wahnsinnsprojekte – und im Rahmen des NaKniSweMo eine Cria zu stricken. Cria ist die Strickjacke von Ysolda Teague, für die dieses Garn ja werden soll, und die würde ich dann im November, dem „National Knit a Sweater Month“ stricken. Klingt irre? Ich weiß. Aber ich brauche wirklich dringend Strickjacken. Und meine innig geliebte Topstykke-Tunika hat jetzt ein Loch vorne oben, das ist nicht unsichtbar werde reparieren können, und ohnehin einen sich auflösenden Saum. Das gute Stück ist sieben Jahre alt und ich hab es wirklich viel getragen. Und das sieht man ihm leider an.

Sport
Am Montag bin ich zum SC Norderstedt gefahren, um mir das Training der frisch gegründeten Dartabteilung anzuschauen – und stand vor verschlossenen Türen. Der Gastwirt des Vereinsheims wusste von nichts, ließ sich aber unsere Telefonnummern geben. Am nächsten Tag meldete sich jemand. Es war kurzfristig jemand krank geworden. Kann passieren, ist aber am ersten Trainingstag, nachdem man eine Seite im Abendblatt hatte, ziemlich unglücklich. Am Freitag hat es dann wohl stattgefunden, aber das ist mir erst wieder eingefallen, als ich um kurz nach sechs auf dem Heimweg vom Kunden in der Bahn saß, ohne Pfeile, aber mit Hunger, und erstmal heim wollte. Also nächste Woche.

Am Dienstag habe ich mir wie geplant ein Gymondo-Workout ausgesucht: 20 Minuten Bauch-Beine-Po. Es war sehr anstrengend, meinem Empfinden nach mehr als „mittel“, und es hat dazu geführt, dass ich mich am Mittwoch und Donnerstag vor Muskelkater nur humpelnd fortbewegen konnte. Ich finde es durchaus angenehm, nach dem Sport zu spüren, dass ich was getan habe, aber das war eindeutig zu viel. Die Trainerin hat mir auch nicht gefallen, ebensowenig die sogenannte „Challenge“, bei der man von einer bestimmten Übung (in diesem Fall Kniebeugen) in sechzig Sekunden so viele wie möglich macht. Die saubere Ausführung bleibt da unweigerlich auf der Strecke. Also nächste Woche nochmal ein anderes versuchen. Laufen war ich am Mittwoch also auch nicht, ich konnte ja kaum gehen. Am Freitag hätte ich laufen können, nur war ich da den ganzen Tag beim Kunden und abends platt.

Am „Volkslauf durch das schöne Alstertal“ hab ich am Sonntag auch nicht teilgenommen, denn das Oktoberfest ging am Samstag doch länger als geplant, und ich hatte noch zu viel auf dem Tisch, um zum Laufen irgendwo hinzufahren. Dann lieber die Liste abarbeiten, und wenn dann noch Zeit ist, eine Runde um den Stadtparksee drehen. Was ich auch nicht getan habe, ich habe den Tag am Rechner verbracht und meine Buchhaltung eingerichtet, der Krankenkasse geschrieben und diversen Firmen, die sich vielleicht für meinen neuen Nachnamen interessieren, und außerdem an einem Flyer für ein Charity-Projekt gearbeitet. Während auf der Wiese vor meinem Arbeitszimmerfenster ein Kindergeburtstag stattfand, und zwar inklusive Musikbeschallung. Anscheinend nur eine CD, die aber in der Endlosschleife. Fazit: den Text von „Auf uns’rer Wiese gehet was“ habe ich noch erstaunlich lückenlos drauf, und es ist hohe Zeit für einen Laptop.

Was ich geschafft habe: jeden Morgen für sechs Sonnengrüße die Yogamatte auszurollen. Und ich habe das Gefühl, dass mir das sehr gut tut. Ich hab in letzter Zeit ständig Schmerzen im unteren Rücken, die sich bis über die Hüfte ziehen, die sind nicht weg, aber viel weniger geworden. Und das mit nichtmal zehn Minuten Aufwand am Tag, damit mache ich nächste Woche auf jeden Fall weiter. Was mich da bei der Stange gehalten hat, war tatsächlich ein Satz aus einer Yogawerbung, die mir auf Instagram gelegentlich gezeigt wird: „Because nobody ever said ‚I wish I had skipped yoga‘“ oder so, sinngemäß, keine Ahnung, für welchen Anbieter das ist.

Kulinarisches
Da ich diese Woche nicht nur dauernd müde war, sondern auch ständig gefroren habe, habe ich mal Goldene Milch probiert. Das ist ein ayurvedisches Wundergetränk mit dem Superfood Kurkuma, das mir immer mal wieder durch diverse Feeds trudelt, seit die zuständigen Bots spitzgekriegt haben, dass ich mich ein bisschen für Yoga und Gesundheitsthemen interessiere. Dem Getränk werden jede Menge gute Effekte zugeschrieben (feuchte Nase, glänzendes Fell), unter anderem auch, dass es „so richtig schön durchwärmt“, und da ich beim Biogemüsestand auf dem Markt frische Kurkumaknollen ergattert habe, habe ich es mal probiert. Es kursieren mehrere Rezepte im Netz, ich habe 300 ml ungesüßte Mandelmilch, ein 2 cm langes Stück Ingwer, ein Stück Kurkuma (etwa 3 cm), je einen Viertelteelöffel gemahlenen schwarzen Pfeffer und Zimt und einen halben Teelöffel Kokosöl im Mixer kräftig durchgemixt (die Wurzeln vorher in etwas kleinere Stücke geschnitten, man muss es der Maschine ja nicht unnötig schwer machen), das Ganze dann erhitzt (hierzu gibt es Diskussionen „bloß nicht, zerstört alle Enzyme“ vs. „Quatsch, Ingwertee erhitzt man ja auch“) und zwei Minuten zart köcheln lassen, es durch ein Sieb in ein Glas gegeben und mit dem Milchschäumer aufgeschäumt – für die Optik und um einen Teelöffel Agavendicksaft zu verteilen. Das Ergebnis schmeckt … interessant, aber nicht schlecht. Das ist jedenfalls meine Meinung, der Mann hat einen Schluck probiert und sehr unglücklich das Gesicht verzogen. Es hat durch den Ingwer eine ordentliche Schärfe, die man mögen muss. Das Kurkuma-Aroma kann ich nicht beschreiben, das getrocknete Pulver, das wohl in den meisten Gewürzschränken heimisch ist, riecht ganz anders. Warm war mir danach jedenfalls.

unterwegs
In Norderstedt war an diesem Wochenende Oktoberfest. Das findet in der Tribühne statt, dem normalerweise eher gesitteten Veranstaltungshaus der Stadt im Norderstedter Rathaus. Es gab Livemusik (dieses und letztes Jahr „Die Wilderer“ aus Bayern), Bier, bayrisches Essen und alberne Spielchen. Und natürlich Gelegenheit, die Tracht aus dem Schrank zu holen. Ich besitze ja inzwischen zwei Dirndl und freue mich über jede Gelegenheit, sie zu tragen. Spaßig war’s. Und spät.

Pläne für nächste Woche
Am Montag und Dienstag bin ich vom Kunden gebucht, am Freitag eventuell auch. Am Mittwoch ist der Köhlbrandbrückenlauf, zu dem ich angemeldet bin. Am Dienstag habe ich einen Stammtisch und eine Einladung zum Ex-Raid (apropos Pokémon Go, falls jemand mein Trainerfreund werden möchte: mein Code ist 8988 3058 3465), am Samstag feiern wir unsere Hochzeit nach, da muss ich ein bisschen Küchenzeit einplanen – auch so eine Sache, ich bin verunsichert bis genervt, weil von den zwölf Eingeladenen überhaupt nur knapp ein Drittel auf die Einladung reagiert hat. Wie sollen wir denn da planen?

  • Die Sache mit den Sonnengrüßen am Morgen möchte ich beibehalten
  • Am Water & Stone weiterstricken
  • Mittwoch, Donnerstag und am Wochenende mittags eine halbe Stunde spinnen
  • Montag Abend einen neuen Versuch mit dem Darttraining beim SCN unternehmen