Ich lebe noch. Ich habe grad dermaßen viel um die Ohren, dass ich kaum zum stricken oder nähen komme, geschweige denn dazu, darüber zu bloggen. Der Knitalong ist zum Knitbehind geworden, ich bin nicht mal annähernd fertig. Na, was soll’s.
Unter anderem bin ich umgezogen, vom “Ghetto” in eine niedliche Erdgeschoss-Altbauwohnung in Barmbek. Dazu demnächst mehr. Nur erstmal so viel: Die dort lebenden Dompfaffen betrachten meine Hornveilchenkästen als willkommene Ergänzung ihres Speiseplans:
Ich habe keine Lehrbuchmaschenprobe gemacht. Habe ich noch nie, also jedenfalls nicht mit waschen und allem. Ich habe allerdings ein Probeläppchen mit Nadelstärke 3,25 angeschlagen (die Anleitung verlangt nach 3,0 bis 3,5). Und wieder aufgeribbelt, weil es mir zu locker war. Ich stricke jetzt mit 3,0. Dreikommanull! Anscheinend nimmt mit dem Alter die Nadelstärke ab. Als ich anfing zu stricken – also für mich, nicht mehr für meine Puppen – habe ich nicht unter Nadelstärke 5 gearbeitet, Socken nicht unter 3,5. Irgendwann habe ich die Stricknadeln meiner Oma geerbt und bin seither im Besitz von hochwertigen 2,5er Rundnadeln in unterschiedlichen Längen. Ich habe sie nicht wegschmeißen wollen (Die sind doch noch gut! Die gehen doch noch!), war allerdings felsenfest davon überzeugt, dass ich sie nie brauchen würde. So sicher bin ich mir da inzwischen nicht mehr. Gebt mir mal noch zehn, fünfzehn Jahre.
Inzwischen bin ich mit dem ersten Teil der Jacke nur noch wenige Reihen von der Stelle entfernt, wo ich die Maschen für Rücken und die beiden Vorderteile aufteilen muss. Außerdem sind da dann auch Abnahmen für die Ärmel und den Kragen vorgesehen, da verstehe ich die Anleitung noch nicht so ganz, das muss ich mir nochmal ganz genau anschauen.
Vor der großen Schlachtplatte im August (für die, so viel sei jetzt schon verraten, mir in diesem Jahr eine Dauerkarte sicher ist) gibt es am übernächsten Wochenende die kleine – die Nights. Das erste Sichten des Programms lässt mich schon mal ahnen, dass “klein” relativ ist: die meisten der Filme klingen ziemlich gut.
wie immer bedeutet:
kursiv = vielleicht
fett = unbedingt!
SAMSTAG 24 MÄRZ
14.00 THE PRODIGIES 3D (engl. OV) · Info und Trailer
sieht zumindest schon mal bildgewaltig aus – aber reicht mir das?
16.00 LIVID (franz. OmdU) · Info und Trailer
18.00 WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (engl. OV) · Info und Trailer
20.15 CHRONICLE (engl. OV) · Info und Trailer
22.15 JUAN OF THE DEAD (spanische OmdU) · Info und Trailer
Kubanische Zombies und eine pfiffige Geschäftsidee, klingt nach großem Spaß – Popcorn!
SONNTAG 25 MÄRZ
13.00 ROSEWOOD LANE (engl. OV) · Info und Trailer
15.00 LOVE (engl. OV) · Info und Trailer
17.00 SLEEP TIGHT (spanische OmeU) · Info und Trailer
19.15 The THEATRE BIZARRE (engl. OV) · Info und Trailer
Das ist nun wirklich der einzige Film, der mich absolut null interessiert.
21.45 [REC]³ GENESIS (spanische OmdU) · Info und Trailer
auch wenn ich am Montag früh aufstehen muss: den Ausbruch einer Zombie-Invasion auf einer spanischen Hochzeitsfeier würde schon sehr gern sehen.

Heute konnte ich meine Arbeiten aus dem Scheibenkurs abholen. Eine Schale hat es leider noch zerlegt – Glasur zu dick, Gefäßwand zu dünn. Ich bin insgesamt zufrieden mit den Ergebnissen, weiß aber auch, was ich nächstes Mal anders machen möchte. “Nächstes Mal”, genau. Ende März/Anfang April ist zum Beispiel noch ein Kurs, wieder so eine Wochenendveranstaltung. Ich verrate euch jetzt auch nicht, dass ich bei eBay um elektrische Töpferscheiben rumschleiche …
Da sag nochmal einer, ich sei nicht entscheidungsfreudig. Ich habe mit den vier Optionen aus dem letzten Eintrag nur sehr kurz herumgehühnert und mich dann sehr schnell für Livstykketrøje entschieden. Es entspricht einfach am ehesten meinem Stil. Da es diese Anleitung nur als Kit bei geilsk.dk gibt, bin ich in der Wahl des Garnes eingeschränkt: angeboten wird das Muster mit reiner Wolle oder einer Woll-Baumwoll-Mischung (45% Baumwolle, 55% Wolle). Einen Baumwollanteil finde ich für ein Frühlingsjäckchen passender. Die Farbwahl ist allerdings nicht so einfach, schön finde ich sie nämlich fast alle (zum Gucken auf den roten Knopf mit der Aufschrift “FARVEKORT” klicken) und tragen könnte ich sie vermutlich auch alle. Nun muss sie aber auch zum Kleiderstoff passen, also kann ich noch ein paar Optionen streichen und lande schlussendlich bei C23 – schnell bestellen, sonst überlege ich es mir noch anders!

Die Wolle ist inzwischen da, der Kleiderstoff auch, und die beiden können sich schon mal kennenlernen. Sie verstehen sich gut. Kein Wunder, sie kommen ja auch beide aus Dänemark.
Rechts im Hintergrund ist mein derzeitiger Lieblingsbecher zu sehen. Ich habe ihn vor ein paar Tagen bei Tee Gschwendner gesehen, wie er da so stand zwischen all den anderen Bechern mit unschuldigen Kätzchen, Schmetterlingen, Blümchen, Hündchen und Fischen, und hab ihn im Affekt gekauft. Auf der einen Seite ist eine Zeichnung des menschlichen Skeletts (bone china im doppelten Sinne), auf der anderen Seite eine der Muskeln – komplett mit englischen Fachbegriffen. Ich frage mich, was die Product manager von Dunoon geritten hat, dieses Motiv zu produzieren. Ich mein, ich find’s toll! Aber die Verkäuferin bei Gschwendner war offensichtlich froh, das gruselige Ding los zu sein.

Lilly kann die Futterdose öffnen. Das hat J. ihr beigebracht. Sie tut es mit großer Begeisterung, und da Lilly ein kluges Tier ist, ist sie zu Transferleistungen fähig und öffnet nicht nur die Futterdose, sondern alle mit einem ähnlichen Deckel. Davon gibt es in meinem Haushalt sehr viele. Ich bewahre Knöpfe, Schreib- und Bastelutensilien, Teelichte, ja sogar Stricknadeln in alten Tee-, Keks- oder – im Falle der Stricknadeln – Christstollendosen auf. Und Lilly findet sie alle. Wehe, wenn sie losgelassen. Nun kann man Knöpfe und Stricknadeln natürlich nicht essen, aber das heißt ja nicht, das man ausschließen kann, dass man sie vielleicht irgendwann doch braucht. So als Ratte. Also mitnehmen und verstecken, zum Beispiel im Sofa.
J. beobachtete das neulich vom Sofa aus und grinste: “Ich habe ein Monster geschaffen!”
Ich brauche Schraubgläser.
Ich kann seit diesem Wochenende einen weiteren Haken in meiner “Dinge, die ich unbedingt mal ausprobieren muss”-Liste machen, und zwar beim Eintrag “Drehen an der Töpferscheibe”. Ich habe einen Wochenendkurs an der Hamburger Volkshochschule belegt. In kleinstem Kreis – insgesamt waren wir zu sechst – haben wir gelernt, wie man den Tonklops auf der Scheibe zentriert, aufbricht, den Boden des Gefäßes formt und schließlich die Wandung hochzieht. Jeder dieser Arbeitsschritte hat so seine Tücken. Heute haben wir dann die gestern geformten Gefäße “abgedreht”, das heißt: mit dem Boden nach oben auf der Scheibe zentriert und Wände und Kanten bearbeitet. Dabei kann auch noch einiges schief gehen. Die Teile, die auch diesen Arbeitsschritt unbeschadet überstanden haben, werden im Laufe der Woche geschrüht, also bei 900 °C gebrannt. Am Sonntag treffen wir uns noch einmal, um sie zu glasieren. Die Stücke auf dem Bild sind nicht alle von mir, der etwas höhere Topf in der Mitte (Teebecher oder Vase?) allerdings schon.
Fazit: es ist körperlich anstrengender als gedacht (ich habe Muskelkater!). Es sieht leichter aus, als es ist. Es war erwartungsgemäß eine Sauerei: alte Klamotten sind eine gute Idee, auch wenn der Ton da gut wieder raus geht. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher, wie ich meine Stiefel wieder sauber kriege. Ich hoffe, trocknen lassen und bürsten reicht aus. Alles in allem hat der Kurs sehr viel Spaß gemacht, den werde ich sicher irgendwann wiederholen. Und dann versuche ich mich mal an einer Yarn Bowl. Erdnussschalen habe ich ja jetzt genug.
Ich habe mich bei Cat-und-Kascha zum Frühlingsjäckchen-Knitalong angemeldet. Knit-Along. Gemeinsam stricken. Hängengeblieben bin ich allerdings als zuerst am letzten Punkt der Agenda: “Präsentation! Für Fortgeschrittene auch gerne mit einem selbstgenähten Drunter” Ich habe also statt Strickanleitungen erst einmal Schnittmuster gewälzt, meine diversen gehorteten burden (ist das der Plural von burda?), und bin in Ausgabe 5/2010 fündig geworden. Nein, eigentlich noch anders. Vorher bin ich im oben erwähnten Blog auf Stoff und Stil aufmerksam geworden, dort habe ich mich in einem Baumwollstoff verguckt, der ein Frühlingskleid werden muss, und dann habe ich burden gewälzt. Gefunden habe ich das bis auf kleine Raffungen am Dekolleté recht schlicht geschnittene Kleid 138:

Der Stoff ist bestellt, und vermutlich weil bei mir im April ein Unzug ansteht, ist mir auch der Dekokatalog von Stoff & Stil in den Einkaufswagen geraten. Es geht ins Erdgeschoss, ich werde Gardinen brauchen.
So. Kommen wir zur eigentlichen Frage: Was stricke ich denn dazu? Die Wolle werde ich endgültig aussuchen, wenn der Stoff da ist. Ich tendiere farblich zu entweder hell oder dem Rotton aus den Blüten und materialmäßig in Richtung Bauwolle/Leinen/Seide/Bambus – so weit so naheliegend. Und dann geht’s los mit der Optionsparalyse. Mir gefällt Livstykketrøje von Bente Geil. Ich habe von der Designerin bereits Topstykke gestrickt, und ich werde es wieder tun, denn es gehört zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Die Anleitung für Livstykketrøje gibt es allerdings offenbar nur auf Dänisch, aber das ist kein so großes Problem, denn Ende des Monats fängt mein Dänischkurs wieder an. Ebenfalls sehr schön finde ich Devonshire von Twist Collective und Vignette und Ivy aus der Knitty:
… das wird keine leichte Entscheidung.
Das erste fertige Projekt des Jahres 2012 ist Taygete, gewissermaßen eine Art anspruchsvollerer Baktus. Ich hatte die beiden Stränge Wollmeise unabhängig voneinander gekauft und erstmal in die Stashkiste gepackt. Dort haben sie sich dann angefreundet, jedenfalls bestanden sie darauf, in einem gemeinsamen Projekt verarbeitet zu werden. Und da ich lila und orange zusammen sehr mag, dachte ich mir, bitte, warum nicht. Das Muster war schnell gefunden. Ich habe das Streifenmuster um 24 Reihen verlängert, weil ich ein großes Tuch wollte, habe mich bei der Lace-Kante für die schmalste Variante in der Anleitung entschieden. Und ich habe gefühlt ein Viertel der gesamten Strickzeit an dieser Picotkante herumgeprokelt.
Details:
Muster: Taygete von Romi Hill (Kaufmuster für $6,50)
Garn: Wollmeise 100% Merino Superwash in Amethyst (100g) und Campari Piccolo (80g)
Nadelstärke: 3,5 mm
Eine kleine Entdeckung, die ich bei der Fertigstellung des Tuches gemacht habe, möchte ich euch nicht vorenthalten: in einer Salatschleuder kann man auch wunderbar kleinteiligere Strickstücke schleudern. Man muss unter Umständen ein bisschen engagierter und länger kurbeln, weil Wolle die Flüssigkeit nunmal nicht so einfach wieder rausrückt wie Feldsalat, und eventuell muss man den Behälter einmal öfter leeren, weil die Wolle eben auch mehr Wasser aufsaugt als Feldsalat, aber ich finde, die Methode hat sich bewährt, bei Tüchern mache ich das ab jetzt immer so.